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Eine Mühle von echtem Schrot und Korn

Obermühle in Rosdorf Eine Mühle von echtem Schrot und Korn

Was kann man in und um Göttingen herum so alles unternehmen? Die Tageblatt-Redaktion stellt 333 Dinge vor, die man in der Region gemacht haben sollte. Heute: die alte Obermühle in Rosdorf besuchen.

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Mahlt schon sein Leben lang Mehl: Friedrich Wilhelm Constantinescu in der Obermühle in Rosdorf.

Quelle: Hinzmann

Feiner Staub liegt in der Luft. Der Dielenboden knarrt, die Maschinen rattern. Zahllose Säcke stehen prall gefüllt in einer Ecke. Ihr Inhalt: Mehl. In der Rosdorfer Obermühle wird es noch nach alter Tradition gemahlen – immerhin wurde die Mühle bereits 1308 erstmals erwähnt. Zwar dient die heutige Mühle, die im Jahr 1908 gebaut wurde, den Betreibern Max-Henning Lücke und Friedrich Wilhelm Constantinescu nur mehr als Nebenerwerb, doch sie läuft noch. Nicht rund um die Uhr wie vor 40 Jahren, als hier etwa 220 Tonnen Mehl im Monat produziert wurden, aber immerhin einige Stunden am Tag.

Haupteinnahmequelle ist mittlerweile das nebenan angesiedelte Naturkost- und Futtermittelfachgeschäft. „Einer der ersten Bioläden in der Region“, betont Steffen Lücke, Sohn des Teilhabers. Die meisten Zulieferer kämen direkt aus der Umgebung und sorgten für ein „sehr gut sortiertes Biokost-Sortiment“. An Futtermitteln für Pferde biete man zudem „alles an, was es auf dem Markt gibt“. Auch für Hunde, Hamster, Meerschweinchen und Vögel gebe es eine große Auswahl an Futter.

Obgleich die Obermühle nur noch im Hintergrund stehe, sei man stolz auf sie, sagt Steffen Lücke. „Sie ist etwas Besonderes. Es liegt uns eine ganze Menge daran, sie zu bewahren und im Familienbesitz zu halten.“ Zumal die Technik wie am ersten Tag funktioniere. „Die ist nicht kaputt zu kriegen.“ Mithilfe der Maschinen, die letztmalig 1950 modernisiert wurden, produziere Fachmann Constantinescu spezielle Schrote und Körnungen für die ein oder andere Bäckerei. Der Schwerpunkt liege auf der Bio-Vermahlung für das Backhaus in Klein Lengden. Aber auch jeder andere könne sich sein eigenes Mehl mahlen lassen.

Natürlich könnten sich Interessierte die Mühle auch jederzeit anschauen. „Das ist auch relativ kurzfristig möglich. Ein kurzer Anruf genügt“, sagte Steffen Lücke. Auch Schulklassen und Kindergartengruppen, die sich mit den Themen Getreide und Brot beschäftigten, seien regelmäßig zu Gast. Bei einer Besichtigung wird erklärt, wie aus Korn Mehl wird – von der Annahme und Reinigung über die Mahlvorgänge bis hin zum gefüllten Mehlsack.

Die Obermühle in Rosdorf, Obere Mühlenstraße 3, ist montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Am deutschen Mühlentag, immer am Pfingstmontag, ist Tag der offenen Tür. Terminvereinbarungen für Führungen unter Telefon 05 51 / 7 84 38.

afu

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