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Leineschaf: 500 Exemplare in der Region

Gefährdete Nutztierrasse 2013 Leineschaf: 500 Exemplare in der Region

Es wird als anpassungsfähig und robust beschrieben: das Leineschaf. Dennoch ist es jetzt von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) in Witzenhausen zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2013 ernannt worden. Das bestätigte die GEH auf Anfrage.

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Bedrohte Rasse: das Leineschaf wird in der Region seit 1998 wieder gezüchtet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Leineschaf ist eng mit der Region verbunden, ist sein Ursprungsgebiet doch das Leinebergland und das Eichsfeld. Gab es vor gut 70 Jahren in Südniedersachsen noch 65 000 Leineschafe, nahmen die Schafbestände in der Folgezeit rasant ab.

„In den 50er- und 60er-Jahren war das Leineschaf hierzulande verschwunden“, sagt Klaus König-Hollrah, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes des Landkreises Göttingen. Gründe dafür waren Billigimporte von Wolle und die Intensivierung der Landwirtschaft. „Große Schäfereien wurden aufgelöst, weil sie immer weniger Geld verdienten“, erklärt König-Hollrah.

Seit 1998 hat der Landschaftspflegeverband es sich zur Aufgabe gemacht, diese seltene Schafrasse in seinem Ursprungsgebiet wieder anzusiedeln und zu erhalten. „1998 haben wir die ersten acht Tiere hierher geholt und mit der Zucht begonnen“, sagt König-Hollrah. Das sei nur möglich gewesen, weil in den 50er-Jahren 1500 Leineschafe nach Polen gelangten, wo der ursprüngliche Typ überlebte.

„Mittlerweile leben wieder ungefähr 500 Zuchttiere in Südniedersachsen“, sagt König-Hollrah. Zehn Züchter hielten derzeit die Tiere in den Landkreisen Göttingen und Northeim. Die Schafe werden in der Landschaftspflege eingesetzt, um die Kulturlandschaft mit ihren Magerrasen, Obstwiesen und Weiden zu erhalten. Und das Fleisch des Leinelamms gilt als regionale Delikatesse.

Trotz der Bemühungen des Landschaftspflegeverbandes, anderer Organisationen und der Schäfer selbst: Derzeit gibt es deutschlandweit nur 2500 Leineschafe, in Niedersachsen sind es allein etwa 1000. Das reiche noch lange nicht aus, „um sich keine Gedanken um die Rasse machen zu müssen“, sagt König-Hollrah. Rund 5000 Tiere seien etwa notwendig, „damit sich die Rasse selbst erhält“. Daher begrüße er die Entscheidung der GEH. Es sei wichtig, Werbung für das Leineschaf zu machen und weitere Züchter zu überzeugen, es zu halten.

Daher wird das Leineschaf von der GEH vom 18. bis zum 27. Januar auch auf der internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert. Dafür hat man bereits einige schlagkräftige Argumente für die bedrohten Tiere gesammelt. Das Leineschaf gelte als robust und sei für ein Landschaf „gut bemuskelt“, heißt es in einer Mitteilung. Das „frohwüchsige Schaf“ überzeuge zudem durch „sehr gute Muttereigenschaften“ und verfüge über „gute Aufzuchtleistungen“.

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Von Redakteur Andreas Fuhrmann

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