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Am 8. August 1912 kreist der Zeppelin Hansa über der Stadt

Überall Jubel Am 8. August 1912 kreist der Zeppelin Hansa über der Stadt

Zeitreise in die Anfänge der Luftschifffahrt: Lange hatten sich die Stadtväter darum bemüht, dass ein Zeppelin die Stadt Göttingen überfliegt. Im Jahr 1912 wurde die Begegnung mit einem Luftschiff von der Bevölkerung begeistert gefeiert.

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1912: Luftschiff Hansa stattet der Stadt Göttingen einen Besuch ab.

Quelle: Städtisches Museum

Göttingen. Mitte des 19. Jahrhunderts  baute der Franzose Henri Giffard das erste flugfähige Luftschiff. Bis der deutsche Pionier Ferdinand Graf von Zeppelin am 2. Juli 1900 mit seinem LZ 1 zu seiner Jungfernfahrt aufbrach, vergingen rund 50 Jahre. Als acht Jahre später eines der fliegenden Gefährte abstürzte, wurde im Kaiserreich die „Zeppelinspende des Deutschen Volkes“ ins Leben gerufen, um dem Luftschiffbauer zu helfen.

Göttingen machte laut Stadtchronik mit: Am 11. August 1908 bewilligten die Kollegien 1000 Mark „für die Zeppelin-Spende“. Im Juli 1912 gaben die Ratsherren erneut Geld für die Luftfahrt aus und bezahlten 250 Mark, damit das Luftschiff Hansa der Deutschen Luftschiff-Aktien-Gesellschaft (DELAG) Schleifenfahrten über Göttingen fuhr. Denselben Betrag steuerte der Niedersächsische Verein für Luftfahrt bei.

Schon im Juni und Juli fuhren unangekündigt Luftschiffe über die Region hinweg: das militärisch genutzte Z III und die Victoria Luise. Am 3. August  aber bekam die Stadt angemeldeten Besuch. „Na, endlich“, titelte das Göttinger Tageblatt am 4. August, „Göttingen in froher Erwartung – Die Dächer besetzt – Ueberall Jubel!“

Lange hatten sich die Stadtväter darum bemüht, dass ein Zeppelin die Stadt Göttingen überflog. Im Jahr 1912 wurde die Begegnung mit einem Luftschiff von der Bevölkerung begeistert gefeiert.

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Die Hansa sollte die Stadt in den frühen Morgenstunden passieren. „Von vier Uhr an hielt es nur wenige in den Federn und in Scharen strömte man hinaus auf die umliegenden Höhen (…) Auf Hainbund und Rohns war um 6 Uhr in den Veranden kaum noch ein Stuhl zu haben. Auf dem Johanniskirchturm standen die Menschen so dicht gedrängt, daß man sich kaum rühren konnte. Alle flachen Dächer waren besetzt, selbst steile Ziegel- und Schieferdächer wurden erstiegen, lebende Dachreiter saßen überall auf.“

Um 7.15 Uhr verkündeten Glockenschläge von St. Johannis, dass die Hansa Bebra passiert hat. Um 7.50 Uhr die erste Sichtung, „auf dem Johanniskirchturm werden Fahnen entrollt  und sämtliche Glocken geläutet“. Mit Kanonenschüssen wird das Luftschiff begrüßt. „Stolz zieht die „Hansa“ (…) ihre Bahn.

Die Propeller surren, aber das Summen und Brummen der Motore war lange nicht so deutlich vernehmbar als bei den früher hier gesehenen Luftschiffen, anscheinend eine Folge der Verbesserung der Maybach-Motore“, schlussfolgerte der Tageblatt- Redakteur. Das Luftschiff kreiste über der Stadt und verschwand dann in Richtung Esebeck.

Die Zeitreise ( goettinger-zeitreise.de) ist ein Geschichtsprojekt des Tageblattes und der Stadt Göttingen. Gesucht werden Fotos und Filme vor allem aus den 80er-Jahren. Kontakt: unter Telefon 05 51 / 90 17 66 oder per E-Mail unter redaktion@goettinger-tageblatt.de.
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