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Thema des Tages Das sind die sieben Entwürfe für die Stadthalle
Thema Specials Thema des Tages Das sind die sieben Entwürfe für die Stadthalle
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10:10 22.02.2018
Stelenreihen und eine vierseitge Wandelhalle schlägt das Büro PFP Architekten aus Hamburg als Fassadengestaltung für die Stadthalle vor. Quelle: r
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Göttingen

Auf einer Internetseite der Stadtverwaltung sind die Entwürfe zu sehen – drei für die Neugestaltung der Fassade, vier für die Neuplanung des Gebietes zwischen Park und Theater. Die Entwürfe lassen sich dort auch als PDF-Dateien herunterladen. Im Netz können Bürger direkt über die Vorschläge abstimmen, und per E-Mail Anregungen und Verbesserungswünsche an die Stadtverwaltung schicken. Die Hinweise und Anregungen sollen dann von den Büros bewertet und nach Möglichkeit entsprechend eingearbeitet werden.

Wiedereröffnung 2021

Auf der eigens eingerichtete Internetseite zur bevorstehenden Stadthallensanierung befinden auch weitere Informationen etwa über das Sanierungskonzept oder den bislang geplanten Ablauf der Sanierung zwischen Hallenschließung im November 2018 bis zur Wiedereröffnung der Halle in 2021.

Am Sonntag hatten die sieben beteiligten Büros ihre Entwürfe zum ersten mal eine breiten Öffentlichkeit gezeigt. Rund 150 Zuhörer kamen. Es sei um die Überlegungen gegangen, wie kann die Stadthalle künftig aussehen, sagte Oberbürgermeister. Für die Fassade habe es drei „sehr spannende, sehr unterschiedliche“ Entwürfe gegeben.

Am Sonntag hatten die sieben beteiligten Büros ihre Entwürfe zum ersten mal eine breiten Öffentlichkeit gezeigt. Quelle: Peter Heller

Verwaltung macht Vorgaben an Planungsbüros

Als Vorgaben nannte die Stadtverwaltung die Dämmung der Fassade, mindestens die Hälfte der charakteristischen Kacheln soll erhalten bleiben, die Halle soll dadurch wiedererkennbar sein und neue Akzente setzen. Folgende Büros haben Arbeiten zur Fassadenneugestaltung eingereicht: PFP Architekten (Hamburg), Reichel Architekten (Kassel) und Soll Sasse Architekten (Dortmund).

Überlegungen zur Gestaltung des Hallenumfeldes haben sich gemacht: Bruno Fioretti Marquez Architekten (Berlin), Cityförster (Hannover), DeZwarteHond (Köln) in Arbeitsgemeinschaft mit Kortemeier-Brokmann Landschaftsarchitekten (Herford) und Prosa (Darmstadt). Für sie galt bei ihren Arbeiten: Die fehlende Wallverbindung zwischen Albaniplatz und Theater soll wieder hergestellt werden. Der Albaniplatz sollte umgestaltet werden, möglichst auch mit einer Bebauung. Die Straßen in dem Gebiet sollten mit einbezogen werden.

Ergebnisse im Mai im Bauausschuss

Eine Jury, die aus Fachverwaltung, Sachverständigen und Ratsmitgliedern besteht, will Mitte April jeweils ein Büro auswählen, das mit den weiteren Planungen beauftragt werden soll. Voraussichtlich im Mai 2018 will die Verwaltung dann über das Ergebnis im Bauausschuss des Rates berichten.

Einige Anregungen gab es bereits am Sonntag: Die Fassade solle nicht zu dunkel werden und „Wasser“ bei der Gestaltung des Platzes eine Rolle spielen. Zudem wünschten die Teilnehmer ein gute Busanbindung der Halle und einen barrierefreien Zugang zum Albaniplatz und zur Stadthalle.

Fassadenentwürfe

Reichel Architekten (Kassel)

Reichel Architekten (Kassel) Quelle: r

Für die Kasseler Architekten trägt die derzeitige Fassade von Rainer Schell viel zur Identität der Bürger mit der Stadthalle bei. Ihre Merkmale seien das Material und die geometrischen Muster. Nur: Aus Sicht der Kasseler ist die Fassade nur schwer zu erhalten. Die Kacheln sollen abgenommen werden und etwa für Möbeln vor der Halle wiederverwendet werden. Ein Teil der Kacheln bilden die „Matrize für ein plastisches Fassadenelement“, erläutert Alexander Reichel. Quadrate mit 2,5 Meter Kantenlänge, die die geometrischen Formen der jetzigen Fassade aufnehmen. Diese Elemente sollen aus zwei bis drei Zentimeter starken, weißen Textilbeton sein. So erinnere die neue Fassade an die alte, gleichzeitig wandele die neue die alte durch die neue Farbe und die „Umkehrung der plastischen Form“. Über dem Eingang, so Reichels Idee, könnte eine „Stadtbalkon“ entstehen (links im Bild).

