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Göttinger Zeitreise Silvester-Zeitreise durch ein Jahrzent
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00:16 02.01.2013
In der Silvesterausgabe von 1970 noch ein Traum des Oberstadtdirektor: der Bau des Rathauses. Quelle: Raulf-Archiv
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1970 erträumt sich in der Ausgabe vom 31. Dezember Göttingens Oberstadtdirektor Kurt Busch zur Jahreswende „gesunde Finanzen und ein neues Rathaus. Im Kino laufen filmische Kostbarkeiten wie „Ein Stoßgebet für drei Kanonen“ oder „Die Weibchen“ mit Uschi Glas.

1971 meldet das Tageblatt für die Region Göttingen heftige Schneefälle. Das führt zu Problemen im Straßenverkehr. Es häufen sich Verkehrsunfälle. 50 Fahrzeuge sind beteiligt. Ein international gesuchter Straftäter wird in Mexiko-Stadt gefasst: Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Hans Joachim Ollenburg hatte mit einem Komplizen Theo Albrecht entführt und gegen ein Lösegeld von sieben Millionen Mark freigelassen.

1972 ist laut Tageblatt das „Jahr der Kapitalverbrechen“. Im Jahresrückblick wurde an sechs Tötungsdelikte in der Region Göttingen erinnert, darunter ein dreifacher Mord im Zug. Auf der Bahnstrecke Göttingen – Northeim hatte der US-Sergeant Thomas G. im Oktober zwei amerikanische Militärpolizisten und eine Zugbegleiterin erschossen.

Überregional lautet die Schlagzeile „Tauziehen um Bombardierungsstopp und Wiederaufnahme der Vietnamgespräche“: Vermutlich wegen der „Pariser Friedensverhandlungen“ hatte US-Präsident Richard Nixon eine 24-stündige Unterbrechung der Kampfhandlungen in Nordvietnam angeordnet.

1973 wird auf dem Hagen in Göttingen ein Kinderheim gebaut. In der Silvesterausgabe beschreiben Tageblatt-Mitarbeiter einen Besuch in der Einrichtung. In der deutschen Politik verkündet Willy Brandt während seiner Neujahrsansprache, der „Ostpolitik neuen Schwung zu verleihen“.

1974 werden im Göttinger Tierheim viele Hunde eingeschläfert, weil sie mutmaßlich Kontakt zu einem an Tollwut erkrankten Vierbeiner gehabt hatten. Gegen das Töten weiterer sechs, bereits vermittelter Hunde wehrten sich deren neue Besitzer erfolgreich: Ihre Tiere kommen auf eigene Kosten in Quarantäne. In Göttingen grassiert Thyphus: Der Jahresrückblick berichtet von 40 kranken Studenten im Mai. In Pakistan verlieren während eines Erdbebens 5000 Menschen ihr Leben.

Bilder aus den Tageblatt-Silvesterausgaben der 70er-Jahre.

1975 kommt in der Silvesterausgabe des Tageblattes eine Handleserin zu Wort. Emilie B. prophezeit einer Tageblatt-Mitarbeiterin: „Sie werden 77, bekommen Kinder und einen lieben Mann“. In den USA verwüstet eine Bombe den New Yorker Flughafen La Guardia: Zwölf Menschen sterben.

1976 wird Göttingens „weitgereistes Patenkind“ – eine nach der Universitätsstadt benannte Boing 737 der Lufthansa – generalüberholt. In ganz Deutschland klettert die Zahl der Arbeitslosen erstmals über die Millionengrenze.

1977 brechen vier Männer aus Sudheim den Rekord im Dauerskat. Das Tageblatt freut sich über 43 109,98 Mark, die in der Weihnachtszeit in die Spendenkasse der Aktion „Keiner soll einsam sein“ geflossen sind. In der DDR opponiert ein „Bund Demokratischer Kommunisten Deutschlands“, dessen Mitglieder geheim bleiben, gegen die Diktatur.

1978 setzt die Stadt durch Abschluss eines Wasserlieferungsvertrages mit den Harzwasserwerken den Grundstein für „weiches Wasser“ ab 1980. Der Bau der Fernleitung soll 33,5 Millionen Mark kosten. In ganz Deutschland behindern Schneestürme und Eisregen den Autoverkehr zu Silvester.

1979 ziert eine Schlagzeile aus dem Sport die allererste Seite des Tageblattes: „Göttingen 05 beendet das alte Jahr mit einem Heimsieg gegen Itzehoer SV“. Die Sowjetunion beginnt ihre Invasion in Afghanistan und fliegt 25 000 Soldaten ein. US-Präsident Jimmy Carter droht Staatschef Leonid Breschnew mit „ernsten Konsequenzen“.

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