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Grüne sorgen sich um Unterkunft von Geflüchteten in Friedland

Marie Kollenrott: "Wohlstandsressourcen unserer Gesellschaft besser mobilisieren" Grüne sorgen sich um Unterkunft von Geflüchteten in Friedland

Der Göttinger Kreisvorstand der Grünen hält zusätzliches Personal und Räume für Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland für dringend erforderlich. Er sieht Nachbesserungsbedarf bei der Unterbringung der Geflüchteten.

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Flüchtlinge in Friedland.

Quelle: dpa

Friedland/Göttingen. „Das Lager ist gut organisiert und die Stimmung erfreulich gut. Aber es fehlt in fast allen Aufgabenbereichen an Personal, und es müssen dringend zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten an anderer Stelle geschaffen werden“, erklärte Marie Kollenrott, Sprecherin des Göttinger Kreisvorstands, nach einem Besuch der Friedländer Einrichtung. Das Lager in Friedland sei inzwischen mehrfach überbelegt und die Erweiterungsmöglichkeiten erschöpft, erläuterte Kollenrott. Die Aufenthaltsdauer betrage in der Regel etwa drei Monate. „Sorgen macht uns vor allem die Notunterbringung in Zelten und die knappen Ressourcen der medizinischen Versorgung. Für dieses Provisorium müssen bis zum Winter dringend andere Lösungen gefunden werden“, ergänzte Vorstandsmitglied Karin Wette Kollenrotts Ausführungen.

Verbesserungspotenzial sehen die Grünen auch an anderer Stelle: „Freies Internet, vergünstigte Mobilität, Unterricht für Kinder, all das ließe sich einfacher realisieren, wenn es gelingt, die Wohlstandsressourcen unserer Gesellschaft besser zu mobilisieren.“ Als Beispiel nannte Kollenrott die Einrichtung eines kostenlosen WLAN-Netzes durch eine private Freifunkinitiative oder die Universität Göttingen. Auch die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs zwischen Friedland und Göttingen wäre eine Hilfe. „Die meisten Flüchtlinge kommen fast ohne Habseligkeiten, erhalten in den ersten Monaten wenig Taschengeld und können nichts dafür, dass man sie außerhalb der nächst größeren Stadt unterbringt. Deshalb halte ich es für vertretbar, ihnen die Kosten der Bus- und Bahnfahrt für die Zeit ihrer Unterbringung in Friedland zu erlassen", sagte Kollenrott. Suse Stobbe vom Stadtvorstand der Grünen weist außerdem darauf hin, dass auch weiterhin ehrenamtliches Engagement in Friedland gebraucht werde.

"Auf Dauer werden wir unseren Anspruch nicht halten können."

Göttingen.  Nach Auskunft von Landrat Bernhard Reuter (SPD) versorgt der Landkreis Göttingen derzeit etwa 5000 Flüchtlinge im Rahmen der Erstaufnahme, in Friedland seien es aktuell 4000 Flüchtlinge. Reuter lobte die Hilfsbereitschaft unter den Bürgern: "Das bürgerschaftliche Engagement klappt im Moment hervorragend", sagte er. Allerdings dürfe das Ehrenamt nicht überstrapaziert werden. So seien die Mitarbeiter in Friedland zum Teil schon seit acht Wochen im Einsatz.

Bei einem Treffen am 14. Oktober in Bovenden wolle er mit den Samtgemeindebürgermeistern, Bürgermeistern und Ortsbürgermeistern bei einem Treffen Fragen beantworten, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen stünden, kündigte Reuter an. Zudem sei eine Hotline beim Landkreis eingerichtet worden, bei der es unter der Nummer 05 51/5 25 91 55 Hinweise zur ehrenamtlichen Unterstützung gebe. Zusätzlich sei eine "Task Force" gebildet, die immer montags um 8 Uhr tage. Angesiedelt sei diese beim Amt 32, das unter anderem für den Bevölkerungsschutz zuständig ist.

Der aktuelle Zuwendungsbescheid für das laufende Jahr geht von 170 Flüchtlingen für den Landkreis Göttingen aus. 140 davon seien bereits verteilt. "Die restlichen werden wir bis Jahresende abgearbeitet haben", erklärte Reuter. Die bisherigen Voraussetzungen des Landkreises bei der Unterbringung von Flüchtlingen sind:  Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und andere Infrastruktur, etwa Möglichkeiten zum Einkaufen, sollten gegeben sein. Reuter räumte allerdings ein:  "Auf Dauer werden wir unseren Anspruch nicht halten können."  be

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