Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Tokio richtet Olympia 2020 aus
Sportbuzzer Sportmix Weltweit Tokio richtet Olympia 2020 aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:42 08.09.2013
 Die Olympischen Spiele werden 2020 in Tokio ausgetragen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Buenos Aires

Madrid war mit seiner Kandidatur bereits im ersten Durchgang in einer Stichwahl an Istanbul gescheitert. Zuvor hatten beide Städte mit 26 die gleiche Anzahl an Voten erhalten. Mit der Wahl der 35-Millionen-Metropole in Fernost entschieden sich die Olympier bei der Risiko-Wahl des Olympia-Gastgebers in sieben Jahren für politische Sicherheit. Istanbul scheiterte bereits zum fünften Mal mit seiner Bewerbung, Madrid ging schon zum dritten Mal leer aus.

Mit einem leidenschaftlichen Appell auf der abschließenden Präsentation war es den Japanern gelungen, die Sicherheitsbedenken der Olympier für die Wahl der 35-Millionen-Metropole wegen des Atomunglücks in Fukushima auszuräumen. „Lassen sie mich ihnen versichern. Die Situation ist unter Kontrolle. Sie hat noch nie und wird nie Schaden in Tokio anrichten“, erklärte Premierminister Shinzo Abe. Das gefährdete Gebiet um Fukushima würde sich auf eine Fläche von 0,3 Quadratkilometer beschränken und die sei abgesichert.

Tokio 2020 pries vor allem sein kompaktes Sportstättenkonzept in zwei Zonen. 85 Prozent der Wettkampfstätten liegen in einem Radius von nur acht Kilometern zum olympischen Dorf. Die Kandidatur stütze sich auf einen fest angelegten Reserve-Fonds in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar. Bewerbungschef Masato Mizuno versprach den IOC-Mitgliedern zudem die „höchsten TV-Einschaltquoten der Olympia-Geschichte“.

15 Arenen in und um die japanische Hauptstadt sind bereits vorhanden, elf sollen neu gebaut werden. Tokio will auf zehn temporäre Anlagen zurückgreifen. Das neue Olympiastadion soll auf der Anlage des Stadions von 1964 entstehen. Das IOC bescheinigt Tokio eine „kompakte Konzeption“ mit guter Verkehrsinfrastruktur.

Die anderen Kandidaten Madrid und Istanbul hatten die Bedenken an ihrer Bewerbung am Ende nicht zerstreuen können. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan bemühte sich vergeblich, die Zweifel über die kritische innenpolitische Lage und die Nähe zum Bürgerkrieg im benachbarten Syrien vom Tisch zu wischen. Stimmungsvolle Filme hatten bei Istanbuls fünfter Bewerbung das Hauptargument als Brücke zwischen Europa und Asien betont.

Sportstätten in Europa und Asien würden dem IOC neue Märkte erschließen, auch für künftige Generationen, sagte Istanbuls Bewerbungschef Hasan Arat. Doch die Strategie zog ebenso wenig wie das Konzept Madrids, mit einem Etat in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar eine Art Gegenentwurf zum olympischen Gigantismus zu präsentieren.

Premierminister Mariano Rajoy hatte sich bemüht, überzeugende Argumente gegen die spanische Wirtschaftskrise und eine Arbeitslosenquote von 26,3 Prozent zu finden. “80 Prozent der notwendigen Investitionen sind bereits getätigt. Wir können diese Spiele ohne jegliches Risiko für die olympische Bewegung abliefern“, proklamierte Rajoy. „Wir sind auf dem Weg uns wirtschaftlich zu erholen. Madrid macht mehr Sinn denn je“, sagte Rajoy, der Unterstützung von Spaniens Kronprinz Felipe erhielt.

Nach der Niederlage gegen Tokio ist Istanbul ein großer Favorit auf die Ausrichtung der Halbfinals und des Endspiels der Fußball-EM 2020. Der Deutsche Fußball-Bund hatte bereits zuvor angekündigt, in dem nun eingetretenen Fall eine eigene Final-Bewerbung mit München als Spielort zugunsten der Türken zurückziehen zu wollen und sich nur um Gruppenspiele und ein K.o.-Duell zu bemühen.

