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Teil 11: Drohneneinsatz beim Göttinger Tageblatt

Luftaufnahmen für 125-jähriges Firmenjubiläum Teil 11: Drohneneinsatz beim Göttinger Tageblatt

Wenn Michael Mehle die Welt aus der Vogelperspektive betrachtet, steht er mit beiden Beinen auf der Erde. Die Luftbilder sieht er auf einem Monitor. Geliefert werden sie von einem zwei Kilo leichten Fluggerät mit acht Rotoren und einer Kamera an Bord: Es heißt Eva, ist eine Drohne und Mehle ihr Pilot.

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Abflug mit der Kraft von acht Rotoren: Michael Mehles Hand ist Start- und Landebahn seiner fliegenden Kamera, auf dem Monitor…

Quelle: EF

Göttingen. Im Juni 2012 schloss sich der gelernte Werkzeugmacher dem Fotografen-Verbund der PHT-Airpicture GmbH an, um nach einer technischen Schulung mit Luftbildern seinen Lebenserwerb zu bestreiten. Damit hat der 46-Jährige zwei Hobbys zum Beruf gemacht: „Ich habe mein Leben lang fotografiert und als Jugendlicher mit Modellflugzeugen gearbeitet.“

Jetzt nutzt er sein Fluggerät, eine Sonderanfertigung mit einer 14-Megapixel-Kamera, für Film- und Fotoaufträge: Hochzeitsbilder aus der Luft, Baustellendokumentationen, Gebäudeanalysen oder touristische Aufnahmen.

Letztere mag er besonders: „Letztes Jahr habe ich auf Norderney eine Kugelpanorama-Tour gemacht. Das war herrlich.“ Solche Panoramen ermöglichen Besuchern von Internetseiten, Landschaften oder Gebäudekomplexe aus der Luft zu erforschen und verschiedene Punkte direkt anzusteuern.

Drohneneinsatz beim Tageblatt: Michael Mehle macht Luftaufnahmen für 125-jähriges Firmenjubiläum

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Eines ist Mehle beim Einsatz der fliegenden Kamera wichtig: „Die Privatsphäre zu beachten. Keine Balkone, keine Fensterblicke fotografieren und Menschen unkenntlich machen!“ Zwar habe er schon Paparazzi-Anfragen bekommen, „das würde ich aber nie machen.“ Heimliches Anpirschen wäre mit Eva aber auch nicht einfach: Das Brummen ihrer Rotoren ist weithin zu hören.

Fototermin auf dem Tageblatt-Parkplatz: Für Außenaufnahmen des Firmengeländes aus Anlass des 125-jährigen Zeitungsjubiläums soll Eva an diesem Tag in die Luft gehen. „Sie braucht noch das GPS-Signal“, erklärt Mehle, während die Rotoren sich surrend in Bewegung setzen. Mit dem Global Positioning System – ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung – wird die fliegende Kamera kontrolliert.

Das Gerät startet aus der Hand und steigt schnell auf, „wir dürfen ohne Sondergenehmigung bis auf 100 Meter Flughöhe fliegen“, sagt der Göttinger und folgt seiner Drohne mit den Augen. 70 Stundenkilometer kann sie erreichen. „Ich halte immer Sichtkontakt“, erklärt der Fotograf. Denn der Umgang mit dem Kameraflieger kann auch seine Tücken haben, „vor allem wenn es Windböen gibt“, erzählt Mehle.

So landete der Apparat bei einem seiner ersten Flüge in einer Baumkrone. „Eine zu weite Distanz für meine fliegerische Erfahrung und ein ungünstiger Sonnenstand“, schildert Mehle im Rückblick die Absturz-Ursachen. „Hinter so etwas steckt meistens der Mensch.“ Die Technik sei recht zuverlässig.

Sollte der Kontakt zur Basisstation dennoch einmal verloren gehen, gibt es eine Notfallfunktion: „Dann geht das System auf die Ursprungsdaten zurück und das Gerät landet zu meinen Füßen.“

Die normale Landung allerdings verläuft überraschend unspektakulär. Langsam verliert  die Drohne an Höhe. Das Rotorengeräusch wird im Absinken immer lauter und steigert sich bis zur Frequenz eines ganzen Bienenschwarms, der direkt neben dem Ohr vorbeifliegt. Die Kamera schwebt auf der Stelle. Mehle streckt die Hand aus, greift von unten ins Gestänge – und Evas Ausflug ist zu Ende.

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