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Endstation Buslinie Rundweg auf einem alten Bahndamm
Thema Specials Endstation Buslinie Rundweg auf einem alten Bahndamm
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19:36 03.11.2011
Altmodischer runder Tunnel: gebaut für eine Eisenbahn, heute erfreut er das Auge der Wanderer. Quelle: Stein

Vor uns liegt ein echter Rundweg. Noch dazu auf einer alten Bahnstrecke. Eine echte Rarität also. Doch erst einmal heißt es einsteigen am Markt in die Linie 5 mit Richtung Groß Ellershausen. Knutbühren und Hetjershausen werden seltener angefahren, wären aber sicher auch noch die ein oder andere Wanderung wert.

Wir fahren durch Grone, vorbei an der Haltestelle Kaufpark und steigen dann oberhalb des Göttinger Tageblattes (Haltestelle Dransfelder Straße) aus. Nur weniger Meter den Berg hinauf steht das Ortsschild von Groß Ellershausen und gleich neben der Fußgängerampel geht es rechts ab. Ein Schild weist den Weg: nach Hann. Münden und auf die 14 Kilometer nach Dransfeld. So weit wollen wir zwar nicht, aber die Richtung stimmt.

Ein breiter, leicht steiniger und gut begehbarer Weg ohne jede Steigung liegt vor uns: die alte Bahnstrecke Göttingen–Münden führte einmal hier entlang. 1856 wurde der Bahndamm aufgeschüttet und um die Steigungen behutsam zu überwinden, legte man eine weite Kurve um Groß Ellershausen herum. Kurz vor Settmarshausen biegt die Trasse dann nach rechts in Richtung Dransfeld. Der Stadtplan zeigt diesen Weg als breiten Grünstreifen an.

Wir laufen nun geradewegs unter einer schon sehr herbstlichen Baumallee hindurch. In Höhe der zweiten Parkbank lohnt sich ein Blick nach links und rechts den Damm hinunter. Unten nämlich erkennt man deutlich an den Baumreihen den sogenannten Elstalgraben, der in Höhe des Kaufparks in ein Rückhaltebecken mündet und dort vom Rehbach aufgenommen wird. Links von uns erkennen wir das Schulgelände der Mittelbergschule, dazu den Sportplatz von Groß Ellershausen. Rechts von uns erkennen wir einen kleinen Fußballplatz und vor uns die bereits vierte Parkbank. Gelegenheiten zum Ausruhen gibt es also reichlich: Bis zum Ende unserer Rundwanderung werde ich acht solcher Sitzmöglichkeiten gezählt haben.

Die Bahnstrecke, die vor 31 Jahren stillgelegt wurde, führt uns unmerklich in eine Linkskurve und durch einen Tunnel hindurch. Wir laufen jetzt in einem Hohlweg, links und rechts kleine Wälle. Eine Treppe führt nach rechts oben – ins Nirgendwo, wie ich nach dem Aufstieg feststelle. Nach etwa 20 Minuten unterqueren wir eine Brücke, oben führt die Straße von Groß Ellershausen nach Hetjershausen. Und wir fühlen uns ein wenig irritiert: der Bahndammweg zeigt geradeaus, das Schild weist dort Richtung Ossenfeld. Links geht es nach Groß Ellershausen. Wir gehen dennoch geradeaus weiter, haben jetzt freie Sicht auf die Felder links und rechts von uns.

Nach einer guten dreiviertel Stunde steht rechts im Gebüsch, sehr verdeckt, ein kleines Holzschild, das nach links zum Hotel Freizeit In weist. Nach unten führt in einer Spitzkehre ein Weg von der alten Bahntrasse in Richtung der Häuser. Wir gehen darauf zu und stellen fest: Wir sind im Wiesentalsweg mitten in Groß Ellershausen und somit nur noch wenige Minuten von unserem Ausgangspunkt entfernt. Links ein Sportgeschäft mit dem schönen Merksatz: „Sorge dafür, dass deine Füße die Attraktion auf dem Feld sind“ – ich dachte immer, das wäre der Ball…

Links hinein in die Straße am Alten Krug und schon stehen wir wieder an der B 3, der Dransfelder Straße. Für einen gastronomischen Zwischenstopp gäbe es hier nun gleich vier Varianten: Der Italiener gegenüber der Straße, rechts von uns das Hotel-Gasthaus Lindenhof, ein Grieche in der St.-Martini-Straße oder wenige Meter die Dransfelder Straße hinunter der Wintergarten des Hotels Freizeit In.

Wir hingegen steigen an der Haltestelle zwischen Hotel und Tageblatt in die Linie 5 – und sind nach insgesamt gut zwei Stunden wieder in der Innenstadt angelangt. Und damit auch am Ende dieser kleinen Ausflugstipp-Serie. Wobei es sicher noch zahlreiche weitere Wandervorschläge gäbe – ob im Göttinger Stadtwald, rund um Knutbühren oder Holtensen beispielsweise. Aber dazu ist ja vielleicht im kommenden Jahr wieder Zeit.

Teil 13 - Endstation Buslinie 5 (2,6 MB)
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