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Thema des Tages Dinkel aus Mollenfelde
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00:17 22.07.2016
Ulf Hagemann, Landwirt aus Mollenfelde und Egbert Ide-Knorr von der Landhandel-Firma. Quelle: HW
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Mollenfelde

Erstmals im konventionellen Anbau wächst jetzt auch seine Urform – der Dinkel – auf Feldern der Region.

Ulf Hagemann, Landwirt aus Mollenfelde, hat 36 Hektar seiner Ackerfläche bei Mollenfelde  in diesem Jahr erstmals mit Dinkel bestückt. Er hat einen Vertrag mit der Landhandel-GmbH Weiterer in Hedemünden geschlossen. „Die Nachfrage für Dinkel ist da“, sagt Egbert Ide-Knorr von der Landhandel-Firma.

In der Region, wie hier bei Göttingen, wächst nur wenig Roggen. Quelle: bib

Dinkel ist beim Verbraucher beliebt, aber er ist für die Landwirte auch schwieriger zu handhaben als Weizen. „Dinkel hat nämlich diese Fesen“, erklärt Ide-Knorr. Fesen, das sind die Spelzen, die das Korn umschließen. Beim Dinkel sitzt das Korn auch nach der Ernte noch in den Spelzen, beim Weizen werden die Spelzen bereits beim Dreschen entfernt. Die Geräte schaffen das mühelos. Dinkel ist hartnäckiger. Erst in der Mühle, in diesem Fall in Rüningen bei Braunschweig, wird die Fese vom Korn entfernt.

Die Rohware wird immer mit Fese gehandelt. „Deshalb hat eine Tonne Dinkel ein viel größeres Volumen als Weizen“, sagt Hagemann. 100 Liter Weizen wiegen etwa 76 Kilo, 100 Liter Dinkel nur 50. Für ihn sei das eine logistische Herausforderung, Transport und Lagerung seien deutlich aufwändiger. Eine Tonne Dinkel nimmt auf dem Anhänger deutlich mehr Platz ein als Weizen.

Ob sich der Dinkel auf den eher trockenen und kargen Böden der Mollenfelder Hochebene wohlfühlt, wissen die Fachleute erst nach der Ernte. Hagemann ist aber vorsichtig optimistisch. „Dinkel kommt gut mit trockenen Böden klar“, sagt er. In etwa zwei Wochen, zur selben Zeit wie der Weizen, ist der Dinkel erntereif. Zudem will Hagemann seinen ersten eigenen Dinkel im kommenden Jahr als Saatgut nutzen.  Der Dinkel liegt hier im Vorteil: Das Saatgut brauche keine chemische Behandlung, erklärt Hagemann.

Das häufigste Getreide: Weizen bei Groß Ellershausen. Quelle: bib

Das Korn sei durch die kräftigen Spelzen hervorragend geschützt. Ein weiterer Vorteil: Dinkel bringt den Landwirten einen höheren Preis als Weizen. Hagemann hofft nun auf einen ordentlichen Ertrag. „Dann kann ich mir einen weiteren Anbau in den nächsten Jahren vorstellen“, sagt er. „Aber noch stecken wir ja in den Anfangsschuhen“.

Weizen - der Platzhirsch

Der weitaus größte Teil der südniedersächsischen Getreideflächen ist mit Weizen bestellt. Das Korn wird in der gesamten Bundesrepublik ausgesät und zwar als Sommerweizen (Aussaat Januar bis März) und als Winterweizen (Aussaat Ende September bis Dezember). Winterweizen nimmt den Spitzenplatz ein.

Weizen hat nur kurze Grannen und rundliche Körner. Er wird als Lebens- und Futtermittel verwendet. Etwa 7,5 Millionen Tonnen werden jährlich in deutschen Mühlen gemahlen und zu Backwaren, Nudeln und anderen Produkten verarbeitet.

Hafer - mehr als nur Flocken

Hafer wird im gesamten Bundesgebiet angebaut, am häufigsten in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg. Der Haferanbau geht zurück, die Anbaufläche in Deutschland beläuft sich auf rund 133 000 Hektar. Hafer ist leicht von anderen Getreidesorten zu unterscheiden, er wächst an Rispen statt an Ähren. Er wird als Futtermittel (unter anderem für Pferde) und als Lebensmittel verwendet.

Bekannt sind Haferflocken. Hafer hat zehn Prozent Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren. Er wird auch zur Herstellung von Shampoo benutzt.

Gerste - vor allem für Tiere

ie Gerste in der Region ist bereits geerntet, sie macht den Anfang der Getreide-Erntesaison. Wintergerste (Aussaat  September/Oktober) ist verbreiteter als Sommergerste. Bundesweit  wird sie auf etwa 400 000 Hektar kultiviert. Gerste ähnelt optisch dem Roggen, die Ähre hat ebenfalls lange Grannen, die Körner sind aber dick und spitz.

Gerste aus der Region wird überwiegend als Futtermittel benutzt. Für Bier wird verstärkt in Süddeutschland Braugerste angebaut.

Roggen - für kräftiges Brot

Roggen gilt als eher anspruchslos und besonders winterhart. Er spielt weltweit kaum eine Rolle, nur in Mittel- und Osteuropa wird er angebaut. Rund 670 000 Hektar (Tendenz abnehmend) werden bundesweit damit bestellt. Pro Hektar werden etwa 5,5 Tonnen geerntet, beim Weizen sind es acht, bei Gerste sieben. Die Körner vom Roggen sind länglich und grau.

Die Ähre hat lange Grannen. Roggen wird vor allem für das typisch deutsche Roggenbrot benötigt.

Weizen vor Raps und Gerste

Im Landkreis Göttingen gibt es rund 50 000 Hektar Ackerfläche. Die größte Fläche nimmt der Weizenanbau in Anspruch – nämlich 45 Prozent der Gesamtanbaufläche. Auf Platz zwei steht mit 15 Prozent der Raps (der zu den Ölfrüchten nicht zum Getreide) zählt.  Gerste nimmt elf Prozent der Fläche in Anspruch, Mais acht Prozent, ebenso wie der Roggen. Mit vier Prozent ist der Hafer Schlusslicht unter den Getreidesorten .Kartoffeln, Bohnen und sonstiges wachsen auf dem den Rest der Acherflächen.

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