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Ein "lichter Bau": Reformierte Kirche Göttingen

In der unteren Karspüle Ein "lichter Bau": Reformierte Kirche Göttingen

Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man in der Region gemacht haben sollte. Heute: ein Besuch in der reformierten Kirche in Göttingen in der Unteren Karspüle.

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Schlicht und schön: die reformierte Kirche in der Unteren Karspüle.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Als einen der bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten Niedersachsens bezeichnet der Kunstgeschichtler Christian Scholl die reformierte Kirche. Mit ihr sei „ein lichter und wohlproportionierter Bau geschaffen worden, bei dem Maß und Ordnung dazu beitragen, dass Schlichtheit nicht in Ärmlichkeit, sondern vielmehr in Schönheit umschlägt“.

Die 1753 geweihte spätbarocke Kirche wurde nach Plänen des Architekten Johann Michael Müller (1723 bis 1777) erbaut. Die äußere Unauffälligkeit des Gebäudes war zunächst die Auflage für den Neubau. Der sollte die Gestalt eines privaten Gebäudes behalten. Denn die Landesreligion im Kurfürstentum Hannover, zu dem Göttingen damals gehörte, war die lutherische – und die lutherische Bevölkerungsmehrheit sollte nicht gestört werden. Dass der anfangs kleinen reformierten Gemeinde überhaupt ein Kirchbau gestattet wurde, hing maßgeblich mit dem Schweizer Albrecht von Haller zusammen, der 1736 als Professor für Medizin, Anatomie und Botanik nach Göttingen kam. Er vertrat den Anspruch, sein reformiertes Bekenntnis auch öffentlich zu leben.

Das Äußere der Kirche erinnert an die französischen Hugenotten kirchen. Eine Besonderheit ist die Anordnung der Bänke, die an einen Hörsaal erinnert: Ansteigende Sitzreihen sind fast kreisförmig auf die Raummitte ausgerichtet. Das symbolisiert, wie eine Gemeinde aus reformierter Sicht sein soll: Die Menschen sind versammelt um eine gemeinsame Mitte .

Die reformierte Kirche in der Unteren Karspüle ist geöffnet dienstags bis donnerstags von 9 bis 16 und freitags von 9 bis 13 Uhr.

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