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Göttinger Zeitreise Modellbörse in der Weender Festhalle: Sonderausstellung zum Thema Fliegen
Thema Specials Göttinger Zeitreise Modellbörse in der Weender Festhalle: Sonderausstellung zum Thema Fliegen
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00:19 08.04.2013
Damals fast unerschwinglich: Schuco-Modell der viermotorigen Vickers Viscount in den Farben der Lufthansa. Quelle: EF
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Weende

Vor 60 oder 50 Jahren war es noch kaum vorstellbar, mindestens einmal im Jahr für wenig Geld ins Flugzeug zu steigen  und erst in der warmen Sonne im Süden wieder auszusteigen. Dementsprechend waren Fliegen und Flugzeuge ein ganz besonderer Kinderwunsch – auf den die Spielzeughersteller gern eingingen.

Kinder, meist die Jungs, waren der Faszination des Fliegens fast immer erlegen. Was irgendwie fliegen konnte – ob selbstgefaltete Papierschwalbe oder ein Bausatz aus federleichtem Balsaholz aus dem Fachgeschäft – begeisterte die Jüngeren. Irgendwann interessierte man sich für die Vorbilder.

Plastik-Modellbausätze von der „Tante Ju“ bis zum Düsenjet in verschiedenen Maßstäben wurden schnell populär. Möglichst vorbildgetreu – bei Kriegsflugzeugen auch aufwändig in Tarnfarbe lackiert – sollten sie sein.

Einige Hersteller – beispielsweise die Firma Siku – brachten Fertigmodelle von Zivil- und Militärmaschinen auf den Markt. Selbst die Plastikstiele aus Rundlutschern in Form eines Fliegers wurden zum Verkaufsrenner und nach dem Ablutschen der klebrig-süßen Umhüllung in die Sammlung überführt. 

Modellbörse in der Weender Festhalle: Mit Sonderausstellung zum Thema Fliegen in vergangenen Zeiten.

Wurden die Kinder älter,  gerieten die Modelle meist in Vergessenheit und landeten auf dem Dachboden oder im Keller. Beim nächsten Umzug drohte dann schnell die Mülltonne.

Jetzt sind die Reste von damals unter Sammlern wieder heiß begehrt. Gesucht sind vor allem die ungebauten Bausätze noch im Originalkarton, aber auch die Fertigmodelle. Gerade für die Siku-Flieger gibt es heute viele Liebhaber.

Das Problem: Die ziemlich originalgetreuen Modelle waren für Kinderhände dann doch etwas zu filigran – besondern die dünnen Fahrwerke brachen schnell ab. Entsprechend begehrt sind daher heute unbeschädigte Exemplare ohne Klebestellen.

Aber auch die Firmen Wiking oder Schuco mit seinem damals jedoch fast unerschwinglichem „Radiant“-Modell, die den kindlichen Traum vom Fliegen bedienten, bringen heute die Augen von Männern im gestandenen Alter zum Leuchten.  Solche Modelle bilden den Schwerpunkt der Ausstellung während der Börse am Sonntag.

Die diesjährige Modellbörse mit seinem Flugthema markiert überdies eine kleine Revolution auf dem Markt für Urlaubsreisen: 1963, vor genau 50 Jahren also, bot ein Versandhaus einen Zusatzkatalog für Flug-Pauschalreisen an. Die waren damals zwar noch ziemlich teuer, läuteten aber eine Entwicklung ein, an derem Ende diese Art des Urlaubs fast so normal ist, wie mit dem Bus oder Zug zu fahren.

Die Modellbörse findet statt am Sonntag, 8. April, in der neuen Weender Festhalle. Geöffnet ist sie von 10 bis 16 Uhr.

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