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Thema des Tages Hochschulsport boomt in Göttingen
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20:42 28.10.2018
Im Roxx: Das Kletterzentrum hat hat 7000 Nutzer im Monat. Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Wer am späten Nachmittag das Sportzentrum der Universität Göttingen betritt, könnte zur Auffassung gelangen, dass sämtliche Göttinger Studenten hier Sport treiben. Der Hochschulsport Göttingen boomt – und das hat auch mit einer Entwicklung zu tun, die bereits 2002 eingesetzt hat.

„Die Idee war, über das Fitnessstudio höhere Einnahmen zu haben“, sagt Axel Bauer, Leiter der Zentralen Einrichtung für den Allgemeinen Hochschulsport (ZEHS). Gesagt, getan: Speiste sich das Budget 2002 noch zu 90 Prozent aus zentralen Mitteln der Universität, beläuft sich der Uni-Anteil heute auf 20 Prozent – „80 Prozent sind selbst erwirtschaftete Einnahmen“, sagt Bauer nicht ohne Stolz. „Heute gibt es lediglich eine Hand voll Hochschuleinrichtungen, die das so praktizieren, aber wir waren die ersten.“

„80 Prozent sind selbst erwirtschaftete Einnahmen“, sagt Bauer nicht ohne Stolz. Quelle: Swen Pförtner

Der „entscheidende Knackpunkt“, so Bauer, sei im Jahr 2002 die Gründung des Fitnesszentrums (FIZ) gewesen. „Das war eine strukturelle Veränderung.“ Nach der ersten Ausbaustufe war ein Drittel der heutigen Größe erreicht, 2005 folgte die zweite Ausbaustufe. 2006 kam es zum Neubau mit vier neuen Sporthallen und der Gründung der Kletterhalle RoXx – drei Millionen Euro wurden investiert.

2009 erfuhr das FIZ die dritte Ausbaustufe, 2013 folgte mit dem Neu(An-)bau des RoXx das nächste Großprojekt inklusive neuem Sanitärbereich und zwei neuen Kursräumen. Kostenpunkt: mehr als drei Millionen Euro. 2016 entstand schließlich für die Fußballer die Soccer-Arena mit vier Soccer-Courts – Kunstrasenplätzen, von denen zwei überdacht sind.

Der Hochschulsport Göttingen boomt – und das hat auch mit einer Entwicklung zu tun, die bereits 2002 eingesetzt hat. Ein Rundgang.

Das Gesamtvolumen der Investitionen betrug zehn Millionen Euro. Bauer legt Wert darauf, dass es sich dabei keineswegs um zentrale Mittel der Universität handelt, sondern selbst erwirtschaftete Einnahmen.

Die Angebote des Hochschulsports sind ausschließlich für Studenten und Bedienstete gedacht. Der monatliche Basistarif beträgt monatlich 2,20 Euro, wer das FIZ nutzen möchte, muss mindestens 14 Euro pro Monat zahlen. Eine „tote Zeit“, etwa wegen Semesterferien, gibt es laut Bauer nicht mehr – die Nutzerzahlen liegen in den Ferien bei 70 Prozent der Semesterbelegung, dazu kommt das Kinderferienprogramm.

Leiter Axel Bauer erläutert das ZEHS

Für Schwimmhalle und RoXx werden Extra-Entgelte fällig. Hier sind Gäste willkommen, genauso wie auf den Soccer-Courts, den Tennisplätzen und den Beachvolleyballfeldern, für die es feste Tarife pro Spielzeit gibt.

Das FIZ ist jeden Tag geöffnet – werktags zwischen 8 und 22 Uhr, am Wochenende zwischen 9 und 18 Uhr. Der Personalbestand hat sich seit 2002 vervielfacht. Heute sind 41 hauptamtliche Mitarbeiter und rund 500 (vorwiegend studentische) Hilfskräfte im Hochschulsport tätig.

Die Kapazitäten werden ausgereizt: 15.500 und damit rund die Hälfte aller Studenten der Georgia Augusta sind in FIZ und Hochschulsport angemeldet. „Das ist bundesweit der Spitzenwert“, sagt Bauer. Dazu kommen 1500 Bedienstete. Momentan werden zu den drei vorhandenen Drehkreuzen zwei hinzugefügt, unter anderem ein barrierefreier. „Bisher standen die Nutzer in einer langen Schlange bis nach draußen“, so der ZEHS-Chef.

