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Die Tageblatt-Feier und Bratwurst in Bayern vermisst

Tageblatt-Aktion "Keiner soll einsam sein" Die Tageblatt-Feier und Bratwurst in Bayern vermisst

Ohne die vielen helfenden Hände wäre die Feier der Tageblatt-Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ undenkbar.

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400 Portionen Gulasch bereiten die UMG-Gastronomie am Heiligen Abend für die Gäste in der Stadthalle zu.

Quelle: Hartwig

Göttingen. Seit 1994 zählt Heidi Achilles zu den freiwilligen Helfern des offenen Heiligabends in der Göttinger Stadthalle. Für Achilles ist diese Veranstaltung eine Herzensangelegenheit. Ein paar Jahre hat sie ausgesetzt, weil sie mit ihrem Mann nach Bayern gezogen war. „Was uns dort gefehlt hat, das waren die Göttinger Bratwurst und die Heiligabendfeier“, sagt die Rentnerin. Als ihre beiden Söhne eigene Familien gründeten, habe ihr inzwischen verstorbener Mann Rüdiger die Idee gehabt, sich als freiwillige Helfer für die Veranstaltung zu melden. „Wir hatten vorher immer volles Haus“, sagt sie.

Heidi Achilles, Helferin beim Offenen Heiligen Abend.

Quelle: R

Also packten die beiden mit an. „Ich komme danach immer total erfüllt nach Hause“, sagt sie. Auch Schicksalsschläge wie ein Unfall und der Tod ihres Mannes halten die Göttingerin nicht von ihrem Engagement ab. Im Gegenteil. Als sie aus Bayern in die Heimat zurückkehrte, nahm sie die Tradition sofort wieder auf. „Die Gespräche mit den Gästen, Kaffee und das Essen servieren, das macht mir Freude.“

Gemeinsam Weihnachten feiern: Im vergangenen Jahr war die Stadthalle wieder gut gefüllt.

Quelle: Wenzel

Auch im vergangenen Jahr war Achilles wieder in der Stadthalle dabei. Eine Frau in ihrem Alter saß an ihrem Tisch. „Es war Freundschaft auf den ersten Blick“, sagt Achilles. Auf den Abend folgten viele gemeinsame Unternehmungen. „Ich habe dort schon so viele schöne Kontakte geschlossen, auch und gerade mit älteren Menschen“, erzählt sie. „Ich bringe mich nicht nur ein, ich bekomme auch so viel zurück“, sagt die Göttingerin. Gerade die älteren Menschen seien es, die die Feier in Gesellschaft genießen. „Sie sind oft so froh, einmal alles erzählen zu können.“

Achilles hofft nun, dass nichts mehr passiert und sie auch in diesem Jahr gesund und munter in der Stadthalle helfen kann. „Ich komme dann immer kaputt und glücklich nach Hause, mache mir Weihnachtsmusik an und lasse den Abend in Ruhe Revue passieren“, sagt sie. Am ersten Feiertag geht es zu den Kindern. Sie brauche den Kontakt zu anderen Menschen. Denn: „Nur in die Kirche gehen und es mir gemütlich machen, das reicht nicht.“

Helfen am Heiligabend: „Das tut gut“

Christine Raue-Löwe und Lars Raue.

Quelle: R

Horst Maar hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal als Helfer für den Offenen Heiligabend gemeldet. Maar möchte anderen Menschen eine Freude bereiten. „Ich habe in der Psychiatrie gearbeitet, dort haben wir den Patienten zu Weihnachten auch immer eine kleine Feier organisiert“, sagt er. Seit mehr als 30 Jahren lebt er in Göttingen. „Seitdem verfolge ich die Tageblatt-Hilfsaktion“, sagt Laue. Nun ist er Rentner, „Zeit, sich neu zu orientieren“, sagt Laue. Er möchte Menschen, denen es nicht so gut geht, am  Weihnachtsfest etwas unterstützen. „Das tut gut, so wie früher im Beruf.“

Bei den Leibners sind es gleich zwei, die sich engagieren, nämlich Roswitha und Joachim. Die Kinder des Ehepaars sind bereits aus dem Haus und anstatt alleine zu feiern, helfen die beiden Leineberger in der Stadthalle mit. „Unsere Aufgabe ist zunächst am Tisch“, sagt Joachim Leibner. Dort kümmern sie sich um die Gäste und passen auch ein wenig auf. „Es kommt schon mal vor, dass jemand die Weihnachtssterne vom Tisch abräumen und mitnehmen wollte, und zwar gleich drei“, sagt er. „Das geht natürlich nicht.“ Nach der Gästebetreuung hilft das Ehepaar noch beim Aufräumen und beim Abwaschen. Sie haben es nicht eilig, nach der Feier nach Hause zu kommen.

Christine Raue-Löwe und Lars Raue helfen bereits seit einigen Jahren in der Stadthalle mit. „Ich halte nicht soviel von weihnachtlichem Gedöns“, sagt der promovierte Wissenschaftler. „Deshalb kann ich diesen Abend ja auch sinnvoll für andere verbringen“, sagt der 38-Jährige. Die Küchenarbeit findet er „gut“. Wenn 400 Essen möglichst zeitgleich und heiß vor den Gästen auf den Tischen stehen sollen, sei das schon eine Herausforderung. „Dort kann ich mein Organisationstalent einbringen“, sagt Raue.

Dieter Jesper ist in diesem Jahr zum fünften Mal in der Stadthalle als Helfer dabei. Der Geograf hat sich im Jahr 2011 zum ersten Mal beim offenen Heiligabend engagiert – er hat sich vor allem um die Obdachlosen gekümmert. „Diese Tätigkeit tut mir gut“, sagt der Göttinger. Wenn er von seinem Einsatz nach Hause komme, dann sei er „total erschöpft aber glücklich“. Zur Arbeit am Tisch der Obdachlosen sei er zufällig gekommen, Bekannte waren dort bereits im Einsatz – das hat sich so ergeben“.

Auch in diesem Jahr möchte sich Jesper wie in den Jahren zuvor gerne wieder bei der Hilfsaktion engagieren. „Ich helfe aber dort, wo ich gebraucht werde, da bin ich flexibel“, sagt Jesper. Fest steht, er ist auch weiterhin als Helfer dabei.

400 Portionen Gulasch

Zu den Unterstützern der Feier am Heiligen Abend in der Stadthalle zählt zum zweiten mal auch die UMG-Gastronomie. „Wir engagieren uns gerne dafür“, sagt Kathrin John, Assistenz der Geschäftsführung. Hilfe direkt vor Ort sei wichtig, deshalb unterstütze man die Tageblatt Weihnachtshilfe „Keiner soll einsam sein“ gerne. Auch in diesem Jahr kocht das Team (Reinhard Bensch, Mike Müller und Marc Jastrow, v.l) wieder 400 Portionen Rindergulasch, Reis und Gemüse. „Das Essen wird frisch zubereitet und dann zur Stadthalle gebracht“, sagt John. Sie selbst ist zum ersten Mal dabei, die Resonanz der Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr geholfen haben, sei aber sehr positiv. Die Heiligabendfeier beginnt um 15.30 Uhr in der Göttinger Stadthalle.

Noch Karten für das GSO

Das Göttinger Symphonieorchester.

Quelle: Archiv
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