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Thema des Tages Neue Geschäfte: Bewegung in der Göttinger City
Thema Specials Thema des Tages Neue Geschäfte: Bewegung in der Göttinger City
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13:15 17.07.2018
Groner Straße: Wo einst Boecker Kleidung verkaufte ziehen ein Drogeriemarkt und ein Fitnessstudio ein. Quelle: Mischke
Göttingen

Ein neues Schuhgeschäft, die Wiedervermietung der Groner Straße 29, ein völlig neues Fahrrad-Verleih-Konzept und neue Mieter im ehemaligen Mr. Jones im Grätzelhaus: Nur vier von einigen neuen Läden in der Göttinger City.

Bei einem Rundgang durch die Innenstadt ist es nicht zu übersehen: Es wird gebaut, es gibt neue Geschäfte, Umzüge bestehender Läden, aber auch Schließungen. Aktuell hat die im Jahr 2016 eröffnete italienische Kosmetikkette KikoMilano an der Weender Straße geschlossen.

Aber es gibt vor allem neuen Einzelhandel: Beispielsweise an der Groner Straße 29. Dort, wo 2016 nach der Insolvenz der Steilmann-Gruppe das in die Insolvenz gegangene Textilgeschäft Boecker untergebracht war, tut sich etwas. Dort zieht nach Tageblatt-Informationen im Erdgeschoss ein Drogeriemarkt ein, im ersten Obergeschoss wird ein Fitness-Studio eröffnen. Wann Eröffnung ist, ist noch unklar. Etwa zwei Jahre stand das Geschäft leer.

Neueröffnungen und Leerstände in der City Quelle: Anja Reyer

Generell herrscht im Einzelhandel an der Groner Straße reichlich Bewegung: Der Rossmann-Drogeriemarkt hat geschlossen, dort eröffnete am Donnerstag eine McGeiz-Filiale. Der Göttinger Juwelier Gerlach ist von der Groner an die Lange-Geismar-Straße 32 umgezogen. Auch das Go Bami ist neu an der Groner Straße. Dort wo zuvor im Bistro Kurkuma Gäste bewirtet wurden gibt es nun unter anderem vietnamesische Baguettes von Inhaber Mathias Schönknecht, der auch das BusumoDeluxe am Wilhelmsplatz betreibt.

Völlig neues Mietfahrrad-Konzept

An der Langen-Geismar-Straße ist der Shop „Vom Fass” zwei Häuser weiter gezogen und hat im Haus Nummer 31 neu eröffnet. Im alten Geschäft zieht nun „Swapfiets” ein. Ein neues Fahrradverleih-Konzept steckt hinter diesem holländischen Unternehmen, das bislang in Deutschland in vier Städten vertreten ist. Das Swaprad funktioniert so: Für einen Betrag pro Monat erhält man ein Swapfiets und das Geschäft sorgt dafür, dass das Fahrrad immer funktioniert. Mit diesem Konzept ist die Firma in den Niederlanden erfolgreich und expandiert kräftig.

Neues auch aus der 1-A-Lage: Ein neues Schuhgeschäft eröffnet demnächst gegenüber der Jacobi-Kirche, nämlich an der Weender Straße 43. Die Firma Schuh-Kay wirbt bereits auf ihrer Internet-Seite mit dem Laden – „ab Herbst ganz neu in Göttingen”. Das Hamburger Familien-Unternehmen Schuh-Kay hat nach eigenen Angaben heute 55 Filialen und etwa 750 Mitarbeiter. „Seit 1882 sind wir mit Herz und Seele dabei, Ihren Füßen ein schönes und gemütliches Zuhause zu geben. So haben wir uns von einer kleinen Schuhmanufaktur im Hamburger Westen zu einem in ganz Norddeutschland erfolgreichen Schuheinzelhandel entwickelt”, so beschreibt sich die Firma.

Neues Leben im Grätzelhaus

Neues Leben wird es auch demnächst im Grätzelhaus geben. Seit 2016 ist das Lokal – ehemals Mr. Jones – geschlossen. Auch dort, so bestätigt Markus Gellert vom gleichnamigen Immobilien-Unternehmen, sind bereits neue Mieter gefunden. Wer oder was dort einzieht, will er noch nicht verraten. Nur so viel: „Es geht in Richtung Gastronomie.”

