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Die Nymphe des Negenborns

Negenbornquelle bei Bennishausen Die Nymphe des Negenborns

Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man in der Region gemacht haben sollte. Heute: die Negenbornquelle im Gartetal.

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Idyllisches Fleckchen: die sprudelnde Negenbornquelle im Gleichener Gartetal.

Quelle: Heller

Sie ist ein Kleinod in der Natur, das sogar schon lyrisch gewürdigt wurde: Es riecht nach kräftiger Erde und saftigen Pflanzen, selbst im Hochsommer ist es hier angenehm kühl und ständig sprudelt sanft Wasser. Kalt und klar kommt es aus dem Fels und sammelt sich im flachen Kiesbett. Große Sandsteinquader bündeln den Strom der Hauptquelle, eine Steintreppe führt in eine kleine Grotte mit weiter Öffnung. Ein Platz zum Lauschen, Träumen oder Spielen. Ein idyllischer Fleck.

Um 1900 hatte Hermann Klinkermann die Negenbornquelle erstmals gestaltet. Er betrieb ganz in der Nähe an einer Haltestation der Gartetalbahn die heute verfallene Gaststätte Waterloo. Viele Göttinger – vor allem Studenten – reisten einst mit der Bahn hier an, verbrachten ihre Sonntagsausflüge auf den nahen Gleichen-Bergen, im Gasthaus Waterloo und an der kleinen Negenbornquelle. Dazu beigetragen hatte auch Gottfried August Bürger als bedeutender Dichter der Sturm- und Drangzeit. Er weilte oft an der Quelle, sie inspirierte ihn 1774 zu dem Gedicht „An die Nymphe des Negenborns“.

Weniger lyrisch, dafür sagenumwoben, ist eine Geschichte zu ihrem Namen: Danach soll eine Ente, die auf den Gleichen in den Burgbrunnen gefallen war, nach neun Tagen an dieser Stelle wieder aufgetaucht sein – und somit „neu geboren“. Die realistischere Variante: Das Wasser sprudelt aus einer Haupt- und acht Nebenquellen – also aus neun zusammen. Und Negenborn setzt sich aus „negen“ für neun sowie „born“ für Quelle zusammen.
Jahrzehntelang waren die Quellen und ihr künstlich angelegtes Sammelbecken überwuchert. Vor drei Jahren wurde die Anlage vom Gleichener Heimat- und Tourismusverein Hurkut aus dem Dornröschenschlaf befreit und saniert. Das Wasser fließt unweit der Quelle in den Gartebach, der bei Rosdorf in die Leine mündet.

Die Negenbornquelle liegt in der Nähe des Dorfes Benniehausen unweit der Landesstraße 569. Ab Benniehausen ist sie nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar: An der Hauptstraße biegt man ostwärts in den Weg „Über den Kohlhöfen“ ein, dann etwa 500 Meter dem Weg bis zur Quelle folgen.

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