Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Temporausch im Kinderzimmer

Modellbörse Temporausch im Kinderzimmer

In vielleicht jedem dritten Jungen-Spielzimmer dürften sie in den 60er Jahren gestanden haben: die Faller-Modellrennbahn oder die größere Bahn von Carrera. Für viele der damaligen Kinder und Jugendlichen sind solche Autorennbahnen bis heute untrennbar mit ihrer Kindheit verbunden.

Voriger Artikel
Ein Leben in laufenden Bildern festgehalten
Nächster Artikel
Jahrzehnt der Studentenproteste

Typisch 60er: Faller-Fuhrpark mit Opel Kapitän, VW-Bus und Mercedes 300 SE Cabrio.

Quelle: Heinzel

Der Anstoß für einen der wichtigsten Spielzeug-Trends der 60er kam aus England. Dort begannen Anfang der 50er Jahre mehr oder minder verrückte Tüftler, Modellautos mit winzigen Verbrennungsmotoren, später mit frisierten Elektromotoren aus Rasierapparaten oder Kaffeemühlen das Rasen beizubringen. Firmen in England und den USA reagierten auf die offensichtliche Nachfrage und brachten industriell gefertigte Modellrennbahnen auf den Markt. Deutschland folgte schnell: Am erfolgreichsten waren Carrera mit Autos in größerem und Faller mit Fahrzeugen in kleinerem Maßstab.

Sowohl für Rennen als auch als Verkehrsspiel und als Ergänzung für die Modelleisenbahn war das AMS- („Auto Motor Sport“) System von Faller gedacht. Gezielt propagierte das Unternehmen seine Modellautobahn als „Spiel für die ganze Familie“, dessen preisgünstige Anfangspackungen sich schnell auf- und abbauen ließen – und zudem mit wenig Aufwand unter Einsatz einiger Plastikhäuschen und Modellbäumchen zu einer leidlich vorbildnahen Anlage gestaltet werden konnte.

Nur bei ernsthaften Modellbahnern kam AMS nicht an – vor allem wohl, weil die Autos für die Kombination mit dem Eisenbahnmaßstab von 1:87 etwas zu groß geraten waren. Außerdem fuhren die Autos nur vorwärts und konnten nicht überholen, was die Spielmöglichkeiten eingrenzte. Zuverlässig waren die Autos auch nicht gerade – was viele Jungen, oft mit väterlicher Unterstützung, zu geschickten Bastlern werden ließ. Auch insofern war dem Familienspielkonzept dann doch ein gewisser Erfolg beschieden.

Rein auf Rennen hingegen konzentrierte sich die Firma Carrera, die bis heute im Slot-Car-Geschäft ist. In den 60ern wollten auch Modelleisenbahnhersteller wie Märklin („Sprint“) oder Fleischmann („Auto Rallye“) von dem Trend profitieren. Auch im Faller-Maßstab oder sogar kleiner gab es Produkte anderer Hersteller, die aber nicht selten mit anfälliger Miniaturtechnik die Kunden verärgerten.

  Slot-Car-Sonderausstellung
  „Slot-Cars“ stehen im Mittelpunkt der Modellbörse im Bürger-Schützenhaus am Schützenplatz am kommenden Sonntag, 27. März: Zu diesem Thema gibt es eine Sonderausstellung, in der mehrere Göttinger Sammler ihr schlitzgeführtes Spielzeug samt Zubehör präsentieren. Ansonsten werden Modelleisenbahnen, Modellautos, Zubehör und anderes Spielzeug gehandelt und getauscht. Wie immer können gekaufte Loks auf Funktionstüchtigkeit überprüft und mitgebrachte Stücke kostenlos im Wert geschätzt werden. Geöffnet ist die Börse von 10 bis 16 Uhr. Begleitend ist das Hobby-Center im Maschmühlenweg geöffnet.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ausstellung in Weende

Tankwagenmodelle stehen bei der 74. Modellbörse für Eisenbahnen und Modellautos am Sonntag, 25. März, im Mittelpunkt. Die Schau in der Weender Festhalle bietet den Besuchern eine Zeitreise rund ums Thema Tanken. Zu sehen gibt es auch die Nachbildung eines Modells, das mehr als 10000 Euro kostet.

mehr
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017