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Thema des Tages Für jeden Pensionär zwei bis drei Nachrücker
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16:39 28.11.2018
Quelle: dpa
Göttingen

Wegen der demografischen Entwicklung wird das Thema Gesundheit und selbstständige Versorgung im höheren Lebensalter immer stärkere Bedeutung gewinnen. Das betrifft nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte selbst: Nicht nur Einwohner werden älter – bis 2030 ist die Hälfte der Hausärzte im Ruhestandsalter. Jeder dritte Hausarzt in Niedersachsen ist 60 Jahre oder älter, und diese suchen entweder schon heute oder in den kommenden Jahren eine Praxisnachfolge.

Großer Ausbildungsbedarf

Außerdem, so die Ergebnisse im Daseinsvorsorgeatlas: Die Anteile der in Teilzeit arbeitenden und der angestellten Ärzte nehmen zu, die durchschnittlichen Arbeitszeiten sinken. Insgesamt führten diese sich ändernden Rahmenbedingungen dazu, „dass im Durchschnitt für jeden Hausarzt ‚der alten Schule‘ zwei bis drei Ärzte ausgebildet werden müssen“.

Die Daten zeigen, dass derzeit knapp 20 Prozent aller Hausärzte im normalen Rentenalter von 65 und mehr Jahren sind und dementsprechend voraussichtlich nur noch wenige Jahre tätig sein werden. Mehr als die Hälfte der heute aktiven Ärzte muss bis etwa 2030 einen Nachfolger finden.

Dabei ist die hausärztliche Verteilung in der Region nicht einheitlich: So weisen beispielsweise Adelebsen, Radolfshausen oder Gleichen deutlich günstigere Relationen als beispielsweise Herzberg und Bovenden, aber vor allem gegenüber Friedland und Staufenberg.

Versorgung noch gut

Insgesamt gebe es in der Region Göttingen derzeit noch eine gute Nahraum-Versorgung mit Hausarztpraxen, meinen die Autoren der Studie. Aber: „Aufgrund der aufgezeigten Entwicklungen innerhalb der Ärzteschaft kann sich dies jedoch in Zukunft ändern.“

Auch im Bereich Gesundheitsversorgung entwirft der Daseinsvorsorge ein an den Daten und Vorhersagen orientiertes Szenario: Wenn die jeweils nächste Praxis schlösse, ergäben sich für die Region „bis auf die zentralen Bereiche der größeren Gemeinden und wenige Ausnahmen, in welchen der Verlust einer Praxis durch eine zweite, im näheren Umfeld befindliche aufgefangen werden kann“, Reisezeiten von mehr als 30 Minuten. Und: „Auch der Anteil der Einwohner, die eine Hausarztpraxis noch fußläufig in annehmbarer Zeit erreichen könnte, sinkt dramatisch. Für die Hälfte der Bevölkerung wäre dann keine Hausarztpraxis in fußläufiger Nähe.“

Ausweg Telemedizin

Eine Chance, diese Folgen des demografischen Wandels zumindest teilweise abzumildern oder zu kompensieren, bestehe in einer stärkeren Nutzung digitaler Möglichkeiten, meinen die Autoren der Studie: „Für den Bereich der medizinischen Versorgung könnten sich neue Möglichkeiten in der Telemedizin ergeben.“ Dennoch werde der direkte Kontakt zwischen Arzt und Patient auch weiterhin als das zentrale Element in der medizinischen Versorgung, auch auf dem Land, angesehen.

Von Matthias Heinzel

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