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Ein Leben in laufenden Bildern festgehalten

Wolfgang Böcker Ein Leben in laufenden Bildern festgehalten

An seinen ersten selbstgedrehten Film in Göttingen erinnert sich Wolfgang Böcker noch heute. Das war im Jahr 1959, und die Kamera hatte sich der Großhandelslehrling gerade erst gekauft: „Die wurde per Hand aufgedreht, ein Teleobjektiv gab es noch nicht“. Bei Sonnenschein filmte er auf dem Wall, Szenen eines Verbindungstreffens zu Pfingsten vor dem Rathaus und einen Schützenumzug. Göttingen kurz vor Beginn der 1960er Jahre – wertvolles Material für die Zeitreise des Tageblattes und der Stadt Göttingen.

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Zweitwichtigstes Arbeitsgerät nach der Kamera: Wolfgang und Jutta Böcker am Computer.

Quelle: Heller

Denn genau die Zeit, in der Böcker begann, seine Familie und seine Umgebung zu filmen, soll in der laufenden Etappe der Göttinger Zeitreise durchleuchtet werden. Der heute in Bovenden lebende Filmfreund war familiär vorbelastet. Schon sein Vater hatte das Leben der Böckerschen Familie mit der Kamera festgehalten, bis 1939 im westfälischen Münster und danach in Göttingen. Doch aus dieser Zeit gibt es nur wenige Aufnahmen aus dem familiären und städtischen Umfeld. Böcker freute sich beim Sichten des Materials für die Zeitreise unter anderem über den Streifen „Unser Wolfgang“, der Szenen aus seiner Kindheit zeigt.

Während des Zweiten Weltkrieges entstanden keine Filme. Zudem kam dem Vater irgendwann die Kamera abhanden, „als er 1948 aus der russischen Kriegsgefangenschaft kam, war sie weg“, erzählt sein heute 71 Jahre alter Sohn. Wolfgang Böcker erinnert sich gut an bestimmte Ereignisse aus den 60er Jahren: die Einweihung der Stadthalle etwa und den Streit um das als anstößig geltende Relief, „das hat Wellen geschlagen“.

Sein Hobby nutzte Wolfgang Böcker vor allem, um sich mit Ehefrau Jutta an die vielen Reisen zu erinnern, die das Paar seit dem Kennenlernen unternommen hat. „1963 in Spanien haben wir uns verlobt“, erzählt Jutta Böcker vom Beginn der Lebensgemeinschaft. Schon mit Mitte 20 besuchten sie ferne Regionen. 1966 etwa war da die Schiffsreise zu drei Kontinenten und elf Ländern. Ihre schönsten Reisen führten sie von Neuseeland nach Hawaii und im Jahr 2000 zu den Olympischen Spielen – die Kamera war wie immer dabei.

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