Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
SPD Göttingen verlangt: „Fußmatte muss bleiben!“

Politikum SPD Göttingen verlangt: „Fußmatte muss bleiben!“

Die Fußmatte, deren Auslegen die Stadtverwaltung Göttingen einem Geschäftsinhaber verboten hat, wird zum Politikum: Die SPD-Fraktion überschreibt ihre Pressemitteilung vom Dienstag mit den Worten: „Die Fußmatte muss bleiben!“

Voriger Artikel
Kommentar: Durchgreifen! Endlich!
Nächster Artikel
Illegale Matten: Auch andere Göttinger Geschäftsinhaber betroffen

Trotz Anordnung nicht entfernt: die Fußmatte von Bernd Boland.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Vor einigen Tagen hatte die Stadt den Inhaber des Geschäfts Foto-Team in der Langen Geismarstraße aufgefordert, den Fußabstreifer „umgehend zu entfernen“.

Begründung: die Matte sei nicht genehmigt, behindere die Straßenreinigung und sei eine Stolperfalle. Stattdessen wandte sich Foto-Team-Inhaber Bernd Boland ans Tageblatt.

Die SPD-Ratsfraktion zeigt sich nach Lektüre des Tageblatt-Berichts „entsetzt über soviel Bürokratie“ und stellt die Frage: „Was ist mit dieser Verwaltung los?“ Die Fraktion fordert nun eine Stellungnahme der Verwaltung in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag, 6. Februar.

Vorgehen der Verwaltung eine Zumutung

Dort soll die Stadt „umgehend darlegen, inwiefern die Fußmatte die Reinigung der Straße massiv beeinträchtigt“ habe, „aber die beiden genehmigten Außenregale nicht“, und ob es Unfälle gegeben habe. Abschließend fordert die Fraktion die Verwaltung auf, „sofort darauf hinzuwirken, dass die Fußmatte bleiben kann und den ergangenen Bescheid zurückzunehmen“. Insgesamt hält Sylvia Binkenstein, baupolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, das Vorgehen der Verwaltung „für eine Zumutung“.

Unterdessen hat die Stadtverwaltung zum Teil eingelenkt. Im Zuge einer „Übergangslösung mit Rücksicht auf die Winterverhältnisse“ dürften Fußmatten „im öffentlichen Verkehrsraum“ bis Ende März liegen bleiben, erklärt Stadt-Sprecher Detlef Johannson. „Aus gestalterischen Gründen“ müssten sie jedoch werbefrei sein. Dies gelte auch für die „Kodak“-Matte des Foto-Team-Geschäfts – unbeschadet der Tatsache, dass die Firma vor zwei Jahren vom Fotoartikelmarkt verschwand.

Auch weil der Blindenverein die Stadt auf die Gefahren durch Fußmatten aufmerksam gemacht habe, werde die Stadt die Kontrollen ab 1. April wieder aufnehmen. Das Erscheinungsbild der Innenstadt dürfe nicht durch einen „Flickenteppich“ von Fußmatten verhunzt werden.

Der strittige Fußabstreifer wurde zudem überregional bekannt: Nach dem Tageblatt-Bericht meldeten sich Fernseh- und Radiosender im Foto-Team-Laden, um über die Verwaltungsgroteske zu berichten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gemeingefährlich
„Massive Beeinträchtigung“: Foto-Team“-Inhaber Bernd Boland soll seine Fußmatte „umgehend“ entfernen.

Die „Sondernutzung“ ist ein paar Millimeter hoch, ein knapper Quadratmeter Fläche, etwas schmuddelig und wird täglich mit Füßen getreten. Außerdem ist sie rechtswidrig und gemeingefährlich. Damit möchte die Stadtverwaltung jetzt Schluss machen.

mehr
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017