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Glosse: Besuch der alten Matte

Glosse: Besuch der alten Matte

Bei einer Pressekonferenz mit internationalen Medienvertretern hat der Kommattant der städtischen Mattenbeseitigungsflotte gestern noch einmal die amtliche Fußmattenpolitik der Verwaltung erläutert.

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Tageblatt-Redakteur Jörn Barke.

Quelle: Archivbild

„Es geht uns nicht darum, die Händler zu bemattern“, sagte der Kommattant im Range eines Fremattenkapitäns. „Aber Göttingen ist ja nicht eine Wildnis wie das Matterhorn. Wir wollen ein gepflegtes Erscheinungsbild für unsere Innenstadt. Da kann nicht jeder Amatteur einfach einen Teppich vor seinem Laden ausbreiten. Das würde auch kein gutes Licht auf unsere Alma Matter werfen.“

Ich hörte nur mit einem Ohr zu. Ich überlegte, was schlimmer wäre: ein bunter Mattenteppich in der Göttinger Innenstadt oder Lothar Matthäus als HSV-Trainer. Da setzte sich eine rothaarige Mattrone rechts neben mich. Täuschte ich mich oder trank sie wirklich einen Matte macchiato?

Ich musste an das Theaterstück „Der Besuch der alten Matte“ von Friedrich Dürrenmatt denken. In dem Stück geht es darum, wie eine alte Matte, die mittlerweile durch Film- und Fernsehauftritte zu Ruhm gelangt ist, in die Kleinstadt zurückkehrt, aus der sie einst schmättlich vertrieben wurde.

In der Stadt nimmt sie Rache für das einst erlittene Unrecht. Dann reist sie wieder in die Gemeinde Zermatt ab.

„Träumen Sie nicht rum. Passen Sie gefälligst auf, Sie Leichtmattrose!“, herrschte mich plötzlich der Kommattant an. „Die Verwaltung entwickelt hier eine Matten-Mattrix und Sie schreiben nicht mal mit.“

Ich kritzelte matzfatz ein paar Mattuskeln in meine Kladde. Während mein Nachbar links sich offenbar schon einen Mattini genehmigte, grübelte ich noch, wie die Stadt in dem Dürrenmatt-Stück hieß. Da fiel es mir wie Scheumatten von den Augen: Güllingen.

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