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Filmdreh mitten in der Stadt

"Whitecollar Upgrade" in Göttingen Filmdreh mitten in der Stadt

Mit den Dreharbeiten zum Science-Fiction-Kurzfilm „Whitecollar Upgrade“ (WCU) der Göttinger ­Produktionsfirma HarderFilm wird die Universitätsstadt einmal mehr zur Filmstadt. WCU spielt in Göttingen, die Hauptrollen spielen Göttinger Schauspieler, und die meisten Szenen wurden an Göttinger Schauplätzen gedreht.

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Regisseur Oliver Clark bespricht letzte Details mit Schauspielerin Angelika Fornell.fotoS: Markus Hartwig

Quelle: Markus_Hartwig

Göttingen. Einige Autos und drei fahrbare Bühnen mit darauf montierten Scheinwerfern stehen um das Alte Rathaus herum. Die Scheinwerfer werden gerade in Position gebracht: Richtung Fenster der Dorntze im Alten Rathaus, um später das passende Licht in das urige Gewölbe zu werfen. Alles läuft nach Plan, auch wenn das Alte Rathaus gerade eingerüstet ist und die Bedingungen erschwert sind. Dass alles nach Plan läuft, ist wichtig, denn in der Dorntze wird heute die „Büroszene“ für WCU gedreht.

Im Alten Rathaus herrscht geschäftiges Treiben. Das gesamte Filmteam ist schon auf den Beinen: Jeder hat hier seine Aufgabe; die Schauspieler werden geschminkt, die Kostüme angepasst, Kameras und Equipment aufgebaut. Das Team arbeitet unter Zeitdruck, denn am frühen Abend müssen die Szenen im Kasten sein. Dennoch ist die Atmosphäre entspannt, keiner verfällt in Hektik. „Entspannung und Gelassenheit sind das Wichtigste am Filmset“, sagt Hauptdarsteller Wolfgang Zarnack, der Jacob Carus verkörpert.Der Schauspieler, der am Göttinger Max-Planck-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, war zuletzt im Musical „Das Wunder von Bern“ am Hamburger Stage Theater an der Elbe zu sehen.

Die Dreharbeiten machen ihm viel Spaß, denn: „Am Set ist, anders als am Theater, jeden Tag Premiere.“ Dass nach der Produktion des Krimis „Harder und die Göre“ nun ein weiterer Film in Göttingen gedreht werde, in dem er nun die Hauptrolle übernehmen könne, sei eine „besondere Herzensangelegenheit“ für ihn. Zarnack sitzt in einer Szene am Schreibtisch der Frau Dornhagen, gespielt von Angelika Fornell. Die langjährige Schauspielerin des Deutschen Theaters Göttingen arbeitet nicht zum ersten Mal mit HarderFilm zusammen.

In „Harder und die Göre“ spielte sie die Chefredakteurin der lokalen Tageszeitung. „Die Arbeit mit dem Team ist sehr familiär, das schätze ich“, sagt Fornell. Das Thema von WCU sei zudem aktueller denn je. Die Kontrolle des Menschen via Neuroimplantat sei heutzutage keine Fantasie mehr. „Ich habe mich durch die Dreharbeiten intensiv mit dem Thema Datenschutz auseinandergesetzt“, so Fornell. Den Zuschauer für dieses ­Thema zu sensibilisieren, sei durch den Science-Fiction-Film denkbar.

Noch fünf Minuten sind es bis zum Dreh der nächsten Einstellung. Angelika Fornell sitzt nun vor einem sogenannten „Green Screen“, einer grünen Wand, die das Nachbearbeiten der Filmeinstellungen am Computer ermöglichen soll – denn das Göttingen der Zukunft soll sich auch optisch dem Science-Fiction-Plot anpassen.

Neben der spannenden Geschichte von WCU soll der Kurzfilm mit aufwendigen Masken- und Computereffekten visuell beeindrucken. Hierfür konnte die Göttinger Filmcrew – wie schon bei „Harder und die Göre“ – Profis aus Hannover gewinnen, die die Produktion unterstützen. Regisseur Oliver Clark gibt letzte Anweisungen, geht mit den Schauspielern noch einmal die nächsten Schritte durch. „Bislang läuft alles gut“, sagt Clark, der mit dem Team an sechs Tagen und sieben Orten für Whitecollar Upgrade dreht. Neben der Dorntze werden auch Szenen in der Pathologie oder im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung gedreht. WCU soll nach der Premiere in Göttingen auch auf internationalen und nationalen Filmfestivals laufen.

Die Initialzündung für den Kurzfilm „Whitecollar Upgrade“ brachte eine Drehbuchwerkstatt am ­Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen, in deren Rahmen Rashid Ben Dhiab sein erstes Skript zu Papier brachte. Vom Potenzial des Entwurfs überzeugt, übernahm HarderFilm („Harder und die Göre“) die Patenschaft für das Projekt, zusammen mit Regisseur Oliver Clark überarbeitete Ben Dhiab das Drehbuch, bis beide wussten: Die Geschichte würde als Kurzfilm funktionieren. Der positive Bescheid der Film- und Mediengesellschaft Nordmedia über eine Filmförderung ermöglichte Produzent Daniel Bernhard schließlich den Startschuss für die Produktion.

Von Maren Iben

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