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„Ein kleiner pucklicher, schwacher Mensch“

Lichtenberg-Statuen „Ein kleiner pucklicher, schwacher Mensch“

Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man in der Region gemacht haben sollte. Heute: ein Besuch bei zwei Lichtenberg-Statuen in der Göttinger Innenstadt.

Er war Mathematiker, Astronom, Physiker und Schriftsteller. Carl Friedrich Gauss und Alexander von Humboldt besuchten seine Vorträge. Seine „Vorlesungen zur Naturlehre“ begründeten die physikalische Forschung und Lehre an der Göttinger Universität. Georg Christoph Lichtenberg gilt als Begründer der Experimentalphysik in Deutschland. Der 1742 in Darmstadt geborene Lichtenberg schrieb sich 1763 an der Georgia Augusta ein. Sieben Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Professor für Philosophie, 1775 die zum Professor für Mathematik. Er lehrte und lebte im Haus in der Gotmarstraße 1 – dem heutigen Lichtenberghaus.

In der Göttinger Innenstadt stehen, gar nicht weit von einander entfernt, zwei Lichtenberg-Skulpturen. Beide wurden zum 250. Geburtstag des Forschers aufgestellt. Die Skulptur an der Nordseite des Alten Rathauses hat der albanische Künstler Fuad Daschku geschaffen. Die Bronze dafür stammt aus eingeschmolzenen Enver-Hodscha-, Lenin- und Stalin-Büsten. Durch Daschkus etwa 1,50 Meter hohe Skulptur erhält der Betrachter einen Eindruck, was Johann Gottfried von Herder gemeint haben könnte, als er über Lichtenberg schrieb: „Ein kleiner pucklicher, schwacher Mensch, aber eine schöne allerfreundliche Seele […] hat mir einige Strahlen munteren Umgangs in die Seele gegossen.“

Die Lichtenberg-Statue vor dem Eingang der Universitätsbibliothek im Papendiek stammt von dem Nienburger Künstler Volker Neuhoff. Statt wie am Rathaus zu stehen, sitzt der Bibliotheks-Lichtenberg mit seinen Büchern auf einer Bank. Der Besucher kann es sich gegenüber bequem machen und das Zwiegespräch mit dem Gelehrten der Aufklärung suchen oder seinen eigenen spektakulären Gedanken nachhängen.

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