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Thema des Tages 600 statt 450 Wohnungen im Ebertal
Thema Specials Thema des Tages 600 statt 450 Wohnungen im Ebertal
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15:32 28.04.2017
Aus den Anfängen: Die Sieldung Ebertal wird ab 1964 neu bebaut.
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Göttingen

"Die meisten Häuser sind nur begrenzt oder gar nicht mehr sanierungsfähig", sagt Claudia Leuner-Haverich, Geschäftsführerin der SWB Göttingen. Die Gesellschaft ist im Besitz der  meisten Gebäude im Quartier. 1964 hat die SWB dort, wo noch im Ersten Weltkrieg Barracken für ein Kriegsgefangenenlager entstanden, neue Wohnungen gebaut.  Nach gut 50 Jahren sind sie sanierungsbedürftig. Im Gegensatz zu den Wohnungen auf dem Leineberg, die die SWB in den vergangenen Jahren für rund 45 Millionen-Euro auf den neusten Stand gebracht hat, soll im Ebertal nun ein ganz neues Quartier entstehen. "Wir wollen das Wohngebiet stärker öffnen und besser durchmischen - und alles einmal neu denken", sagt Leuner-Haverich. Derzeit gibt es zwischen den Häuserriegeln viele Grünflächen, die von den Bewohnern aber kaum genutzt werden. "Wir haben jetzt die Chance, etwas daraus zu machen", sagt die SWB-Chefin. Die Frage, wie genau das Gebiet in Zukunft aussehen soll, soll ein einem Rahmenplan beantwortet werden. Die Neuordnung der Flächen und eine "Nachverdichtung" der Bebauung nennt Leuner-Haverich als Ziele. Gärten und Höfe für die Bewohner seien denkbar, auch über die öffentlichen Straßen müsse man neu nachdenken. "Ob der Steinsgraben im oberen Bereich so breit wie heute bleiben muss, darüber könne man ebenfalls  diskutieren.

Bauausschuss

Politische Entscheidung

Die Mitglieder des Bauausschusses des Rates diskutieren am Donnerstag, 4. Mai, über die "Eckpunkte" für den Rahmenplan "Grüne Mitte Ebertal". Wie und wo genau die neuen Häuser dort angeordnet werden oder wie sie aussehnen sollen, ist noch offen.

In dem Eckpunkte-Papier ist aber vorgesehen, dass über das Wohnen hinaus der Supermarkt, die Lohbergschule, das Awo-Haus, der Spielplatz  und die Kita bestehen bleiben. Auch "nicht verarbeitendes Gewerbe" wie Ärzte, Physiotherapie oder andere Dienstleistungen sollen dort künftig einmal zu finden sein. Vorgesehen ist, dass, statt der bislang überwiegend dreistöckigen mindestens vier- bis fünfstöckige Gebäude gebaut werden -  um mehr Wohnraum zu schaffen. Punktuell seien auch sechs Stockwerke denkbar, ebenso wie in den an die privaten Einfamilienhäuser angrenzenden Bereiche niedrigere Häuser.

Die jetzigen Bewohner der SWB-Gebäude sollen alle eine neue Wohnung in ihrem Viertel bekommen. "Die Mieter freuen sich schon lange darauf, in moderne Wohnungen umzuziehen", so die SWB-Chefin. Ihre Mitarbeiter werden häufig gefragt, wann denn modernisiert werde.

Werden nach und nach abgerissen: Die Ebertal-Häuser heute. Quelle: Harald Wenzel

Als erster Schritt ist geplant, ein neues Gebäude auf der unbebauten Wiese an der Wörthstraße zu errichten. Dort können dann die Mieter einziehen, deren Haus als erstes abgerissen wird. Steht an dieser Stelle dann ein neues Gebäude, setzt sich der Prozess fort. "Einige Häuser können vielleicht auch saniert werden", so Leuner-Haverich. Die SWB möchte das Projekt zügig angehen, weil sie auf Fördergelder hofft. Mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden, auch künftig sollen die Mieten dort für schwache Einkommensgruppen erschwinglich bleiben. 2018 möchte Leuner-Haverich das erste Haus bauen, bis 2019 sind die Fördergelder erhältlich, "wie wissen nicht, was danach kommt", sagt sie.

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