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Sport, Spiel und Sprache

Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis Sport, Spiel und Sprache

Rund 100 Kindertagesstätten stehen allein im Stadtgebiet Göttingen zur Verfügung. 75 Träger bieten in Stadt und Landkreis Betreuung an. Darunter auch einige mit nicht ganz alltäglichen Konzepten. Die Kita in städtischer Trägerschaft öffnen am Freitag, 27. Oktober, ihre Türen.

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Spielen im Laub macht den Kindern rings um ihr Kindergartenhaus im Wald zwischen dem Rohns und Herberhausen besonders viel Spaß.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Am Freitag stellen sich die 13 Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft vor. Darüber hinaus gibt es allein in der Stadt 88 weitere Kita mit ganz verschiedenen Konzepten. Vom Wald- über den Sport- bis hin zum Sprachheilkindergarten: Rund 2800 Plätze stehen zur Verfügung.

Die Stadt Göttingen gehört nach Aussagen der Stadtverwaltung landesweit zu den Kommunen, die die höchsten Versorgungsquoten für unter Dreijährige sicherstellen. Der Versorgungsgrad bei den ein- bis zweijährigen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, lag zum 1. August 2016 bei 72,5 Prozent. Zum 31.12.2016 lag die Versorgungsquote für drei- bis fünfjährige Kinder bei 102,7 Prozent. Neue Zahlen erscheinen 2018. „Bedarf an Plätzen gibt es nach wie vor. Das ist vor allem auf die Zunahme der Geburten seit 2014 zurückzuführen”, so Göttingens Pressesprecher Detlef Johannson. 2017 hat die Stadt knapp 30 Millionen Euro netto (ohne die Elternbeiträge) dafür ausgegeben. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich knapp 32 Millionen Euro sein. In der Stadt gibt es 24 unterschiedliche Kita-Träger, zum Teil auch mit eigenen Konzepten wie Waldorf- und Montessoripädagogik. Viele Kindertagesstätten, auch im Landkreis, werden von den Kirchen getragen. Zudem gibt es in der Stadt Göttingen einige sogenannte „betriebsnahe“ Kitas, in denen Belegplätze für Firmen, Behörden oder Institute zur Verfügung stehen.

Im Landkreis Göttingen gibt es rund 50 Träger von Kindertageseinrichtungen. Auch hier hat jede Kita individuelle Schwerpunkte wie Bewegung, Sprache, Musik, Zweisprachigkeit und Partizipation. „Die Gruppen und Einrichtungen sind sehr unterschiedlich aufgestellt”, sagt Andrea Riedl-Elsner von der Kreisverwaltung. Eine betriebsnahe Kinderkrippe befindet sich im Kreishaus Göttingen. Träger ist die Awo, Beschäftigte der Verwaltung können dort Plätze buchen.

Vier Beispiele für besondere Konzepte (auch andere Kitas haben Sport-, Wald- und bilinguale Angebote):

Kindergarten im Wald:

„Wir sind kein Waldkindergarten, wir haben ja ein Haus”, sagt Erzieherin Daniela Grünheit. Die Göttinger Kita liegt mitten im Wald zwischen dem Rohns und Herberhausen. Das Kindergartenhaus mit seiner Veranda erinnert an das von Pipi Langstrumpf. Der Wald und die Natur gehören zum Konzept der Kita. Das Haus wurde bereits 1925 als Waldheim für die Voigtschule gebaut. Seit 1969 besteht der Verein, der damals noch Göttinger KInderzentrum hieß und von einer Kommune gegründet wurde. Heute betreibt der Verein unter dem Namen „Kindergarten im Wald” die Einrichtung. „Wir gehen jeden Tag raus, es sei denn, es gibt eine Sturmwarnung”, sagt Erzieherin Lena Pape. Außer dem Erleben mit und in der Natur ist ein wesentlicher Teil des Konzeptes die Elternbeteiligung. 40 Kinder werden betreut und alle Eltern bringen sich ein. “Wer tagsüber wenig Zeit hat, der kann beispielsweise den Wäschedienst übernehmen”, erläutert Barbara Spruch. Ihr Sohn Erik ist eines der Kita-Kinder, die ausstaffiert mit Gummistiefeln und wasserdichter Kleidung im großen Garten spielen. Die Abenteuer für die Kinder liegen bei dieser Kita ja direkt vor der Tür. Die Kita ist beliebt, nicht jeder, der aufgenommen werden möchte, bekommt dort einen Platz.

