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Drei Puster für einen freien Weg

Göttinger Bauhof im Kampf gegen Laub Drei Puster für einen freien Weg

Noch hängen jede Menge Blätter an den Bäumen aber es fällt auch schon das Laub: Hochsaison für die Mitarbeiter von Bauhof und Entsorgungsbetrieben. Außerhalb des Stadtgebietes muss jeder Göttinger selber vor der eigenen Tür kehren.

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Bauhof-Team: Denise Haase, Frauke Wegener und Thomas Hagemann im Laubeinsatz auf dem Wall am Theater.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Auf den öffentlichen Grünflächen der Stadt Göttingen sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs für die Beseitigung von Laub zuständig. Mit großen und kleinen Fahrzeugen, Pustern, Mähern und Containern sind die rund 35 Mitarbeiter derzeit unterwegs um die Blätterflut einzudämmen. „Wir kämpfen täglich mit dem Laub, nix als Laub”, sagt Gerrit Lebensieg vom Bauhof. Und: Es ist noch lange nicht vorbei, noch hängen die Bäume voller gelber und brauner Blätter.

Bauhof-Vorarbeiter Thomas Hagemann, Gärtnerin Frauke Wegener und Auszubildende Denise Haase sind am Donnerstagmorgen auf dem Wall und vor dem Deutschen Theater unte

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Laubbeseitigung auf öffentlichen Flächen - Bauhof-Vorarbeiter Thomas Hagemann, Gärtnerin Frauke Wegener und Auszubildende Denise Haase sind mit Rücken- und Schiebepuster auf dem Wall beim Deutschen Theater im Einsatz.

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rwegs. Drei Laubpuster kommen dort zum Einsatz, zwei tragbare Modelle und ein besonders starker, rollbarer Schiebepuster. Den bedient Hagemann, die beiden Frauen schultern die tragbaren Stihl, stecken sich Schutz in die Ohren und los geht es den Wall hinauf. „Die Bedingungen sind ideal heute”, erklärt Wegener. Die Wege sind feucht aber nicht so nass, dass das Laub klebt. „Wenn es zu trocken ist, wirbeln wir zu viel Staub auf und die Spaziergängern ärgern sich”, so die Gärtnerin. Worüber sie und ihre Kollegen sich ärgern, das sind rücksichtslose Zeitgenossen, die den Wall verbotener Weise als Hundeklo benutzen und die Haufen nicht aufsammeln. „Das Zeug klebt überall”, schimpft Hagemann. Auf dem Wall ist der Bauhof-Trupp mit den Pustern unterwegs. Die Methode der Wahl lautet aber oft auch: „Kleinmähen” - überall dort, wo es Sinn mache, erklärt Lebensieg. Beim Kleinmähen wird mit einem Fahrzeug das Laub mit einer Art rotierenden Bürste aufgenommen und dann in einem Mulcher fein zerkleinert. Dann kann das Laub als Gründünger ausgebracht werden. Dort, wo das nicht möglich ist, wird es entsorgt. „Beispielsweise das Laub von Kastanienbäumen wird immer aufgesammelt”, sagt Lebensieg. Grund dafür sei die Miniermotte, die sich sonst verbreiten kann. Das aufgelesene Kastanienlaub wird im Kompostwerk entsorgt.

Sieben Kolonnen mit drei bis vier Mitarbeitern und dazu vier Maschinisten sind derzeit täglich im Stadtgebiet unterwegs. Die Wege, wie auf dem Wall, den Schillerwiesen und am Kiessee, werden vom Laub frei gepustet. Rund 700 000 Quadratmeter Grünfläche werden vom Bauhof gesäubert, dazu kommen noch die befestigten die Wege. „Auf dem Albanischulhof zum Beispiel pusten wir das Laub zusammen und laden es auf”, sagt Hagemann.

