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Beton des Gaußturms platzt ab

Die Geschichte des Gaußturms, Folge 1 Beton des Gaußturms platzt ab

Der Gaußturm wird in den kommenden Monaten saniert. In einer Serie stellt das Tageblatt das touristische Wahrzeichen der Region und seine Geschichte vor. 

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Wird im Mai komplett eingerüstet: Gaußturm.

Quelle: Christina Hinzmann

Allein für den Bau des Gerüsts sind drei, vier Wochen Zeit veranschlagt. „Am heutigen Dienstag nach Pfingsten beginnt die Außensanierung des 51 Meter hohen Gaußturms“, kündigt der leitende Architekt Ralf Weitemeier an. Die Arbeiter brauchen starke Nerven. Das Bauwerk auf dem Hohen Hagen, der höchsten Erhebung Südniedersachsens, steht im Wind. Der lässt nicht nur das Gerüst wackeln, er bewegt auch leicht den Turm. 

Zunächst reinigt eine Firma die Fassade von Schmutz. Anschließend erfolgt die Sanierung des Betons. Haarrisse und Abplatzungen werden verfüllt. Der Beton über dem inneren Stahlgerüst des Turms ist im Schnitt drei Zentimeter stark, haben Voruntersuchungen ergeben. „Nach bisherigem Wissen liegt nirgends Stahl frei“, betont Weitemeier. Besonders geachtet werden muss auf die Stahlbänder, die wie Ringe um die senkrecht stehenden Stahlträger liegen, betont der Dransfelder Statiker Michael Arziuch. Er ist an der Sanierung nicht beteiligt, beschäftigt sich aber seit Jahren mit dem Bauwerk. Würden die Bänder durchrosten, bräche der Turm auseinander.

Wind bläht Plane auf

Damit der neu aufgebrachte Beton nicht zu schnell trocknet, wird er jeweils auf einer Höhe von zwei Metern mit Planen geschützt. Eine größere Fläche lässt sich nicht abdecken, weil sich die Planen wie Segel im Wind aufblähen. Sie könnten das Gerüst vom Turm reißen. Die Verfüllung des großen Risses, der kurz nach dem Bau entstand und sich über den ganzen Turm zieht, ist noch in Ordnung. Das schließt Weitemeier aus mehreren Proben. 

Am Ende streichen Maler den Turm neu an. Den wird auch in Zukunft kein Bild schmücken, das den Göttinger Mathematiker Carl Friedrich Gauß und seine berühmten Landvermessungen auf dem Hohen Hagen zeigt. Diese Anregung von Tourismus-Experten greift Dransfeld nicht auf, stellt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Aue klar. 

 

Die obere Plattform erhält ein neues Geländer aus Aluminium und Edelstahl. Es wird angeleuchtet. Eventuell strahlen Lampen den ganzen Turm an. Über ein entsprechendes Konzept wird noch beraten. Alle Arbeiten sollen bis zu den ersten Nachtfrösten im Oktober beendet sein.  

Die Kosten belaufen sich auf 450000 Euro brutto. „Der Turm spielt das Geld wieder ein“, betont Aue. Die Stadt erziele durch die Antennenanlagen und die Café-Verpachtung jährlich Einnahmen in fünfstelliger Höhe.  Das Dach des Gaußturmcafés in der unteren Plattform wurde 1993 saniert. 2004 reparierte die Stadt den Fahrstuhl, der seither auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden kann, und erneuerte Fenster und Fassade der Gangway mit Leader-plus-Mitteln. 2006 wurden die Räume des Cafés für 33000 Euro saniert.

                                                                                                                         Von Michael Caspar

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