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333 Dinge Vom Luginsland zum Rätsel des Brockenleuchtens
Thema Specials 333 Dinge Vom Luginsland zum Rätsel des Brockenleuchtens
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18:27 05.08.2011
19 Meter hoch und mit Schieferplatten verkleidet: der 1883 erbaute Wieterturm. Quelle: Hinzmann

Der 19 Meter hohe Aussichtsturm steht auf der 326 Meter hohen Kuppe des Höhenzuges dritter Wieter etwa 200 Meter oberhalb des Marktplatzes. Von der überdachten Aussichtsplattform aus können Besucher bei klarem Wetter den Blick über Northeim und das Leinetal bis zum Solling und Harz schweifen lassen. Auch die Plesse, Moringen und das Ziegelwerk bei Bilshausen sind zu sehen.

Schon 1442 war auf dem Wieter ein Wartturm errichtet worden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor der schwer verwüstete Turm seine Bestimmung als Luginsland und verfiel. 1883, nach Gründung eines Turmbauvereines, wurde auf dem Fundament der Wieterturm erbaut. Und wie es sich für ein richtiges Ausflugsziel gehört, entstand nebenan eine Gaststätte, die Ausflügler bald vor allem im Sommer lockte.

Im September 2008, zum 125. Jubiläumsfest, befand sich der in die Jahre gekommene Wieterturm mitten in umfangreichen Renovierungsmaßnahmen. Für die Sanierung gab die Stadt Northeim rund 90 000 Euro aus. Davon waren bei einer großen Spendenaktion mit Tombola – dem leeren Stadtsäckel zum Trotz – gut 48 000 Euro zusammengekommen. Northeimer Bürger hatten sich rege an den Sanierungskosten des Wahrzeichens beteiligt. Erfolgreich verlief auch der sechs Jahre dauernde Widerstand von Bürgern gegen Pläne zum Bau eines Mobilfunkmastes.

Ausflügler sollten bei der Anfahrt über die Wieterallee (an der Schutzhütte rechts) unbedingt der asphaltierten Straße folgen, um sich nicht im Mittelwald zu verirren, raten die Eigentümer der Gaststätte zum Wieterturm, Claudia und Wolfgang Beihse. Die Gastronomin weiß auch um das rätselhafte „Brockenleuchten“. Von dem Naturschauspiel, das von Sonnenlicht-Reflektionen auf Fenstern des einstigen Brockenhotels herrührte und sich als physikalisch-astronomisches Phänomen zeigte, war bis in die 1940er Jahre in vielen Reiseführern und Publikationen zu lesen. Das Brockenleuchten sei immer noch zu erleben, wohl wenn sich Sonnenlicht an der Gaststätte auf dem Brocken breche, erzählt Claudia Beihse. Wann dieses Leuchten zu sehen sei, könne sie allerdings nicht sagen.

Der Schlüssel zum Wieterturm kann bei der Tourist-Information, Am Münster 6, Telefon 0 55 51 / 91 30 66, und der Wieterturm-Gaststätte, Telefon 0 55 51 / 98 83 01, ausgeliehen werden. Geöffnet hat das Gasthaus dienstags bis freitags jeweils von 14.30 bis 21 Uhr, an Wochenenden von 11.30 bis 21 Uhr, montags ist Ruhetag.

kah

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