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Thema des Tages Göttingen zieht Zehntausende Besucher an
Thema Specials Thema des Tages Göttingen zieht Zehntausende Besucher an
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00:27 11.04.2018
„Göttingen zieht an“: Die Fußgängerzone war voll. Quelle: Peter Heller
Göttingen/Grone/Weende

„Mehrere Zehntausend Besucher” strömten am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen nach Angaben von Pro City in die Innenstadt. Am Lutteranger gab es kaum mehr einen freien Parkplatz, ebenso am „Kauf Park“, wo Centermanager Andreas Gruber rund 20 000 Gäste zählte.

Verkaufsoffener Sonntag „Göttingen zieht an“

„Göttingen zieht an”, so lautet der Titel der Pro-City-Aktion in der Innenstadt. Und dieses Mal stand der verkaufsoffene Sonntag unter dem Motto „Tanz in den Frühling”. Viele Tanzgruppen traten in den Straßen auf, aber die American-Football-Spieler der Göttinger Generals gaben in der Weender Straße einen Einblick in ihre Sportart.

Hip-Hop-Tänzerinnen des TWG

In der Prinzenstraße zeigten die jungen Tänzerinnen der Move’n-Dance-Gruppe des TWG, was sie können. Auch wenn es zunächst kurz an der Stromversorgung für ihre Musik haperte - Firma Tode konnte helfen - selbst die “Minis”, also die kleinsten der Hip-Hop-Tänzerinnen ließen sich davon nicht verunsichern. Trainerin Linda Vogel, die an diesem Sonntag ihren Geburtstag feierte, war sichtlich stolz auf ihre Kinder-Wettkampfgruppe, in der auch Lilly Paul mittanzte. Ihre 17-jährige Schwester Luna tanzt seit ihrem dritten Lebensjahr und ist heute selbst Tanz-Trainerin in ihrem Verein. Mutter Sori Ibaceta-Paul ist sichtlich stolz. “Ich freue mich, wenn sich die Kids freuen”, sagt sie. Viele Familien sind in die Stadt gekommen, bummeln, kaufen ein oder genießen ein Eis in der Sonne.

300 Göttinger City-Geschäfte geöffnet

„Rund 300 Geschäfte haben beim verkaufsoffenen Sonntag mitgemacht”, sagt Frederike Breyer, Geschäftsführerin von Pro City. Bei dem herrlichen Wetter sei die Innenstadt am Sonntag vor allem auch ein Treffpunkt gewesen. “Ich habe viele Menschen getroffen die erzählten, dass sie viele getroffen haben”, sagt Breyer. Einige der Läden hatten berichtet, dass sommerliche Kleidung wie beispielsweise Bikinis nachgefragt waren. “Natürlich zeigt sich der Erfolg solch einer Veranstaltung nicht immer direkt am Umsatz, der Tag dient auch dem Marketing”, sagt sie. Susanne Heller vom Verein Pro City war ebenfalls zufrieden und nicht nur wegen der großen Zahl der Besucher. „Viele Besucher kommen, um sich gezielt zu informieren“, sagt die Inhaberin eines Bettenhauses. „Eine große Zahl der Gäste kam auch aus dem Umland nach Göttinen“, sagt Breyer.

Besucher im Jugendstil-Geschäft

Die Fußgängerzone und auch die Parkplätze rund um die City waren ebenso voll wie die Straßencafés. In den Seitenstraße war es ruhiger. Entspannte Atmosphäre herrschte auf dem Wochenmarktplatz, wo Flohmarktstände aufgebaut waren. Zudem konnte man den Göttinger Swing-Tänzern bei ihrem Tanztee zuschauen – oder einfach mittanzen. Auch Jürgen Marquardt hatte zahlreiche Besucher in seinem neuen Matratzenladen zu Gast. Viele waren allerdings wegen der kürzlich entdeckten Jugendstil-Ausstattung gekommen. “Wir haben im Tageblatt davon gelesen und im Freundeskreis darüber gesprochen”, sagt Gisela Gode-Troch, die mit ihrem Mann Andreas Troch die historischen Fliesen anschaute. Die beiden Göttinger freuen sich darüber, dass diese einzigartige Dekoration wieder zu sehen ist “Das ist toll, dass die Besitzerin sie wieder freigelegt hat”, sagt Gode-Troch.