Soll Sasse Architekten (Dortmund)

Soll Sasse (Dortmund) Quelle: r

Auch die Dortmunder betonen die Identitätsstiftung der Halle durch die bunten Kacheln. Die exakte Verlegung der Fassadenkacheln nach Rainer Schells Vorgaben aber folge scheinbar keinem logischen System, analysieren die Architekten. Ihr Entwurf unternehme nun kein „Tabula Rasa“, sondern widme sich dem Vorgefundenem. Der Fokus werde auf die „Fortschreibung der vorhandenen Qualität der Architektur“gelegt. Die Kacheln sollen kartiert, demontiert, gesäubert und archiviert werden. Für die neue Fassade werden Betonbauteile gegossen und die Kacheln in diese neu geordnet wieder eingefügt. Weil nicht alle Kachel die Demontage überstehen, gebe es „vermeintliche“ Fehlstellen. Als „erweitertes Gestaltungsprinzip“ wollen die Planer das Quadrat als „neue Reliefgeometrie“ etablieren.

PFP Architekten (Hamburg)

PFP Architekten (Hamburg) Quelle: r

Die Hamburger Architekten verpassen der Stadthalle in ihrem Entwurf gleich zwei neue Hüllen. Die nach der Betonsanierung neu aufgebrachte dunkel abgedeckte Däm mung soll, so ihre Vorstellungen, mit einem auf 30 Zentimeter Abstand vorgehängten, messing-farbenen Metallgewebe bekleidet werden. „Das schafft Leichtigkeit, vermeidet Massivität und Flächigkeit und drückt die Werthaftigkeit aus, welche einer Stadthalle ansteht“, heißt es im Entwurf. Der Entwurf sieht zudem vor, eine „Stelenreihe, eine vierseitige Wandelhalle“ um die Halle zu bauen, die aus senkrechten und diagonalen Stelen aus weißem Beton besteht und so der Halle ein „modernes und eigenständiges Bild“ gibt, wie Detlef Junkers vom Büro erläutert. Die Kacheln verpflanzt der Entwurf auf das Hallendach.

Umfeldentwürfe

Prosa (Darmstadt)

Prosa (Dortmund) Quelle: r

„Wir machen den Hof“ haben die Darmstädter Stadtplaner ihre Arbeit genannt. Durch die Verlegung der Straße, die derzeit zwischen Halle und Parkplatz verläuft, direkt an den Schulhof der Albanischule entsteht ein großer Platz vor der Stadthalle, der auch Platz für eine Open-Air-Bühne bietet. Auch werde so der südliche Altstadtbereich besser angebunden und auf der Radwegeverbindung zwei Gefahrenpunkte beseitigt, erläutern die Planer. Eine Tiefgarage bietet Stellflächen für Autos. Entlang der Herzberger Landstraße sollen neue Gebäude für Gastronomie und Hallenverwaltung und -logistik entstehen, um die Kante zur Straße klarer abzubilden. Die Lücke im Wall wollen sie schließen, indem die Ostseite der der Straße Theaterplatz zwischen Herzberger Landstraße und Theater als Grünanlage angelegt wird.

Cityförster (Hannover)

Cityförster Hannover Quelle: r

Vier stadträumliche Strategien verfolgt der Entwurf der Cityförster: Durch den Rückbau der Stadthallen-Pergola und einen Umbau der Theaterstraße bekommen Halle und Theater „großzügige, zusammenhängende und gut zugängliche Freibereiche“. Das Gelände an der Kreuzung Theaterstraße /Herzberger Landstraße soll „die bestehende Schwelle“ von Norden nach Süden aufheben. Es soll bis zum Cheltenhampark auf einer Länge von 100 Meter eine breite Promenade entstehen. Bislang beengte Außenflächen würden deutlich größer und die Gebäude erhielten mehr „Luft zum Atmen“, so die Planer.

Bruno Fioretti Marquez Architekten (Berlin)

Bruno Fioretti Marquez Architekten (Berlin) Quelle: r

Donatella Fioretti vom Büro Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin bescheinigte dem Albaniplatz „enorm viel Potenzial“. Derzeit sei das Areal aber sehr zergliedert, die Verkehrsströme müssten verbessert werden. Aber: „Das Auto darf nicht zum Ausgangspunkt der Planung sein.“ Ihre Idee: Die Straße vor der Halle in den Süden zwischen Halle und Park zu verlegen, um dem Platz besser nutzen zu können. Hier könnte eine Shared-Space-Fläche für den Verkehr entstehen. Ein Neubau an der Herzberger Landstraße, etwa für Gastronomie, könnte den Platz besser einfassen. Dieser solle zu einem Treffpunkt mit „sozialer und kultureller Vielfalt“ werden. Weiter schlägt Fioretti vor, einen „Ringbau“ um die Halle zu errichten. Weitere Ziele sind, die Walllücke zu schließen und das Bodenniveau von Halle Richtung Innenstadt „zu modellieren“.

DeZwarteHond (Köln)

DeZwarteHond (Köln) Quelle: r

Die Dominanz des Autos auf dem Platz vor der Stadthalle wollen die Planer von DeZwarteHond brechen und ihn für Fußgänger und Radfahrer öffnen. Ein „Platz für die Menschen“ soll es werden – allerdings sieht der Plan vor, dass Autos den Platz nutzen, um in die Innenstadt zu gelangen. Auch die Kölner schlagen vor, auf der Nord-West-Ecke des Platzes einen Neubau für Gastronomie zu schaffen. Sie schlagen entlang des dann „durchgängigen“ Stadtwalls weitere neue Häuser vor – mit einer eigenen, neuen „Gebäudesprache“.

Von Michael Brakemeier

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