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BG Göttingen hat schon viel geschafft

Halbzeit in der Basketball Bundesliga BG Göttingen hat schon viel geschafft

Die erste Hälfte der Bundesliga-Saison liegt hinter den Basketballern der BG Göttingen. Die Veilchen haben schon viel geschafft: Sechs Erfolgserlebnisse stehen zehn Niederlagen gegenüber, Trainer Johan Roijakkers hat seinen Vertrag bis zum Ende der Saison 2020/21 verlängert und das neue Trainingszentrum an der Sparkassen-Arena steht kurz vor der Fertigstellung. 

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Aber der Reihe nach: Wieder einmal hat Roijakkers sein Team vor der Saison neu zusammengestellt – und einige Glücksgriffe gelandet. Auch wenn Neuzugang Andrej Mangold noch in der Vorbereitungsphase mit einem Kreuzbandriss ausfiel, so erwiesen sich vor allem Scott Eatherton, Benas Veikalas, Jesse Sanders und nicht zuletzt der „Spätheimkehrer“ Alex Ruoff (kam im Oktober) als echte Leistungsträger.

Nach dem Sieg im letzten Heimspiel des Jahres 2016 vor 3700 restlos begeisterten Zuschauern in der Lokhalle legten die Verantwortlichen noch einen drauf und verkündeten anschließend die Vertragsverlängerung mit Headcoach Roijakkers, der mit diesem langfristigen Kontrakt Planungssicherheit für die kommenden Jahre hat und noch viel in der Göttinger Basketballszene bewegen kann.

Und das alles unter optimalen Arbeitsbedigungen: Das neue Basketballzentrum, das auf dem ehemaligen Grund der Godehardhalle Ende Januar bezogen werden kann, sorgt für die Unabhängigkeit von festen Trainingszeiten und bietet viele Möglichkeiten der Regeneration, Physiotherapie und Leistungsdiagnostik.

Lokhalle hat ihren Reiz

Das Industriedenkmal an der Bahnhofsallee hat seinen Charme. Heimspiele in der Weihnachtszeit gehören seit Jahren zur BG wie das Veilchen-Lila. Die Zuschauer können den Vorverkaufsstart kaum erwarten, rasend schnell sind die Spiele in der Lokhalle ausverkauft. Das war auch in der Hinrunde so. 3700 Zuschauer feuerten ihre Spieler am 17. Dezember gegen Aufsteiger Jena vergeblich an, das Spiel ging verloren. Ausgerechnet gegen Tübingen, ein Team, das in den zurückliegenden Spielzeiten fast immer die Punkte mit nach Süddeutschland genommen oder dort behalten hatte, klappte es dann mit der Lokhalle. Sie wurde am 20. Dezember zur „Lokhölle“ – und Trainer Johan Roijakkers hatte plötzlich nichts mehr gegen Spiele in dieser Halle.

Jede Serie reißt einmal

Jede Serie reißt einmal. Das musste auch die BG Göttingen feststellen. Die Veilchen sind mit zwei Siegen optimal in die Saison gestartet. Da war zunächst der 84:75-Auswärtserfolg in Hagen, der, wie sich später – durch die Insolvenz der Westdeutschen  – herausgestellt hat, allerdings wertlos war. Danach folgte ein überraschender Auswärtserfolg (74:71) in Ludwigsburg. In schöner Regelmäßigkeit wechselten sich anschließend Niederlagen und Erfolge ab. Mit dem Ergebnis, dass die Göttinger nach dem Ende der Hinrunde mit sechs Erfolgen bei zehn Niederlagen auf Platz zwölf in der Tabelle liegen. Im Jahr zuvor waren sie als Vorletzter in die Rückrunde gegangen. 

Shooting-Star Eeatherton

Scott Eatherton gehört zu den großen Überraschungen der Hinrunde. Der gegen seine Kontrahenten oft schlaksig wirkende BG-Center hat sich schnell an das deutlich höhere Niveau der BBL gewöhnt. Aus der 2. italienischen Liga kommend, hatte der 2,03 Meter große und nur 106 Kilogramm schwere US-Amerikaner keine Eingewöhnungsprobleme. Mit durchschnittlich 7,5 Rebounds pro Spiel ist er in dieser Statistik-Kategorie der drittbeste Akteur der Liga. Bestätigt der aus Pennsylvania stammende Eatherton in der Rückrunde seine Leistung, dürfte sich erneut ein Profi bei den Veilchen für höhere Aufgaben ins Rampenlicht gespielt haben.

Starke Offensiv-Quote

Eine Statistik führt die BG Göttingen in der Hinrunde an: Keine Mannschaft war in den 16 bislang ausgetragenen Spielen erfolgreicher im Offensivrebound als die Veilchen. Durchschnittlich 11,7 holten sich die Spieler nach einem Fehlwurf, erhielten dadurch eine zweite Chance im Angriff, um zu punkten. Am unteren Ende der Wertung liegen die Veilchen allerdings in der Block-Wertung, hier kamen sie auf durchschnittlich nur 1,5 pro Spiel. Wie entscheidend so ein Block sein kann, bekam Alex Ruoff am zweiten Weihnachtsfeiertag in Würzburg zu spüren: Sein Wurf in der letzten Sekunde wurde von Maximilian Ugrai geblockt, der damit den Mainfranken den knappen 87:86-Erfolg sicherte.  

Glücksgriff Ruoff

Er kam mit Verspätung, erfüllte aber sofort die in ihn gesetzten Hoffnungen: Alex Ruoff hat wenige Wochen nach dem Saisonstart bei den Veilchen angeheuert. Sein Vertrag bei den MHP Riesen Ludwigsburg war aufgelöst worden und BG-Coach Johan Roijakkers hat zugegriffen. Der Guard fühlte sich gleich von Beginn an wohl bei seinem Ex-Klub, für den er in der ProA (2013/14) und in der Bundesliga (2014/15) schon einmal aufgelaufen war. Das zeigt auch die Statistik: In bislang elf Spielen kam er durchschnittlich auf 15,1 Punkte – so viele erzielte kein anderer Akteur im Veilchen-Trikot pro Partie.

Zuschauer in der Hinserie

BG-Spiele sind weiterhin ein absoluter Zuschauermagnet. 26 644 Besucher strömten zu den acht Heimspielen in der Hinrunde. In der Rückrunde kommen nach dem Ausschluss des insolventen Klubs Phoenix Hagen nur acht weitere hinzu. Im Schnitt kamen bisher 3331 Zuschauer pro Heimspiel, das entspricht derzeit einem leichten Rückgang um 2,4 Prozent. In der Rückrunde stehen den Veilchen-Fans allerdings noch die in der Regel ausverkauften Top-Heimspiele gegen Spitzenklubs wie Bamberg , Berlin, Oldenburg oder Ulm bevor. bam

Fiasko in der Hinserie

Der Ausschluss vom Spielbetrieb des insolventen Klubs Phoenix Hagen war ohne Zweifel der negative Höhepunkt der ersten Saisonhälfte. Aufgrund der hohen Verschuldung und negativer Prognosen sah sich die Liga zu diesem Schritt gezwungen. Bereits Anfang Dezember war für den nordrhein-westfälischen Traditionsklub Schluss. Die BG-Punkte für den Auswärtssieg in Hagen zum Saisonstart waren damit auch futsch. bam

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