Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Thema des Tages Antennenfernsehen bald hochauflösend
Thema Specials Thema des Tages Antennenfernsehen bald hochauflösend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:48 04.09.2017
Mit herkömmlichen Dachantennen lässt sich auch das neue DVB-T2-Fernsehen empfangen. Quelle: 4028mdk09
Anzeige
Göttingen

Das terrestrische Fernsehen mit dem DVB-T-Standard wird in der Region Göttingen am 8. November dieses Jahres abgeschaltet. Ersetzt wird es durch den DVB-T2-Standard, der mehr Programme und eine deutlich verbesserte Empfangsqualität verspricht.

Die zweite Welle der Umstellung auf den neuen Fernsehfunk-Standard ist für Mittwoch, 8. November, angesetzt, teilt die Betreibergesellschaft Media Broadcast mit. Anders als ursprünglich geplant, wird es keinen zeitweisen Parallelbetrieb von DVB-T und DVB-T2 geben: Wie schon in den größeren Städten, in denen der Fernsehfunk-Standard bereits im März umgestellt wurde, wird nun auch dort das bisherige DVB-T-Fernsehen abgeschaltet. Das wird derzeit von etwa zehn Prozent aller Fernsehzuschauer genutzt.

Nicht betroffen von der Umstellung sind Fernsehzuschauer, die ihre Programme über Satellit oder über Kabel empfangen. Für sie bleibt alles beim Alten.

Neue Technik notwendig

Die bisherigen DVB-T-Receiver können den neuen Standard nicht umsetzen. Dafür wird entweder eine neue Set-Top-Box oder ein entsprechend ausgestatteter Fernseher benötigt wird. DVB-T2-fähige Geräte sind mit einem grünem DVB-T2-HD-Logo auf der Verpackung oder auf dem Gerät selbst versehen.

Alle Nutzer, die bereit sind, die kostenpflichtigen Privatsender zu beziehen, benötigen Geräte, die über einen Steckplatz für die entsprechende Smartcard verfügen oder ein im Empfänger zusätzlich eingebautes Irdeto-Entschlüsselungsmodul oder ein Freenet-TV-Modul für den CI+-Schacht zur Entschlüsselung. Das ist bei den meisten Billig-Modellen nicht der Fall.

Viele der günstigsten Geräte sind bereits mit der sogenannten PVR-Funktion ausgestattet. PVR steht für “Persönlicher Videorekorder’“: Diese Technik macht es möglich, Sendungen in HD-Qualität aufzuzeichnen. Für die meisten Receiver und für fast alle Fernsehgeräte ist dafür ein externes USB-Speichermedium notwendig. Besser als USB-Sticks mit ihrer relativ begrenzten Kapazität sind die weitverbreiteten Festplatten mit USB-Anschluss. Einige Receiver sind als Varianten mit und ohne PVR erhältlich; der Preisunterschied liegt manchmal bei wenigen Euro, heißt es beim Branchendienst Heise.

Vorhandene Antennen für den alten Standard DVB-T können weiterhin genutzt werden. In Wohnorten mit etwas schlechterem Empfang sollte eine aktive Antenne mit eigener Stromversorgung eingesetzt werden, die das Signal verstärkt. Wer in einem Gebiet mit mittlerem bis schwachem Empfang wohnt, muss in der Regel auf eine Außen- oder Dachantenne zurückgreifen.

hein

Die zweite Welle der Umstellung auf DVB-T2 betrifft neben der Region Göttingen (Sendestation Espol) die Städte Dresden, Kassel, Koblenz und Freiburg. Umgeschaltet werden auch die Sendeanlagen für Cuxhaven, Heringsdorf, Hoher Meissner, Löbau, Pfaffenberg, Rhön, Stralsund, Wolfsburg und Würzburg. Die Umstellung auf DVB-T2 in der gesamten Bundesrepublik ist damit aber noch nicht abgeschlossen - schrittweise werden immer mehr Regionen über die kommenden zwei Jahre dazukommen.

Der neue Standard ermöglicht es, etwa 40 Programme in hochauflösender HD-Auflösung zu empfangen. Darunter sind viele öffentlich-rechtliche Sender, die frei zu empfangen sind. Neu für Göttingen ist die Möglichkeit, Privatsender über das terrestrische Antennen-Fernsehen zu empfangen. Wer sich diese gut 20 Sender auf den Bildschirm holen will, muss jedoch zahlen: Der Empfang von Privatsendern kostet 69 Euro pro Jahr. Allerdings gibt es zu Beginn noch eine kostenlose Testphase von drei Monaten, in denen die Privaten unverschlüsselt ausgestrahlt werden.