Die Zentrale Einrichtung für den Allgemeinen Hochschulsport ist keiner Fakultät zugeordnet. Das ebenfalls im Sportzentrum am Sprangerweg angesiedelte Institut für Sportwissenschaften der Universität gehört zur Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Das Fitnesszentrum Quelle: Swen Pförtner

Das Fitnesszentrum

Das FIZ hat 5800 Mitglieder, von denen in Spitzenzeiten 200 gleichzeitig trainieren. Den Mitgliedern stehen 164 Geräte zur Verfügung, die kontinuierlich erneuert werden.

Axel Bauer, Leiter der Zentralen Einrichtung für den Allgemeinen Hochschulsport (ZEHS) erläutert das Kletterzentrum. Quelle: Swen Pförtner

Das Kletterzentrum RoXx

Das Kletterzentrum des Hochschulsports hat 7000 Nutzer im Monat, 50 Prozent davon sind externe Nutzer wie Schulen. Ungefähr 80 Kletterer sind gleichzeitig aktiv. Unter der Woche ist das RoXx von 10 bis 23 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10 bis 22 Uhr. Im RoXx kann in der Halle und in vier Extra-Bereichen gebouldert werden – beim Bouldern wird ohne Seil und geschützt durch Weichbodenmatten bis zu einer Höhe von 3,50 Meter geklettert. Außerdem wird Top-Rope-Klettern (ein Helfer sichert per unter der Decke verlaufendem Seil ab) oder (für Fortgeschrittene) Vorstiegsklettern (das Seil wird vom Kletterer selbst in Exen eingeklinkt, die in 80 Zentimeter Entfernung angebracht sind). Zu Beginn gibt es Einführungskurse. Das RoXx ist wettkampftauglich – die Höhe des Anbaus beträgt 15 Meter. Die größte universitäre Kletterhalle Deutschlands sei ein „Alleinstellungsmerkmal der Region“, findet ZEHS-Chef Bauer.

In der Gymnastikhalle sind die Tänzer zu Hause. Quelle: Swen Pförtner

Die Gymnastikhalle

Im 2013 errichteten Neubau befinden sich eine Gymnastikhalle und drei Kursräume. Während in den Kursräumen vor allem Gesundheitssport und Uni-Kurse stattfinden, sind in der Gymnastikhalle, die mit einem großen Spiegel ausgestattet ist, vor allem die Tänzer zu Hause.

Die Schwimmhalle

Die Schwimmhalle gibt es seit 1970. Vier Stunden täglich ist sie für den öffentlichen Schwimmbetrieb geöffnet. Sie bietet damit zusammen mit dem Badeparadies Eiswiese die einzige Möglichkeit in der Region, unter dem Hallendach zu schwimmen, was unter anderem von Vereinen und Schulen genutzt wird. Ansonsten wird sie von der Universität für Ausbildungszwecke und neben dem Schwimmen für Tauchen, Unterwasserrugby, Wasserball, Kanupolo und Aquafitness genutzt. Werktags ist sie von 7 bis 22 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Soccer-Courts statt Tennisplätze. Zwei der vier Spielfelder sind überdacht. Quelle: Swen Pförtner

Die Soccer-Courts

Der Hochschulsport verfügt über vier Kunstrasenplätze, von denen zwei überdacht sind. 2016 wurden dafür sanierungsbedürftige Tennisplätze in sogenannte Soccer-Courts umgewandelt. Hintergrund war, dass die Naturrasenflächen am Sportzentrum „hoffnungslos übernutzt“ gewesen seien, so ZEHS-Chef Bauer. Nun ist auf den Kunstrasenfeldern unter anderem die Uni-Liga zu Hause, so dass auf ihnen mehr als 1000 Fußballer pro Monat auf Torejagd gehen. Zwischen 8 und 16 Uhr hat das Institut für Sportwissenschaften Erstbelegungsrecht, zwischen 16 und 22 Uhr der Hochschulsport. Sind Kapazitäten frei, können auch Gäste wie zum Beispiel Vereine auf den Plätzen trainieren.

Von Eduard Warda

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