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Traum vom Basketballteam „Genius Göttingen"

Thema des Tages Traum vom Basketballteam „Genius Göttingen"

Mit einem Ticket sowohl Stadtbus als auch Regionalbus fahren, das ist heute üblich. Vor 25 Jahren mussten dafür zwei unterschiedliche Fahrkarten gelöst werden. Angestoßen wurde die Vereinheitlichung der Tarife vom Regionalverband Südniedersachsen. Dessen Geschäftsführer, Rüdiger Reyhn, geht nach 25 Jahren in den Ruhestand. Der Regionalverband wird zum Bildungsverband.

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Rüdiger Rheyn und seine Nachfolgerin Anna Wucherpfenning

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Was macht der Verband eigentlich? Das ist eine Frage, der der Geschäftsführer nicht selten hört. Denn: Viel Arbeit steckt in den Dokumentationen, in der Netzwerkarbeit, im Zusammenbringen von Akteuren; sie ist wenig sichtbar, aber über Kreisgrenzen hinaus wirksam. „Mit Bildung hat hier alles angefangen“, sagt der SPD-Mann und zeigt auf ein dickes, grünen Heft - die erste Publikation des Regionalverbandes. „120 Bildungsträger gab es in den 90er-Jahren noch in der Region“, sagt er, heute seien es deutlich weniger. Der grüne Band war die erste Aufstellung aller Anbieter. „Wir hatten viele Ideen aber wenig Mittel.“

Bevor er die Aufgabe übernahm, war Reyhn Redakteur beim Göttinger Tageblatt - einer, der sich in Stadt und Land auskennt. Aber: „Ich wollte Themen lieber tiefer bearbeiten“, sagt der Zwei-Meter-Mann, der den Verband vom ersten Tag an prägte. Er wechselte das Fach.

1992 wurde der Regionalverband als Verein gegründet. „Damals waren die meisten Göttinger noch sehr auf sich selbst konzentriert. Die Region kam nur vor, wenn die Göttinger mal zu Mutter Jütte oder an die Weser gefahren sind“, sagt Reyhn und lächelt. Heute gebe es mehr Offenheit, politische Grenzen spielten eine weit weniger große Rolle als damals. Er musste Pionierarbeit leisten. Nur ein ebenfalls über die kommunalen Grenzen hinaus arbeitender Verband, der Landschaftsverband, habe bereits existiert. Heute gibt es zahlreiche interkommunale Organisationen. Zur Gründung des Verkehrsverbundes ZVSN, der Gesundheitsregion und dem Abfallzweckverband hebe der Regionalverband die Impulse gegeben.

„Regionale Identität“ ist ein Begriff, den der 66-Jährige gerne benutzt. Eine gemeinsame Vermarktung und Präsentation der Region Südniedersachsen ist eine Aufgabe, die ihm am Herzen liegt. Die Einführung der Dachmarke „Genius Göttingen“ zu diesem Zweck bezeichnet er allerdings als „ein besonders zähes Stück Arbeit“. Wenn man sich nach außen hin als Region Südniedersachsen profilieren möchte, sollte man laut Reyhn gemeinsam auftreten. 

„Und dabei müssen wir alle zu unserem Oberzentrum stehen“, sagt der Geschäftsführer. Deshalb hat er den Namen „Göttingen“ als Bestandteil der Marke durchgesetzt. Das sorgte in der Region nicht nur für Begeisterung. Wenn etwas auf Freiwilligkeit beruhe, gebe es oft Widerstände. Aber: „Da bin ich immer noch hartnäckig“, sagt Reyhn. Einige seiner Weggefährten nennt er einen „Glücksfall“, so den langjährigen Vorsitzenden Bernhard Reuter (SPD) und den Mitstreiter Gerhard Cassing.

Der Mann hat einen Traum: Den, dass das Team der BG Göttingen sich „Genius Göttingen“ nennt. „Das hat bisher leider noch nicht geklappt.“ Das Potenzial der Region muss also ohne die Unterstützung des Sportteams bekannt gemacht werden. Träger der Marketingstrategie „Genius Göttingen“ ist heute die Südniedersachsen-Stiftung.

Bedauernd blickt Reyhn auf einen Aspekt seiner Aufgaben zurück: Dass die Aufgaben einer Regionalplanung in Südniedersachsen Sache der Kommunen und somit oft auch an den kommunalen Grenzen stecken bleibt. Und so urteilt Reyhn: „Eine Regionalplanung gibt es nicht wirklich.“

Jetzte aber freut er sich auf ein bisschen mehr Privatleben. „Ich habe fünf Enkel in Hamburg und München“, sagt er der stolze Großvater. Im Ortsrtat Nikolausberg will er sich weiter engagiern. „Und gemeinsam mit meiner Frau etwas Zeit in Südfrankreich verbingen.“

Regionalverband wird Bildungsverband

Bildung, das Thema stand laut Rüdiger Reyhn am Anfang im Mittelpunkt, und es steht demnächst noch mehr im Zentrum der Arbeit des Verbandes: Der Regionalverband Südniedersachsen wird im März zur „Bildungsregion Göttingen“. Die Nachfolgerin Reyhns, die 34-jährige Studienrätin und SPD-Stadtratsmitglied Anna Wucherpfenning, übernimmt die Geschäftsführung des Vereins. Sie ist bereits seit mehr als zwei Jahren als Teilzeitkraft beim Regionalverband beschäftigt. Ein erstes Projekt, das im März präsentiert werden soll, ist das sogennnte Bildungsmonitoring für die gesamte Region Südniedersachsen. In der Zusammenstellung von Bildungsdaten soll „möglichst Wohnortbezogen“, dargestellt werden, welche Chancen und Defizite im Bildungsbereich in welchem Ort bestehen.

