Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Folge 7: Anzeigen im Göttinger Tageblatt von 1944 bis 1980

Alles so schön bunt hier... Folge 7: Anzeigen im Göttinger Tageblatt von 1944 bis 1980

Das Göttinger Tageblatt wird 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum erscheint wöchentlich eine Tageblatt-Zeitreise. Heute Teil 7: Anzeigen im Göttinger Tageblatt, 1944 bis 1980

Voriger Artikel
Folge 6: Anzeigen im Göttinger Tageblatt von 1889 bis 1934
Nächster Artikel
Folge 8: Anzeigen im Göttinger Tageblatt in den 80er und 90er Jahren

1972: Schon bunte Anzeigen.

Quelle: GT-Archiv

Göttingen. Während des Zweiten Weltkrieges ist Werbung zum Teil verboten oder dient Propagandazwecken. Dagegen ist das Nachkriegsjahrzehnt das Jahrzehnt des Wirtschaftswachstums und somit auch der Werbung. Viele neue Produkte sollen an den Kunden gebracht werden.

Davon profitiert auch das Tageblatt: Immer mehr Anzeigen werden geschaltet: Ob neue Autos und Tankstellen oder das neueste Haarpflegeprodukt – alles wird mittels immer größerer und aufwendigerer Anzeigen dem Leser nähergebracht.

Um sich von der Masse der Mitbewerber abzuheben, mussten Werbestrategen nach neuen Möglichkeiten suchen, um aus dem Einheitsgrau der Anzeigenseiten hervorzustechen. Dazu kamen neue technische Möglichkeiten. „GT-Inserate jetzt auch farbig“ wirbt das Tageblatt Anfang der 70er-Jahre. Doch bereits 1954 prangt das berühmte Coca-Cola-Rot auf dem Titelkopf des Göttinger Tageblattes. Auch in den folgenden Jahren finden sich immer wieder farbige Anzeigen in den Tageblatt-Ausgaben.

Natürlich war es immer deutlich teurer, eine farbige statt einer schwarz-weißen Anzeige zu schalten. Denn auch heute noch müssen für eine vierfarbige Seite vier Druckplatten produziert werden, für eine Schwarz-Weiß-Seite allerdings nur eine.

Mehr Druckplatten für die Farbe

Diese Erfahrung hat auch Fritz Helten gemacht: 1966 kam er nach einigen Jahren in Hamburg wieder nach Göttingen mit dem Ziel, sich mit einem Einrichtungshaus selbstständig zu machen. „Unsere Verbindungen nach Göttingen sind aber nie ganz abgebrochen“, sagt Helten. „Göttingen war für unsere Produktpalette ansprechbar.“

So hätten unter anderem Architekt Jochen Brandi und Verleger Gerhard Steidl ebenfalls ein Faible für die klaren Linien der Bauhausprodukte gehabt und man freundete sich schnell an. Heltens Ziel war es, Innenarchitektur, also „geistiges Potenzial“ zu verkaufen, denn das Budget war begrenzt. Deshalb kam er mit Steidl überein: „Wir müssen Werbung mit hoher Aufmerksamkeit, aber ohne Präsenz machen.“

Möglichst kurz und prägnant müsse der Text der Anzeige sein. So schaltete er eine von Steidl gestaltete quadratische  Anzeige in „sonnengelb“, wie er sich erinnert. Doch da die farbigen Anzeigen „sündhaft teuer“ gewesen seien, habe er nur diese eine Anzeige in Farbe geschaltet.

Emotionale Schlagwörter

Doch auch Heltens Schwarz-Weiß-Anzeigen verfehlten ihre Wirkung nicht: Helten ging Ende der 70er-Jahre dazu über, während andere Anbieter noch wortreich ihre Produkte an den Kunden zu bringen versuchten, mit emotionalen Schlagwörtern wie „Glück“ oder „Harmonie“ zu werben: Ein Konzept, das heute in der Werbebranche modern ist. „Diese Anzeigen haben eingeschlagen wie ein Hammer“, berichtet Helten. 

In der nächsten Folge geht es um die Veränderungen im Anzeigengeschäft durch das Internet.

Das Göttinger Tageblatt wird 125 Jahre alt. Teil 6 und Teil 7: Anzeigen im Tageblatt.

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Schöne, neue, multimediale Welt

Die Anzeigen, die in den 80er- und frühen 90er-Jahren im Göttinger Tageblatt veröffentlicht wurden, sind geprägt durch ein wachsendes Umweltbewusstsein: Autohersteller werben mit Umweltaspekten wie dem Katalysator.

mehr
Von Redakteur Marie Luise-Rudolph

Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017