Kauf Park zählt 20.000 Besucher

Andreas Gruber, Centermanager des „Kauf Park“, berichtete von rund 20 000 Besuchern, die “trotz des schönen Wetters” gekommen seien. Vor allem die Auktion habe sich als großer Publikumsmagnet erwiesen. Und: “Die Gartenabteilung des Baumarktes war stark frequentiert”, sagt Gruber. Auch am Lutteranger führte unter anderem das sommerliche Wetter dazu, dass es viele der Besucher in den Baumarkt zog, der zudem mit Rabatten warb.

Der 8. April ist einer von insgesamt sieben verkaufsoffenen Sonntagen in der Stadt - zählt aber als drei Sonntage. Denn gezählt wird pro Einkaufsquartier.

„Ich finde es klasse, die Resonanz ist toll“, sagte Auktionator Stefan Sauerland bereits nach dem ersten von fünf Durchgängen. Mit einem Erstgebot von einem Euro starteten viele Runden auf der Show-Bühne, die Spanne der Einstiegspreise reichte bis zu 450 Euro bei wertvolleren Angeboten.

Viele Spenden von Privatleuten und Geschäftsleuten

Der Auktionator des Göttinger Auktionshauses rief jeweils ein Objekt auf, präsentierte es auf der Bühne und versuchte es den Zuschauern schmackhaft zu machen. Alle Artikel konnten die Besucher auch auf zwei großen Monitoren und einer Videoleinwand sehen. Die Auswahl reichte von Geschirr über nicht käuflich zu erwerbende Tickets für „Stars for free“, dem großen Sommer Open-Air von Antenne Niedersachsen, über Gutscheine bis zu vielen Antiquitäten und Sammelobjekten aus vergangenen Zeiten, aber auch seltenen Werbeprodukten.

Bei den Artikeln handelte es sich größtenteils um Spenden von Privatleuten und Geschäften. Ein weiterer Teil der Auktionsangebote waren Artikel aus der Aktion „Schätze schätzen“, die der Kauf Park ausgerichtet hatte. Viele Teilnehmer hätten sich spontan entschieden, ihre Gegenstände kostenlos für den guten Zweck bereitzustellen, berichtete Sauerland.

Zu den wertvollsten Stücken in der Auktion gehörten ein Elektromobil und eine seltene Jahresuhr mit Wochentag und Datum. Aber auch Schmuck in unterschiedlichen Größen und aus verschiedenen Materialien, Uhren, Vasen und vieles mehr gehörte zum Programm. Interessierte konnten die Objekte bereits im Vorfeld in Augenschein nehmen. Sie wurden auf der Ausstellungsfläche im Atrium des Kauf Parks präsentiert. Einen Überblick bot auch ein Katalog mit den angebotenen Gegenständen, der sowohl im Internet als auch in gedruckter Form zu sehen war.

Höchstbietender erhält den Zuschlag

In jeder Aktion kamen rund 45 Artikel der Reihe nach nach zum Aufruf. Zuschauer hoben die Hand und erhöhten damit um jeweils einen Euro, in manchen Runden waren die Abstände zwischen den Geboten auch höher. Nach dem der Höchstbietende den Zuschlag erhalten hatte, ging er zur Bühne und bekam dort einen Beleg. Damit ging er zur Kasse und bezahlte. Anschließend holte der Bieter sein Schnäppchen an der Ausgabe ab.

„Ich habe heute zum ersten Mal etwas ersteigert“, erzählte Ivo Schünemann. Der große Milka-Weihnachtsmann sei für seine Kinder bestimmt, berichtete der 50-jährige Besucher aus Hedemünden. Rouven Engel aus Friedland hat erfolgreich für ein Whiskeyregal geboten. Das gute Stück soll Platz finden in Partyraum des 42-Jährigen. Für ihre Nichte ersteigerte Archawan Raoof einen Gutschein für den Besuch eines Sonnenstudios. „Die Preise sind gut“, meinte die 64-jährige Teilnehmerin aus Göttingen.

Den Jumbo-Fußball des Herstellers Adidas, eine überdimensionale Replikat des Balles, mit dem während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gekickt wurde, ersteigerte der 38-jährige Marco Beinhorn aus Göttingen. „Mein Sohn Hardy wollte ihn unbedingt haben“, erklärte der Besucher. „Wir hatten gedacht, dass wir mehr bezahlen müssen“, sagte der Siebenjährige.

Von Britta Bielefeld und Axel Artmann

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