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333 Dinge Natermann-Turm in Hann. Münden: Von Waffenschmiede zum Aussichtsturm
Thema Specials 333 Dinge Natermann-Turm in Hann. Münden: Von Waffenschmiede zum Aussichtsturm
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22:04 14.11.2013
Inmitten des malerischen Fachwerks Hann. Mündens: der Natermann-Turm. Quelle: Hinzmann
Hann. Münden

35 Meter fällt das flüssige Blei, bildet dabei eine perfekte Kugel und erstarrt in einem Wasserbecken zu Bleischrot. Der Fährenpfortenturm, auch Natermann-Turm oder – nach seinem Arbeitszweck auch Hagelturm, wurde zum ersten Mal im Jahr 1410 erwähnt.

1848 kaufte der Fabrikant Carl Georg August Natermann, Inhaber der 1825 gegründeten Firma Haendler &. Natermann, den Turm. Er erhöhte ihn von 24,5 Meter auf 35,8 Meter, um darin Bleischrot im Turmgießverfahren herzustellen. Dabei wurde Blei in der Dachkammer geschmolzen und durch ein Sieb nach unten gegossen. Bis 1980 wurde dort auf diese Weise Bleischrot produziert.

1983 kaufte die Stadt Münden den Turm von der Firma Haendler & Natermann zurück, um die darin erhaltene Produktionsanlage zu sichern und ein Museum einzurichten. 1992 wurde der Turm von der Stadt (inzwischen) Hann. Münden saniert.

Seit Anfang des Jahres 1999 wurden die Räumlichkeiten in Zusammenarbeit mit der Stadt Hann.Münden, der Firma Haendler & Natermann und dem Arbeitergeschichtsverein hergerichtet.

Im Vorfeld des 175-jährigen Jubiläums der Firma Haendler & Natermann wurde der Turm mit seinen Nebenräumen am 20. Dezember 1999 als museale Einrichtung eröffnet. Seitdem gibt es neben einem herrlichen Rundblick vom Turm über die Altstadt von Hann.Münden viele Exponate zu sehen.

Außerdem können Besucher einen viertelstündiger Informationsfilm über den Produktionsverlauf der Schrotherstellung im Museum anschauen.

Von Lukas Breitenbach

Der Fährenpfortentum, Fuldabrückenstraße 24, ist von Mai bis Oktober sonnabends und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen müssen sich anmelden.

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