Warum sind Sie Mitglied im Regionalverband?

 

Bernhard Reuter , Landrat im Kreis Göttingen: „Der Landkreis Göttingen ist Mitglied im Regionalverband, weil er dessen Ziele zu 100 Prozent teilt. Diese sind, Kommunikation, Koordination und Kooperation in Südniedersachsen zu verbessern. Das hat funktioniert. Der Regionalverband hat in einem komplexen Umfeld Herausragendes geleistet. Er hat unter anderem die Zweckverbände für ÖPNV und Abfallentsorgung initiiert, die Gesundheitsregion angestoßen und die Bildungsregion ins Leben gerufen. Er war ein Wegbereiter der Kreisfusion. Mission erfüllt. Deshalb wird der Regionalverband konsequenterweise umstrukturiert. Er konzentriert sich künftig auf die Bildungsregion und setzt dort die außerordentlich erfolgreiche Arbeit fort.“

Kirsten Weber , Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes: „Der Arbeitgeberverband hat den Regionalverband Südniedersachsen als einen Netzwerkpartner der ersten Stunde immer sehr gerne unterstützt. Die herausragenden Kontakte, insbesondere auch diejenigen des langjährigen Geschäftsführers Reyhn in den Bereichen Wissen/Bildung, Wohnen und Wirtschaft haben die Region vorangebracht. Dank der guten Vorarbeit sind wir überzeugt, dass auch der Übergang in die Bildungsregion gelingen wird.“ 

Kirsten Weber, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes

Kirsten Weber, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes

Quelle: r

Rolf-Georg Köhler , Oberbürgermeister in Göttingen: „Der Regionalverband hat dafür gesorgt, dass Südniedersachsen enger zusammengerückt ist und dass unsere Region ihre Interessen selbstbewusst vertritt. Wir alle denken und handeln inzwischen viel stärker in regionalen Kategorien. Das war eine absolut positive Entwicklung, an der der erste und bisher einzige Geschäftsführer Rüdiger Reyhn einen ganz maßgeblichen Anteil hat. Zuletzt lag ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit im Aufbau der Bildungsregion Göttingen. Genau da müssen wir alle mit unserer gemeinsamen Arbeit für die Zukunft ansetzen.“

Mitglieder

Der Verband finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen. Die Mitglieder sind seit der Gründung nahezu identisch, „wir haben keine große Fluktuation“, sagt Reyhn. Mitglieder sind die Landkreise Göttingen und Northeim, die Städte Göttingen, Bad Gandersheim, Bad Sachsa, Dassel, Einbeck, Hann. Münden, Hardegsen, Holzminden, Northeim, Osterode und Uslar. Außerdem die Flecken Adelebsen, Bovenden, Delligsen, Nörten-Hardenberg, die Gemeinden Bad Grund, Friedland, Gleichen, Kalefeld, Katlenburg-Lindau und Rosdorf; die Samtgemeinden Boffzen, Dransfeld, Gieboldehausen,  Radolfshausen und Walkenried. Weitere Mitglieder: Arbeitgeberverband Mitte,  CSC Computer-Schulung & Consulting GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DGB-Region Südniedersachsen-Harz, E.ON Mitte AG, Georg-August-Universität, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen, Kreishandwerkerschaft Göttingen, Kreissparkasse Northeim, Niedersächsische Landgesellschaft und die Sparkassen Duderstadt, Göttingen und Münden.

Das macht der Regionalverband

Einige Projekte: Gründung des Vereins Gesundheitsregion Göttingen, Etablierung von Lernpartnerschaften nach dem Konzept „SchulBetrieb“, Verständigung auf die Dachmarke „Genius Göttingen“, Projekt „Haus der kleinen Forscher“, Projekt „Modellregion Südniedersachsen“ , Erarbeitung der Regionalen Entwicklungs-Strategie (RES), Darstellung des Radwegenetzes für Südniedersachsen, Abstimmung der „Aufgabenverteilung Wirtschaftsförderung in Südniedersachsen“, Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK), Erstellung des „RegJo Südniedersachsen“ ( das finale Magazin der Reihe ist gerade online erscheinen), Gewerbeflächenkataster Südniedersachsen, Vorbereitung des Zweckverbands Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN).

Hartmut Heuer, Erster Kreisrat Landkreis Northeim:

Dr_Heuer

Quelle: r

"Der Regionalverband hat sich frühzeitig mit den städtebaulichen Entwicklungen, die durch den demografischen Wandel hervorgerufen wurden, im südniedersächsischen Raum beschäftigt. Es wurden zahlreiche Initiativen, Workshops und Vortragsreihen auf den Weg gebracht. Darüber hinaus hat der Regionalverband oft als Korrektiv fungiert, wenn es um Großprojekte und deren Auswirkungen auf die Region ging. Als Stichwort sei hier der Einzelhandel genannt. Die Daseinsvorsorge - insbesondere im ländlichen Raum - gehörte recht früh zu den Betätigungsfeldern des Regionalverbandes."

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