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„Den Namen und die Geschichte fanden wir witzig“

Tageblatt-Interview mit Olaf Feuerstein „Den Namen und die Geschichte fanden wir witzig“

Der Göttinger Ratskeller im Alten Rathaus bekommt einen neuen Namen. Im Tageblatt-Interview spricht Pächter Olaf Feuerstein über den Namen Bullerjahn und den Prozess der Namensfindung.

Tageblatt: Wie wird die Gaststätte im Keller der Alten Rathauses künftig heißen?
Feuerstein: Wir haben uns für „Bullerjahn“ entschieden. Vollständig wird der neue Ratskeller „Bullerjahn – Speise- und Schankwirtschaft im alten Ratskeller“ heißen.

Wie ist diese Idee entstanden?
Wir sind bei Recherchen im Stadtarchiv auf den Namen Bullerjahn gestoßen. Den Namen und die Geschichte dahinter fanden wir witzig. Eine Geschichte, die noch nicht allzu weit entfernt und noch präsent ist.

Welche Reaktionen haben sie bisher auf den neuen Namen bekommen?
Die Leute, mit denen wir über den neuen Namen gesprochen haben, waren angenehm überrascht. Wir haben gemerkt, dass der Name Bullerjahn sehr positiv besetzt ist.

Warum muss es den überhaupt einen neuen Namen für den traditionsreichen Ratskeller geben?
Ich glaube; die traditionellen Ratskeller haben ausgedient. Eine gastronomische Offenbarung sind die nicht mehr. Die heutigen Ratskeller im alten Kleid werden Probleme bekommen. Ziel muss es sein, auch wieder junges Publikum inklusive der Familien zu bekommen. Da wäre es nicht klug, nur auf Ratskeller zu setzen.

Mit Bullerjahn spielen Sie nicht nur auf den Dirigenten sondern auch auf eine langlebige studentische Tradition im Ratskeller an. Haben sie nicht Angst, in eine studentische und Burschenschaftsecke gedrängt zu werden?
Nein gar nicht. Wir wollen zwar Bullerjahn-Veranstaltungen organisieren, aber eines ist auch klar: Wir wollen nicht jeden Abend 50 oder mehr Verbindungsstudenten in unserem Keller haben. Es wird kein Happening ohne unsere Zustimmung geben.

Gab es neben „Bullerjahn“ noch andere Namensvorschläge?

Wir hatten kurz überlegt, den Keller einfach „Rathus“ zu nennen. Das war dann aber doch etwas zu schlicht. Dann war der Name „Immer und ewig“ im Gespräch. Er sollte auf Dinge wie Treue und Freundschaft anspielen. Aber egal, wo wir damit ankamen: Die Spontanfreude war gering. Die Reaktionen, egal ob bei jung oder alt, waren ungewöhnlich negativ. Vielleicht hätten wir da mehr Fingerspitzengefühl gebraucht. Ich finde, der Name „Immer und ewig“ ist nicht so schlecht. Vielleicht für Göttingen einen Tick zu mutig. Er passt vielleicht mehr in eine Großstadt. Der Ratskeller in Göttingen ist ein Teil der Stadt, die Göttinger identifizieren sich mit ihm. Deshalb müssen sich die Göttinger auch mit dem neuen Namen identifizieren. Nicht ohne Grund haben wir Ratskeller im vollständigen neuen Namen behalten.

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