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Rheinlandflüchtlinge starten Narrentreiben

Rheinlandflüchtlinge starten Narrentreiben

Göttingen. Im Rheinland ist die närrische Zeit auf ihrem Höhepunkt angelangt. In Göttingen allerdings wird der Karneval – ungeachtet des Rosenmontags, an dem die örtlichen Karnevalsvereine traditionsgemäß Stadtverwaltung und Kreishaus besetzen – eher befremdet zur Kenntnis genommen. Das war nicht immer so: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Faschingsfeiern auch in Göttingen sehr gut besucht.

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Mit viel Beinschwung: Gardetanz in den 1960er Jahren.

Quelle: EF

Edle Kostüme: Fasching auf den Rohnsterrassen.

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Schon vor 5000 Jahren wurden in Mesopotamien Feste zur Begrüßung des jungen Jahres gefeiert, bei denen gesellschaftliche Schranken zwischen Herr- und Dienerschaft aufgehoben wurden. Viele Kulturen übernahmen den Brauch. Mit der zunehmenden Christianisierung in Europa wurde das närrische Treiben vorerst beendet, bis es im Spätmittelalter wiederkehrte – als ausgelassene Insel zwischen den vorweihnachtlichen und vorösterlichen Fastenzeiten.

Einen Boom erlebte die fünfte Jahreszeit im Deutschland des 20. Jahrhundert. Das Rheinland gilt heute als eine der Karnevalshochburgen – und rheinische Narren, im Krieg durch feindliches Bombardement heimatlos geworden, sollen ihre Gebräuche nach dem Zweiten Weltkrieg auch nach Göttingen getragen haben. Das waren gewissermaßen die Gründerväter der Karnevalsvereine Rheintreue und Szültenbürger, die sich zunächst zu einem einzigen Verein zusammenschlossen, bevor nach internen Querelen zwei daraus wurden.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg strömten hunderte von Gästen zu den Faschingspartys der beiden Vereine. Die Szültenbürger feierten im Haus Atlantic am Ritterplan, am Rohns und in der Gaststätte Drei Kronen in Geismar. Feierdomizil der Rheintreue war vor allem der Deutsche Garten an der Reinhäuser Landstraße: 500 bis 800 Gäste konnten die Gastgeber dort begrüßen.

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Rheintreue Rot-Weiß Göttingen

Narhalla-Marsch, Raketen, Playbackshow und Gardetanz – die Rheintreue hat Karneval gefeiert. Beim „Ball verkehrt“ im Elliehäuser Gasthaus Berge übernahmen die Frauen am Wochenende das närrische Kommando.

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Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017