Für eine eventuelle Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 hat der Sieg Tokios praktisch keine Konsequenzen. „Ich gratuliere Tokio. Jetzt wissen wir, wo wir stehen. Nach der Landtagswahl in Bayern und der Bundestagswahl werden wir unsere Entscheidung bekanntgeben“, sagte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Nachrichtenagentur dpa. Die nötigen Vorarbeiten für eine weitere Kandidatur laufen längst parallel.

Bereits seit Monaten finden regelmäßig Koordinierungssitzungen mit Vertretern der vier vorgesehenen Olympia-Orte München, Garmisch-Partenkirchen, Ruhpolding und Königssee und einem DOSB-Repräsentanten statt.  Bis zum 14. November müssen die Kandidatur und eine erste Gebühr beim IOC eingereicht werden. Tokio hat all diese Hürden bereits erfolgreich gemeistert.

Tokio Olympia-Gastgeber 2020

Die Ausrichter-Stadt der Olympischen Spiele 1964 hat 13 Millionen Einwohner, dazu kommt die Metropolregion mit 36 Millionen. In Japan leben 128 Millionen Menschen. 70 Prozent der Einwohner Tokios befürworten Spiele in ihrer Stadt, 67 Prozent im Land.  Konzeption: In zwei Zonen sind 36 Wettkampfstätten geplant, davon allein 21 in einem zentralen Küstenbereich, wo auch das Olympische Dorf entstehen soll. Die Fußball-Vorrundenspiele werden in andere Städte ausgelagert. 15 Arenen sind bereits vorhanden, elf sollen neu gebaut werden. Tokio will auf zehn temporäre Anlagen zurückgreifen. Das neue Olympiastadion soll auf der Anlage des Stadions von 1964 entstehen. Das IOC bescheinigt Tokio eine „kompakte Konzeption“ mit guter Verkehrsinfrastruktur. 85 Prozent der Wettkampfstätten liegen in einem Radius von acht Kilometern zum Olympischen Dorf.  Finanzen: Der Organisations-Etat ist mit 3,4 Milliarden Dollar angesetzt, gedeckt durch den IOC-Zuschuss und die Eigenvermarktung der Spiele. Der staatliche Investitions-Etat wird mit 4,38 Milliarden Dollar angegeben, davon sollen drei Milliarden Dollar in die Finanzierung von Wettkampfstätten gehen. Durch einen Reserve-Fonds von 4,5 Milliarden Dollar garantiert der Staat für mögliche Defizite.  Sicherheit: Die IOC-Prüfer stellen im Zusammenhang mit dem Erdbeben/Tsunami von 2011 fest, dass Tokio durch eine Vielzahl von Baumaßnahmen Katastrophen-Vorsorge betrieben habe. Deshalb seien „sichere, gesicherte Spiele“ zu erwarten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für Sebastian Vettel lief es optimal: Der dreifache Formel-1-Champion holte ausgerechnet im Ferrari-Land nicht nur die Pole. Er profitierte zudem von den Patzern seiner WM-Rivalen Alonso, Hamilton und Räikkönen. Ganz stark auch Nico Hülkenberg als Dritter in Monza.

07.09.2013
Weltweit Neuauflage des Vorjahres-Finals - Williams vor 17. Grand-Slam-Titel

2012 standen sich Serena Williams und Victoria Asarenka schon einmal im Endspiel der US Open gegenüber. Die Weltranglisten-Erste Williams - damals siegreich - hätte nichts gegen eine Wiederholung des Ergebnisses. Gegen Asarenka hat sie in diesem Jahr aber schon zweimal verloren.

07.09.2013
Weltweit Ex-Weltrekordler unter Dopingverdacht - Auch Powells B-Probe ist positiv

Es war ein Paukenschlag in der Leitathletik: Asafa Powell war Anfang Juli Doping nachgewiesen worden. Nun ist die B-Probe untersucht worden. Auch diese ist positiv.

06.09.2013