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Zwei Töpfe und ein Docht: Kerzen aus Bienenwachs

Bastel-Adventskalender Zwei Töpfe und ein Docht: Kerzen aus Bienenwachs

In diesem Jahr öffnet das Tageblatt bis zum Heiligen Abend wieder täglich ein Türchen des Adventskalenders. Dahinter verbergen sich weihnachtliche Basteltipps zum Mitmachen und Nachbasteln. Heute zeigen der Gartenbaulehrer Marc Tavener und die achte Klasse der freien Waldorfschule Göttingen, wie Kerzen gezogen werden.

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Letzter Handgriff: Lila hängt ihre selbst gezogene Kerze zum Auskühlen auf.

Quelle: Pförtner

Es gibt runde, eckige, schmale, dicke, dünne, krumme oder gar herzförmige – allen gemein ist, dass es sich um Formen von Kerzen handelt. Schüler aus der Göttinger Waldorfschule haben sie hergestellt. Marc Tavener, der Gartenbaulehrer der Schule, bietet seit vielen Jahren Kerzenziehen für mehrere Klassenstufen an. Heute arbeitet die achte Klasse an ihren Kerzen.

Um noch Weihnachtsgeschenke für die Familie fertigzustellen, sind manche Schüler eifrig bei der Arbeit. Andere nutzen den Unterricht zeitweise als Übung für ihre Kommunikationsfähigkeit. „Das Kerzenziehen hat neben der meditativen Arbeitsweise auch einen ästhetischen Anspruch“, meint Tavener.

So wird bei ihm nur natürliches Bienenwachs genutzt. Wachs von abgebrannten Kerzen könne auch verwendet werden. Problematisch sei allerdings, dass industrielle Kerzen parfümiert seien oder andere Zusatzstoffe enthalten können. Außerdem muss bei abgebrannten Kerzen der Docht entfernt werden.

Neben dem Wachs werden zwei unterschiedlich große Töpfe, eine Dochtschnur und eventuell ein Sieb benötigt. Je dicker die Kerze werden, desto stärker muss der Docht sein. Bei einem zu dünnem Docht würde sich bei einer dickeren Kerze nur das Wachs in der Mitte verflüssigen und die Flamme ertränken. Der größere der Töpfe wird mit Wasser gefüllt, der zweite mit dem noch festen Wachs.

Das Wasser wird auf circa 70 Grad erwärmt und der mit Wachs befüllte Topf für das Wasserbad in den größeren gestellt. Tavener weiß: „Wachs darf nicht direkt erhitzt werden, weil es sich entzünden kann.“ „Das Sieb dient zum Auffangen von Verschmutzungen, falls älteres Wachs wieder flüssig gemacht werden soll“, erklärt ein Schüler.

Wenn das Wachs flüssig ist, wird der Docht, dessen Länge auch die Kerzengröße bestimmt, für kurze Zeit eingetaucht und zum trocknen wieder herausgezogen. Dabei muss die angehende Kerze senkrecht gehalten werden, bis das Wachs, welches den Docht umschließt, trocken ist. Anschließend kann der Vorgang wiederholt werden, bis die gewünschte Dicke der Kerze erreicht ist. Die Schüler sind schon fortgeschrittene Kerzenzieher.

Sie belassen es nicht bei einfachen Kerzen, sondern variieren. Manche rollen die noch formbare Kerze mit einer Flasche platt, um sie anschließend vertikal zu drehen. Andere schnitzen unter Aufsicht Formen in die zukünftige Lichtquelle oder umwickeln sie fest mit Schnüren, damit deren Muster auf der Kerze zurückbleibt.

Laut Tavener sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und es können sogar krumme Kerzen hergestellt werden. Bei manchen Formen sollte laut dem Lehrer aber aufgepasst werden: „Alles was über einen Winkel von 45 Grad hinausgeht, brennt nicht mehr.“ Am Ende bleibt nur noch eine Frage: Soll die mühsam gezogene Kerze wirklich abgebrannt werden?

Von Friedrich Schmidt

Haben Sie auch eine weihnachtliche Bastel-Idee? Dann schicken Sie uns Ihren Vorschlag per Post an das Göttinger Tageblatt, Redaktion, Dransfelder Straße 1, 37070 Göttingen, oder per E-Mail an redaktion@goettinger-tageblatt.de.
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