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Tiefe Trauer und Notfallseelsorge nach Bombenexplosion in Göttingen

Gedenkgottesdienst in St. Johannis Tiefe Trauer und Notfallseelsorge nach Bombenexplosion in Göttingen

Der Tod von drei Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes bei der Detonation der Bombe auf dem Schützenplatz hat in Göttingen für Bestürzung gesorgt. Pastor Wolfgang Petrak sprach in einer Stellungnahme von einer Nachricht, „die das Leben in unserer Stadt verändern wird“.

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Stille Trauer: Kolleginnen der Göttinger Polizei gestern Morgen an der Absperrung Godehardstraße. Der Kranz für die drei gestorbenen Beamten stammt von der Zentralen Polizeidirektion Hannover.

Quelle: Barke

Göttingen. Petrak erinnert auf der Homepage des Kirchenkreises an das Schicksal der Angehörigen und Freunde der Toten: „Alles ist ihnen genommen, alles ist zerrissen und zerfetzt.“ Es bleibe tiefes Mitgefühl mit den Trauernden.

Und ein tiefer Dank gegenüber denen, „die auch fünfundsechzig Jahre nach Kriegsende Tag für Tag bewusst bis an die Grenze der eigenen Existenz gegangen sind, um das Leben anderer zu sichern“.

Rund ein Dutzend evangelische und katholische Notfallseelsorger versuchten gestern Abend, rund um das gesperrte Areal den Einsatzkräften und Menschen zu helfen, die die Todesnachricht erschütterte und ratlos machte, die Bilder und Eindrücke nicht losließen. Der Einsatz der Notfallseelsorger wurde von Pastoralreferent Torsten Thiel koordiniert.

Verstärkung durch Kollegen

Das wichtigste in solch einer Situation sei, dass die Notfallseelsorger an verschiedenen Orten das Zeichen setzten, dass sie da und ansprechbar seien. Die Aufgabe der Seelsorger sei erst einmal, viel zuzuhören und die Situation mit auszuhalten.

„Zu erklären ist da ja erst mal nichts.“ Wichtig sei gewesen, dass die Göttinger Notfallseelsorger Verstärkung durch Kollegen aus dem Raum Northeim gehabt hätten. Thiel selbst war bis vier Uhr morgens im Einsatz.

Es habe sowohl Gespräche mit Einsatzkräften als auch mit Evakuierten gegeben so Thiel. Besonders bei älteren Menschen seien wieder Erinnerungen an den Krieg aufgebrochen. Sie hätten die gestorbenen Beamten als die letzten Toten dieses Krieges bezeichnet.

Gedenkgottesdienst in St. Johannis

Zwei Notfallseelsorger hielten sich gestern auch den Tag über für Gespräche mit Einsatzkräften bereit. Für Menschen, die über ihre Trauer reden wollten, wies Thiel auf die Telefonseelsorge hin.

In der Unglücksnacht war auch Superintendent Friedrich Selter am Rande des Sperrgebiets unterwegs, um sich ein Bild von der Arbeit der Notfallseelsorger zu verschaffen.

Um einen Raum für die Trauer der Helfer und der Menschen in der Stadt zu schaffen, solle es um 18 Uhr einen Gedenkgottesdienst in St. Johannis geben, so Selter. Wie groß das Mitgefühl mit den Opfern und deren Familien ist, zeigt das virtuelle Kondolenzbuch des Tageblatts. Dort gab es allein bis zum frühen Abend fast 300 Beileidsbekundungen.

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