Auch um die Ecke, nämlich am Nikolaikirchhof, kann man ab sofort einkehren, dort hat das Restaurant Dolce Vita eröffnet. Seit Juni ist die neue Eisdiele der Firma Eisfieber am Kornmarkt in Betrieb, die Firma Eislust verkauft seit Kurzem auch an der Weender Straße 54, Ecke Theaterstraße ihre Produkte. An der Jüdenstraße soll ein neues CD-Geschäft eröffnen.

Steigende City-Mieten, massive Online-Konkurrenz

Umzüge, Neueröffnungen aber auch einige alteingesessene, inhabergeführte Läden geben auf, so wie vor Kurzem zum Beispiel Ingelore Rabe ihren Rabenladen an der Johannisstraße. Auch Susanne Kurt vom Geschäft Kurt Edelmetalle schließt ihr Geschäft an der Jüdenstraße. Sie beobachtet seit Jahren immer häufiger, dass sich Kunden in ihrem Geschäft beraten lassen, aber online kaufen. „Die so bestellte Uhr sollen wir dann aber beispielsweise enger machen”, sagt die Unternehmerin. Steigende City-Mieten, massive online-Konkurrenz und dazu noch die Baustelle vor der Tür haben Kurt zum Umzug bewogen. Nun arbeiten die Kurts von Weende aus.

Die Bewegung in der City bewerten die Geschäftsführerin und der zweite Vorsitzende von Pro City Göttingen dennoch als gut. „Baustellen sind auch Entwicklung”, sagt Robert Vogel. Auch wenn die Zeit während der Arbeiten für Einzelhändler oftmals sehr schwierig sei und Einbußen mit sich brächte, „die Baustellen sind notwendig und es lohnt sich”, so Frederike Breyer. Ihrer Ansicht nach zeigte sich nicht zuletzt auch durch neue Vermietungen, dass sich in Göttingen viel tut.

Pro City wünscht sich Aufwind für die Jüdenstraße

„Echten Leerstand gibt es kaum”, sagt Breyer. Meist stünden Geschäftsimmobilien in der Göttinger Innenstadt nur vorübergehend leer. Breyer und Vogel hoffen darauf, dass sich beispielsweise auch für den Laden an der Groner Straße, in dem ehemals Sylvester Märten war, ein neuer Mieter findet. Ebenso wünschen sie sich einen Aufwind für die Jüdenstraße nach Abschluss der Bauarbeiten.

In der Jüdenstraße wird gebaut. Quelle: Christoph Mischke

Bauprogramm geht weiter

Die Bauarbeiten in der Göttinger Innenstadt stellen die Geduld der Gewerbetreibenden, Bewohner und Besucher immer wieder auf die Probe. Dennoch ist immer dort, wo die Sanierung abgeschlossen wurde, ein positiver Trend zu verzeichnen. Das bestätigen nicht nur Verein und Geschäftsführung von Pro City, sondern auch die Stadtverwaltung. Jüngstes Beispiel ist die Groner Straße, deren Sanierung im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde. „Direkt nach Fertigstellung haben wir sehr positives Feedback bekommen, zum Beispiel was die Verbesserung des Begegnungsverkehrs oder die Qualität des Pflasters betrifft”, teilt Nina Winter von der Stadtverwaltung mit.

Fertig im September

Derzeit laufen die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Jüdenstraße im südlichen Bereich. Der mittlere Abschnitt war bereits im Jahr 2015 fertiggestellt. Dann wurde zunächst die Groner Straße in Angriff genommen. Der südliche Abschnitt soll bis zum September fertiggestellt werden, die Kreuzung zur Roten Straße bereits im August.

Weitere Großbaustellen in den kommenden Jahren

Diese Umbauarbeiten sind Bestandteil der Innenstadt-Sanierung. Derzeit, so die Verwaltung weiter, werden noch Rad- und Fußwege vor dem Forum Wissen an der Berliner Straße fertiggestellt. Wenn dann die Kanalsanierung in der Unteren Masch-Straße erledigt ist, geht es in der Innenstadt mit der Fortsetzung des Umbaus der Düsteren Straße weiter und der der Nikolaistraße beginnt.

Das Innenstadt-Programm sieht in den kommenden Jahren weitere Großbaustellen vor. „Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest, die Planungen aber laufen bereits”, so Winter. An der Reihe sind dann die Weender Straße Nord - von der Fußgängerzone bis Wall - und der letzte, nördliche Abschnitt der Jüdenstraße am Gothaer Haus. Auch dort ist eine neue Einzelhandelsnutzung geplant, das alte Gebäude soll abgerissen werden. Auch für den Wochenmarktplatz und die Groner-Tor-Straße laufen bereits die Planungen.

Von Britta Bielefeld

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