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Tanz im KWP und Tauchen am „Göttinger Lido“

Göttinger Zeitreise Tanz im KWP und Tauchen am „Göttinger Lido“

Das Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs war für junge Göttinger bestimmt von materieller Not und Desorientierung. Wohnungsnot, eine Arbeitslosenquote von fast 15 Prozent, Mangelernährung und Elendskriminalität waren die bedrückenden Seiten des Lebens in der Universitätsstadt.

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Musikbegeistert: Wilfried Koch (hinten rechts) war Stammgast im KWP.

Quelle: Koch

Gleichzeitig standen die 50er Jahre im Zeichen des Neuanfangs und kollektiven Aufbruchs: „Lässige Geselligkeit zwischen Bowle, Tanz und Käsespießchen“, so beschreiben die Autoren des Buches „Zeitreise – 1050 Jahre Leben in Göttingen“ (Göttinger Tageblatt) die fröhliche Gegenströmung. Daran erinnern sich Tageblatt-Leser, die in Göttingen aufgewachsen sind. Wilfried Koch etwa, Jahrgang 1938, musste bei seiner Einschulung noch den Hitlergruß verinnerlichen. Mitte der 50er-Jahre war er Heranwachsender und Feinblechner-Lehrling. Deutlich ist ihm seine Mitwirkung im Umzug der 1000-Jahr-Feier 1953 im Gedächtnis geblieben: „Wir bekamen eine Cola und fünf Mark. Die habe ich während des Tages auf den Kopf gehauen.“

Musik und Tanz spielten eine große Rolle beim Göttinger Jungvolk: Tanzstunde absolvierte Koch bei „Rödiger-Martens“. Es gab Tanzkaffees in der Kupferkanne und Konzerte im Kaiser-Wilhelm-Park (KWP), „und am Nachmittag dort auch Tanz“. Der ehemalige Göttinger, der heute in Lödingsen wohnt, hat wie viele andere Menschen für die Zeitreise des Göttinger Tageblattes, des Stadtarchivs und städtischen Museums Jugendbilder zur Verfügung gestellt.

Die Göttinger Jugend hatte neben dem KWP einen anderen Lieblingsplatz. Wer in den Ferien nicht nach Italien reisen konnte, wagte am „Göttinger Lido“ den Sprung ins kalte Wasser von ehemaligen Kiesgruben, die 1960 zum Kiessee vereinigt wurden.

Das Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs war für junge Göttinger bestimmt von materieller Not und Desorientierung. Wohnungsnot, eine Arbeitslosenquote von fast 15 Prozent, Mangelernährung und Elendskriminalität waren die bedrückenden Seiten des Lebens in der Universitätsstadt. Gleichzeitig standen die 50er Jahre im Zeichen des Neuanfangs und kollektiven Aufbruchs.

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Nach wie vor werden Mitreisende gesucht, die Fotografien und vor allem alte Filme einreichen oder selbst ins Internet stellen. Informationen sind unter der Adresse www.goettinger-zeitreise.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0551/ 90 17 66 erhältlich.

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