Mit DVB-T2 HD ist es erstmals möglich, Fernseh-Programme in hoher Auflösung über eine Stabantenne zu empfangen. Dabei werden 50 Vollbilder pro Sekunde mit 1920 mal 1080 Bildpunkten übertragen. Damit ist die Auflösung zumindest in der Theorie besser als auf allen anderen TV-Empfangswegen.

DVB-T2 liefert 40 Programme

In den bereits umgestellten Ballungsräumen sind mit DVB-T2 die folgenden Programme frei empfangbar: ARD, ZDF, Arte, Phoenix, 3Sat, KiKa, 1 One, Tagesschau 24, ZDF Neo und ZDF Info (alle in HD). Dazu kommen regional NDR, HR, WDR, MDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWF, BR und ARD Alpha. Frei empfangbar sind auch Bibel TV und die beiden Einkaufskanäle QVC und HSE24. Kostenpflichtig ist der Empfang der Privatsender RTL, Sat1, Pro7, Vox, RTL2, Super RTL, NTV, N 24, Sixx, 7Maxx, Sat1 Gold, Nitro, Kabel 1, Dmax, Tele 5, Eurosport, Sport1, Disney Channel und Nickelodeon. Das entsprechende Paket nennt sich ausgerechnet Freenet TV. hein

Zum Vergleich: Im Kabel und über Satellit übertragen die privaten Sender die gleiche Auflösung mit 50 Halbbilder pro Sekunde. Die öffentlich-rechtlichen Sender liefern Vollbilder mit 1280 mal 720 Bildpunkten aus. Allerdings: In bereits umgestellten Gebieten gibt es öfter Klagen über nicht HD-entsprechende Empfangsqualitäten. Und: Die tatsächliche Bildqualität ist außerdem vom ausgestrahlten Ursprungsmaterial ab: Uralt-Filme mit PAL-Auflösung wirken auch über den DVB-T2-Kanal pixelig und verrauscht. Ebenso haben aktuelle Sendungen bei terrestrischem HD-Empfang nur dann eine gute Bildqualität, wenn sie mit hoher Auflösung aufgenommen wurden.

Ist DVB-T2 erst einmal in Betrieb gegangen, können sich Nutzer und solche, die es werden wollen, beim Informationsportal der Initiative DVB-T2 unter Eingabe der Postleitzahl über die Signalstärke im eigenen Wohnort informieren. Dort wird auch gleich eine geeignete Antenne – Stabantenne, Antenne mit Verstärker oder Dachantenne - empfohlen.

Schon vor der ersten Umstellungsphase im März dieses Jahres gab es in einigen wenigen ausgesuchten Gegenden eine Testphase: Dort wurde die Fußball-Europameisterschaft im Juni 2016 in DVB-T2 HD-Qualität ausgestrahlt. Die Betreiber werteten die Testphase damals als Erfolg und lobten die gestochen scharfen Bilder. Ein weiterer Vorteil gerade bei Fußballübertragungen: Das DVB-T2-HD-Signal ist fast so schnell wie Satellitenfernsehen: Die Bilder kamen kaum später auf den Bildschirm als das Sat-Signal: Der Effekt, dass die Nachbarn beim Elfmeter bereits jubeln, während sich der Spieler den Ball am eigenen Fernseher noch zurecht legte, blieb aus.

Von Matthias Heinzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der 1. Polizeihundesportverein (PHSV) Göttingen von 1950 hat am Sonntag seine erste Rettungshundeprüfung ausgerichtet. „Es ist auch die erste Prüfung in Niedersachsen unter dem Dachverband des Deutschen Verbandes der Gebrauchshundsportvereine (DVG)“, erklärt PHSV-Prüfungsleiter Heinz Wilfried Günther.

06.09.2017

Klassiker wie Kugelschreiber oder Luftballons finden sich an den Wahlkampfständen der Parteien und Kandidaten ebenso wie eher ungewöhnliche oder kreative Werbegeschenke. Der Politikwissenschaftler Prof. Simon Fink bezeichnet die Giveaways als Lockmittel.

01.09.2017
Thema des Tages Archäologen untersuchen Kuqua-Gelände - Tief in der Stadtgeschichte

Seit einer Woche untersuchen Archäologen das Gelände der Düsteren Straße 7. Wo später mal das Kunsthaus stehen soll, werden in den nächsten drei Monaten die Kulturschichten der vergangenen Jahrhunderte untersucht. Die Chancen für seltene Fundstücke stehen nicht schlecht.

03.09.2017
Anzeige