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Tageblatt tierisch Vom Hund auf Herde gekommen
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00:18 02.05.2013
Abtrieb mit Hund und Herde: Kathrin Hartung und Dietrich Bachmann mit ihrer Skudden-Herde und Border Collie Finn. Quelle: Pförtner
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Dort ist er zwar nicht auf den Hund, wohl aber auf eine Herde gekommen – 16 Ostpreußische Skudden, eine vom Aussterben bedrohte Schafrasse. Und Schuld war ein Hund.

Die Geschichte fängt schon vor neun Jahren an. Damals hat sich Kathrin Hartung aus Rittmarshausen ohne große Vorkenntnisse einen Border Collie gekauft: Finn, ein lebhafter Rüde. Finn wirkte nicht ganz ausgelastet. Dass Hartung mit ihm irgendwann ein Hüteseminar besuchte, war dennoch reiner Zufall. „Ich hatte nicht geahnt, dass Finn sich dafür interessiert.“ Dort aber entdeckte sie: „Das war sein Ding!“

Der Border Collie, dem das Schafehüten im Blut liegt, ist inzwischen Spezialist. Drei Jahre Training liegen hinter ihm und seinem Partner Kean. Der jüngere Hund Hartungs ist inzwischen ein gefragter Deckrüde der Rasse, vielfach ausgezeichnet und produktiv: rund 60 Welpen aus 13 Würfen zählt sein Nachwuchs.

Um ihre Hunde auszulasten und zu trainieren, hat Hartung ihnen gekauft, was ein Hütehund für seinen Job benötigt: Schafe. Erst nur einige, später mehr. Dann kam Dietrich Bachmann in Rittmarshausen vorbei und wollte Hartung zwei Schafe abkaufen. Mit dem Haus in Dahlenrode hatte er ein Freizeitgrundstück auf dem Kellerberg erworben.

Und sie blieb

Und dort sollten die Tiere das Gras kurz halten. Für die Erstbeweidung bot Hartung die ganze Herde an, denn damals war nach langer Trockenheit ihre Weide in Rittmarshausen kahl gefressen. Als die Skudden in Dahlenrode aufgetrieben wurden, stand plötzlich der Förster da und war begeistert: „Die Herde muss hierbleiben“, habe er gesagt. Und sie blieb.

Inzwischen gehören die Skudden Hartung und Bachmann gemeinsam. Sie beweiden die Flächen der Realgemeinde, des Staatsforstes und mehrerer Privater, halten die Vegetation auf steilen Freiflächen und Feldrainen kurz und lassen sich für die Landschaftspflege bezahlten.

Der Weideeinsatz wird vom Landschaftspflegeverband finanziell entgolten. Nicht, dass damit Geld zu verdienen wäre. Aber es hilft, die Hobbyherde zu finanzieren. Und die möchte auch Bachmann nicht mehr missen.

Finn und Kean übrigens auch nicht. Selbst die Schafe fühlen sich von den Border Collies sichtlich gut behütet. Das genetische Potenzial und sein stetes Training als Hütehund werden bei Deckrüden Kean übrigens sehr geschätzt. Mehrere seiner Söhne sind selbst als Hütehunde aktiv. Einer hütet gar eine Herde Wildpferde.

Von Jürgen Gückel

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