Quelle: Christina Hinzmann

Sportkindergarten:

Ein nicht ganz alltägliches Konzept hat beispielsweise der Sportkindergarten am Waldweg. Die Einrichtung, die von einem Verein getragen wird, nennt „Lernen durch Bewegung mit Spaß und ohne Leistungsdruck, zwischen Eigeninitiative und fachpädagogischer Anleitung” als Konzept. In der Kita sollen vor allem die motorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen der Kinder gefördert werden. „Der Kindergarten gehört den Kindern, das heißt die Kinder dürfen alle Materialien und Räume für sich nutzen”, so schreibt es der Träger auf seiner Internetseite. Das Ziel: „Vertrauen, Ernstnehmen, Achtung, Unabhängigkeit und Mitbestimmung mit dem Ziel, die Kinder aus sich heraus wachsen zu lassen, damit sich ihre Persönlichkeit frei entfalten kann.” Schwerpunkte sind Sport und Schwimmen, Projektarbeit, aber auch Waldpädagogik sowie gemeinsame Ausflüge und Aktionen. Die Kita hat 25 Plätze. „Wir sind auch für das nächste Jahr bereits vollständig ausgebucht, die Wartelisten sind lang”, sagt Nicole Brouër von der Kita. Die Nachfrage sei um ein vielfaches größer als das Angebot. Vor allem die Kombination aus der Einbeziehung der Eltern und dem Sportangebot sei für viele Eltern attraktiv.

Zweisprachiger Kindergarten:

Deutsch-Englisch: Beispielsweise die Kita am Nordcampus ist bilingual, das heißt zweisprachig ausgerichtet. Die vom Studentenwerk Göttingen getragene Kita hat Mehrsprachigkeit als Teil ihres Konzeptes. Außerdem nennt sie Projektarbeit im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich, Exkursionen in den Wald, Theater oder Museen, Bewegungsangebote sowie Angebote in musischen und kreativen Bereichen, wie zum Beispiel musikalische und instrumentalmusikalische Früherziehung, als Schwerpunkte. Gerade in Bezug auf Mehrsprachigkeit könne die Kita dem Studentenwerk zur Folge „einen gezielten Beitrag zur Förderung von Mehrsprachigkeit leisten”. Das Konzept von früher deutsch-englischer Sprachbegleitung soll die Sprachentwicklung nach dem Immersionsprinzip sichern. Dem Prinzip entsprechend lernt das Kind die Sprache nicht wie eine Fremdsprache, sondern nimmt sie ganz natürlich auf, wie die eigene Muttersprache. Allerdings: Die sechs Kindertagesstätten des Studentenwerks sind beliebt. Insgesamt, so sagt Sprecherin Anett Reyer-Günther, verfügten die Kitas über 276 Plätze. Indes: Die Warteliste ist fast genauso lang: 260 Eltern sind dort verzeichnet. Über englisch- oder mehrsprachige Angebote verfügen auch der Montessoriverein, die Kosmos Kids und das ASC Kinderbewegungshaus.

Sprachheilkindergarten:

Sprachförderung: Im Sprachheilkindergarten St. Hildegard Göttingen können Kinder mit Sprachauffälligkeiten und Kinder, bei denen neben den Sprachschwierigkeiten eine allgemeine Entwicklungsverzögerung besteht, betreut werden. Beispielsweise werden Sprachentwicklungsrückstand, Artikulationsstörungen, Stottern und andere Sprachschwierigkeiten gezielt angegangen. Für die Kinder stehen in der Kita nach einer gezielten Diagnostik “ganzheitliche” Behandlungspläne bereit. Ziel ist die Aufhebung oder Verbesserung der Sprachauffälligkeiten, sowie der Begleit- und Folgesymptomatik, wie zum Beispiel Wahrnehmungsstörungen, motorische Defizite, Sprechhemmungen, Verhaltensauffälligkeiten und mangelhafte Fähigkeiten im lebenspraktischen Bereich. In dieser speziellen Kita stehen nach eigenen Angaben Erzieher, Logopäden und andere Therapeuten zur Verfügung. Die Eltern werden ebenfalls beraten, sie können unter anderem an Therapieeinheiten teilnehmen.

Infotag

Die Städtischen Kita bieten am Freitag, 27. Oktober, einen Infotag für Eltern an. Sie können sich dann über die pädagogische Arbeit und die räumliche Ausstattung informieren.

Von 14 bis 17 Uhr gibt es Information und Beratung in der Kita Gartenstraße (Gartenstraße 30/31), der Kita Grone (Martin-Luther-Straße 2-4), in der Kita Pfalz-Grona-Breite (Pfalz-Grona-Breite 79), in der Kita Geismar (Stadtstieg 25) sowie in der Kita Lönsweg (Lönsweg 18), der Kita Weende-West (Karl-Grüneklee-Straße 15), der Kita Insterburger Weg (Insterburger Weg 14), der Kita Weende-Nord (Arbecksweg 2), der Kita Ernst-Fahlbusch-Haus (Ulmenweg 20), der Kita Rosdorfer Weg (Rosdorfer Weg 70b), der Kita Hetjershausen ( Hetjershäuser Weg 30 A) und der Kita Am Gesundbrunnen (Zum Gallbühl 70).

Weitere Informationen zu allen Göttinger Kindertagesstätten unter www.kita.goettingen.de

Von Britta Bielefeld

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