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Thema des Tages Schon zu Händels Lebzeiten immens erfolgreich
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00:30 08.04.2018
Georg Friedrich Händel
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Göttingen

Das Oratorium erzählt die Geschichte vom Kampf der Juden gegen die Herrschaft der Seleukiden. Aber nur auf der Oberfläche: Im Hintergrund steht die damals hochaktuelle politische Auseinandersetzung zwischen den schottischen Jakobiten unter Führung des katholischen Stuart-Vertreters Charles Edward und den königstreuen Regierungstruppen. Nachdem die aufständischen Jakobiten am 16. April 1746 endgültig geschlagen worden waren, machte sich Georg Friedrich Händel daran, ein Oratorium zur Huldigung des siegreichen Feldherrn Wilhelm August, Herzog von Cumberland, zu verfassen.

In bekanntem Händelschen Tempo war das vollständig instrumentierte Werk bereits am 11. August 1746 fertig - fünf Wochen nach Arbeitsbeginn. Die Uraufführung fand jedoch erst am 1. April 1747 im Theatre Royal in Covent Garden in London statt. Schnell wurde Judas Maccabaeus zu Händels populärstem Oratorium, was den Komponisten dazu verführte, sein Ursprungswerk mit weiteren Nummern anzureichern.

Die Handlung ist simpel und heroisch. Nach dem Tod des Vaters des Judas Maccabaeus verkündet der Hohepriester Simon, dass Gott in einer Offenbarung Judas Maccabaeus zum Nachfolger bestimmt hat. Er werde die Israeliten zum Sieg führen.

Die Israeliten gehen siegreich aus der Schlacht gegen Samaria und Syrien hervor und kehren zurück. Aber in die Preisgesänge für Judas bricht die Nachricht herein, dass Ägypten neue Kriegspläne schmiedet. Den zunächst verweifelten Israeliten entgegnet Simon, die neue Plage sei nicht zu ihrem Verderben, sondern zu ihrer Züchtigung ausgesandt. Judas ruft erneut zur Schlacht, die Israeliten folgen.

Auch in dieser Schlacht bleibt Judas Maccabaeus siegreich. Er ermahnt die Israeliten, auch in der Stunde des Sieges der Gefallenen zu gedenken. Außerdem kommt es zu einer dauerhaften Befriedung: Eupolemus, der jüdische Gesandte in Rom, berichtet von einem Bündnis mit Rom, das die Unabhängigkeit Judäas sichert. Mit Lob- und Dankgesängen endet das Oratorium.

Die Handlung bot Händel die Möglichkeit zu starken und inhaltlich schlüssigen musikalischen Kontrastierungen. Das Oratorium enthält farbenreiche Arien, anrührende Klagegesänge und strahlende Triumph-Chöre.

Premiere hat „Judas Maccabaeus“ am Donnerstag, 10. Mai, in der Göttinger Stadthalle – eine der letzten Gelegenheiten, die Akustik der Stadthalle bei einem groß angelegten klassischen Konzert vor Beginn der Renovierungsarbeiten genießen zu können. Die weiteren Solisten:

Israelitin: Deanna Breiwick (Sopran)

Israelit: Sophie Harmsen (Mezzosopran)

Simon, Eupolemus: João Fernandes (Bass)

Priester: Owen Willetts (Countertenor)

Bote: Ina Jaks (Alt)

Es singt der Chor des Norddeutschen Rundfunks. Laurence Cummings (Cembalo und Leitung) dirigiert das Festspiel-Orchester Göttingen.

Das Konzert wird von NDR Kultur in Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur live übertragen. Der Sender Deutschlandfunk Kultur sendet das Oratorium am 26. Mai 2018 um 19.05 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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