Für die Säuberung der Straßen und Fußwege im Stadtgebiet sind die GEB zuständig. Die Wege vor privaten Häusern müssen die Eigentümer selber säubern, so Maja Heindorf von den GEB. „Jedes Jahr im Herbst fallen große Mengen Laub von den Bäumen und Sträuchern. Straßen und Gehwege müssen dann so schnell wie möglich geräumt werden, um die Sicherheit im Verkehr zu gewährleisten”, sagt sie Für die GEB habe die Laubentsorgung deshalb oberste Priorität: „Besonders nasses Laub ist rutschig und kann zu Unfällen im Straßenverkehr führen, deshalb greifen unsere Mitarbeiter zum Besen oder saugen die Blätter mithilfe von Maschinen auf.“ Ist das Laub nass, wird es schwerer, was die Arbeit der Straßenreinigung zusätzlich erschwert. Derzeit sind alle Mitarbeiter, die sonst im Winterdienst arbeiten, im Laubdienst. „Die Laubbeseitigung läuft auf Hochtouren”, sagt Heindorf. Noch hängen die Bäume voller Blätter, sie hofft, dass die Blätter bis Mitte November unten sind. Das Winterhalbjahr beginnt für uns am 15. November, dann werden die Fahrzeuge auf Streudienst umgerüstet”, sagt Heindorf. und weiter: „In der vergangenen Herbstsaison wuppten die Kollegen der Straßenreinigung rund 475 Tonnen Laub, eine ziemliche Knochenarbeit.“

Tipps:

Wer muss wo fegen?

Das regelt die Straßenreinigungssatzung jeder Gemeinde. Dort, wo die Kommune reinigungspflichtig ist, übernimmt meist der Bauhof (in Göttingen auch die GEB) die Laubentsorgung. Anwohner sind dazu verpflichtet, den Bereich vor ihrem Haus bis zur Mitte einer davor verlaufenden Straße vom Laub zu befreien. Auch einige Göttinger Bürger müssen für die Laubentsorgung Verantwortung übernehmen: Außerhalb der geschlossenen Ortslage, beispielsweise in den Bergdörfern, müssen nämlich die Gehwege vor dem Grundstück vom Laub eigenständig befreit werden. Dabei, so Maja Heindorf von den Göttinger Entsorgungsbetrieben (GEB), sei es egal, woher das Laub stammt: Auch Blätter, die von städtischen Bäumen auf den Gehweg fallen, müssen die Bürger zusammen fegen. Landet Laub aus dem öffentlichen Raum auf dem Privatgrundstück, so ist der Eigentümer auch hier für die Entsorgung verantwortlich.

Was tun mit dem Laub?

Die gesammelten Blätter sind nicht nur lästiger Abfall, sondern auch ein wertvoller Dünger. Gartenbesitzer können Laub zusammen mit anderen Bioabfällen zu Kompost umwandeln, der laut GEB als “ausgezeichneter und natürlicher Bodenverbesserer den biologischen Nährstoffkreislauf schließt und gleichzeitig die Bodenqualität nachhaltig verbessert”. Außerdem bieten Laubhaufen auf dem eigenen Grundstück wichtige Überwinterungsplätze für Igel und andere nützliche Tiere. Wer das Laub loswerden will: Das Laub kann über die Biotonne entsorgt, zum Recyclinghof gebracht oder in Laubsäcke eingefüllt werden. Die Säcke gibt es für zwei Euro bei den GEB. Größere Mengen können zum Recyclinghof gebracht werden, dort wird nach Kubikmeter abgerechnet.

Das rät der Nabu:

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt den Einsatz von Laubsaugern nur auf unbelebten Wegen, Bürgersteigen, Parkplätzen und Lagerflächen. Gerade in Gärten und auf Grünflächen müsse hingegen nicht jedes Blatt abgesaugt werden. “Unter Sträuchern und Hecken belassene Laubstreu bietet vielen Tieren Nahrung und Lebensraum und bleibt über die Zersetzung im natürlichen Stoffkreislauf.”, so der Nabu. Bei der Saugmahd an Straßenrändern zeigte sich, dass kein Insekt, das in einen Saugmäher gelangt, überlebte. Zudem seinen Nachteile für Kleinsäuger wie Igel und für Jungtiere zu erwarten.

An Teich und Rinne denken

Laub auf dem Beet ist gut für den Garten, Laub im Teich und in der Regenrinne sollte entfernt werden. Laub aus Ihrem Gartenteich ist am besten mit einem Kescher zu entfernen. Dies ist besonders wichtig, wenn Fische im Teich leben, die Blätter entziehen dem Wasser Sauerstoff. Um Verstopfungen im Winter zu vermeiden, sollten auch Regenrinnen von Laub bereit werden.

Von Britta Bielefeld

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