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Alles über die Bombe 7. April 1945: Der letzte Luftangriff auf Göttingen
Thema Specials Alles über die Bombe 7. April 1945: Der letzte Luftangriff auf Göttingen
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12:25 03.06.2010
Jahre nach dem Luftangriff: die Reste der Alten Anatomie am Bahnhof. Quelle: EF

Es waren die Schwester, die Mutter und der Schwager von Ursula Obermann samt zwei Kindern, die bei dem Luftangriff kurz nach 18 Uhr ihr Leben ließen. Sie selbst habe nicht rechtzeitig vor den Bomben in die Alte Anatomie flüchten können, sagt Obermann, die heute in Adelebsen lebt. Das rettete ihr das Leben.

Ihr Vater war in der Anatomie als Hausmeister angestellt – bis in fünf Angriffswellen der B-26-Bomber die Bomben fielen. Von dem klassizistischen Gebäude mit der schönen dorischen Säulen-Vorhalle, das als eines der wenigen künstlerisch wertvollen Universitätsbauten Göttingens galt, blieb nur ein Teil des Südflügels stehen.

Auch der Bahnhof wurde bei diesem letzten Fliegerangriff auf Göttingen schwer beschädigt: Der Mitteltrakt erhielt Treffer, das Obergeschoß brannte aus, der Südflügel wurde vernichtet. Auch das Obergeschoss der Zoologie brannte aus. Weiter nach Norden wurde der Lokomotiv-Schuppen schwer getroffen. Im Betriebsamt wurden 8 Pferde getötet. An der Weender Landstraße beschädigten Bomben die Briefordner-Fabrik Mehle & Co. schwer, ebenso einige Privathäuser auf der östlichen Seite.

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Bereits zwei Jahre nach Kriegsende explodierte der erste Blindgänger auf dem Schützenplatz. Seitdem gab es in Göttingen immer wieder Bombenfunde oder Explosionen. Die meisten Vorfälle gab es auf dem Schützenplatz: Dort drangen die Bomben tief ins weiche Erdreich ein und hinterließen kaum Spuren.

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1,4 Millionen Tonnen wurden im Zweiten Weltkrieg über Nazi-Deutschland abgeworfen. Dies entspricht gut 2,9 Millionen der US-amerikanischen 1000-Pfund-Bomben, die jetzt in Göttingen gefunden wurden. Jede sechste bis siebte abgeworfene Bombe, so offizielle Schätzungen, explodierte nicht. 65 Jahre nach Kriegsende werden in Deutschland jährlich bis zu 5500 Bomben entschärft – naturgemäß vor allem in vom Luftkrieg schwer getroffenen Städten wie Hamburg, Hannover oder Osnabrück. Eigentlich eine Routinesache, aber: Unglücke gibt es immer wieder. In Niedersachsen wurden Menschen zuletzt Anfang der 80er Jahre von einem explodierenden Blindgänger getötet – bis zur Explosion am Dienstag, 1. Juni.

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