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Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Eichenberg und Hannover

Vor 50 Jahren Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Eichenberg und Hannover

Schwarz, rußig, ölig und laut war der Bahnbetrieb in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. In den 1960er Jahren läutete die Deutsche Bundesbahn auch in Norddeutschland die Wende ein: Heute vor 50 Jahren, am 24. Mai 1965, wurde der elektrische Bahnbetrieb auf der Strecke Eichenberg – Göttingen – Hannover feierlich eröffnet.

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Adieu Dampflok: Die Zeiten von Ruß und Lärm neigen sich in den 1960ern dem Ende zu.

Quelle: Llewelyn

Göttingen. Schon zu Dampfzeiten war die Nord-Süd-Strecke von Hamburg über Hannover und Göttingen eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen der Bundesrepublik.

Während in Süd- und Südwestdeutschland viele Hauptstrecken bereits elektrifiziert waren, wurden Schnellzüge im Norden immer noch von den mächtigen Dampfloks der Baureihen 01 und 03 gezogen.

Nun aber rückten die Bauarbeiter an, um Masten und 110 000-Volt-Fahrdrähte zu installieren. Die Umstellung war eine logistische Meisterleistung: Sie wurde auf der stark belasteten Strecke bei laufendem Betrieb vollzogen.

Kräftiger Vorstoß

Am 24. Mai 1963 schließlich rollte der erste von einer Elektrolokomotive gezogene Reisezug in den Göttinger Bahnhof – ein Sonderzug mit Bundesverkehrsminister Seebohm und Bundesbahn-Präsident Heinz Maria Oefterding.

Zuglok war eine mit Blumen und Fahnen geschmückte E-Lok der Baureihe 10. Die Umstellung stelle „den ersten kräftigen Vorstoß des elektrischen Zugbetriebs in den norddeutschen Raum dar“, schrieb die Bundesbahn in ihrem Begleitheft zur Streckenfreigabe. Mit dem Fahrplanwechsel zwei Tage später am 26. Mai wurde die elektrische Traktion offiziell zum Regelbetrieb.

Vor genau 50 Jahren wurde die Bahnstrecke zwischen Eichenberg und Hannover elektrifiziert.

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Vor allem in Richtung Süden brachte die Elektrifizierung den Fahrgästen Vorteile: Im Gegensatz zu den Dampfloks, denen bei Höchstbelastung auch mal die Puste ausging, konnten die zugstarken Elektroloks die Steigungen der Höhenzüge problemlos bewältigen.

Die Baureihe 10 brachte 5000 PS auf die Schiene, im Kurzzeitbetrieb sogar mehr als 8000 PS. Ihre Vorgänger, die Dampfloks der Baureihen 01 und 03 schafften nicht mehr als 2500 PS.

Längst nicht ausgedient

Allerdings: Nach der Elektrifizierung hatten die rußigen Riesen auch in der Region noch längst nicht ausgedient. Güterzüge wurden teils immer noch mit Dampfloks bespannt, auch wenn ihre Anzahl zügig zurückging.

Auf den Nebenstrecken waren die Loks immer noch unverzichtbar, auch wenn sie dort Konkurrenz durch Diesellokomotiven bekamen. Zwischen Göttingen und Bodenfelde quälten sich nun manchmal die Rennpferde der Baureihe 01 durch die engen Kurven.

Die Elektrifizierung der Hauptstrecke hatte außerdem Auswirkungen auf den Göttinger Arbeitsmarkt: Dem Ausbessungswerk in der Lokhalle gingen die Lokomotiven aus.

Die Zeitreise...

...ist ein Geschichtsprojekt des Tageblattes und der Stadt Göttingen. Derzeit werden Filmaufnahmen und Fotografien vor allem aus den 1980er-Jahren gesucht, aber aus anderen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

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