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Thema des Tages "Gemeinsam politisch aufwachen“
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00:17 19.02.2017
Rita Süssmuth in ihrem Arbeitszimmer im Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestags Quelle: Brünjes
Göttingen/Berlin

Mit einer Hand räumt sie den Bambi mal eben weg. 1988 hat Rita Süssmuth die Auszeichnung erhalten. Damals war sie Gesundheitsministerin, machte von sich reden mit der aufmüpfigen und wirksamen Kampagne gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Zupackend, wie sie die Zweieinhalb-Kilo-Trophäe in ihrem Berliner Büro umhebt, ist sie schon immer gewesen.

Die Christdemokratin wurde Lovely Rita genannt, war das aber nicht immer und nie für alle im Politikbetrieb. Denn wer wie Süssmuth auf der einen Seite weiß, dass die Politik von Kompromissen lebt, aber von faulen Kompromissen nichts hält, eckt an. Als Ministerin und Bundestagspräsidentin hat Süssmuth ihre Ziele verfolgt und ist in vielen Projekten weiterhin aktiv. Am 17. Februar wird Rita Süssmuth 80 Jahre alt.

Die Erziehungswissenschaftlerin tauchte überraschend auf der politischen Bühne in Bonn auf. 1985 kam sie als Ministerin für Jugend, Familie und Gesundheit ins Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl. Wenige Monate später folgte der Ratschlag, ein Bundestagsmandat anzustreben. Den Wahlkreis hatten die Parteifreunde auch schon ausgeguckt: Göttingen.

„Ich hatte bis dahin dieses Göttingen nur universitär kennengelernt“, erinnert sie sich. Sie wusste nicht „um die Spannungen und um die Spannbreite zwischen Göttingen und seinem Umland.“ Dass zu dem Wahlkreis auch das Eichsfeld zählte erfuhr sie dann und auch, dass sich schon eine andere Kandidatin Chancen ausrechnete, Abgeordnete zu werden. Süssmuth blieben nur ein paar Wochen, den Wahlkreis kennenzulernen und mit Erfolg gegen Renate Ewers anzutreten. Zu der Duderstädterin entwickelte sich keine Freundschaft, zu anderen Weggefährten aus dem Wahlkreis schon.

Dass die „katholische Feministin“ dann hier all die Jahre mit Inge Wettig-Danielmeier eine Mitbewerberin hatte, die die Frauenpolitik der SPD maßgeblich bestimmte, sorgte wieder dafür, dass sie gegen eine Frau anzutreten hatte. Die beiden waren unterschiedlichster Auffassung und doch oft genug in der Sache einig, wenn es um den Wahlkreis ging oder ihnen beiden wichtige bundespolitische Themen.

1999: Baubeginn für die Bundesstraße 3: Süssmuth mit Inge Wettig-Danielmeier (rechts) und Minister Peter Fischer (Mitte). Quelle: Beuermann

Dass Süssmuth im Juli 1990 einen „dritten Weg“ im Streit um den Abtreibungsparagraphen 218 zwischen Indikations- und Fristenlösung präsentierte, brachte ihr heftige Kritik aus den eigenen Reihen von CDU und CSU ein, führte aber dazu, dass sie parteiübergreifend als Vermittlerin geschätzt wurde.

Beide Politikerinnen erzählten davon, als die Universität Göttingen im Dezember 2016 die Dorothea-Schlözer-Medaille an Süssmuth verlieh und Wettig-Danielmeier die Laudatio hielt. „Sie vertrat Positionen, die man nicht von einem CDU-Mitglied erwartete“, sagte Wettig-Danielmeier. Süssmuth habe viele Probleme angepackt und gelöst, wie als Frauenministerin die Anerkennung von Erziehungszeiten für die Rente oder als Gesundheitsministerin die Herausforderungen, die die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die Immunschwächekrankheit Aids mit sich brachten. Und dass Christo den Reichstag in Berlin verhüllte, „hätte es nie gegeben ohne Sie“, erinnerte die Laudatorin.

In diesen Tagen wird Süssmuth den Objektkünstler Christo in Potsdam treffen. Inzwischen sind sie befreundet. Als es um die - 1995 realisierte - Verhüllung des Reichstages ging, und Christo sein Anliegen Süssmuth darlegte, habe sie nicht wie ihre Vorgänger im Amt der Bundestagspräsidenten abgewunken, erinnert sie sich, sondern mit Christo die Machbarkeit erörtert. Das passt zu ihr: „Universität, Kunst und Kultur sind für mich immer der Sauerteig gewesen“, hat sie mal gesagt und damit unterstrichen, dass sie Neuem aufgeschlossen ist und immer bereit, in Frage zu stellen.

1994: Objektkünstler Christo besichtigt auf Initiative von Süssmuth die Lokhalle Quelle: Mischke

In Göttingen war Süssmuth zu ihrer Zeit als Abgeordnete oft unterwegs und dann immer mit vielen Terminen kreuz und quer im Wahlkreis: Dicht getaktet war das Programm, das von Gesprächen in Hinterzimmern bis zu launigen Reden in Festzelten reichte, wobei sie auch immer mal wieder eine Runde Freibier spendierte. „Ich will sehen, was sich tut in meinem Wahlkreis, und auch wissen, wo der Schuh drückt“, lautete ihr Motto.

Die Erhaltung des Grenzdurchgangslagers Friedland und des Standortes des Bundesgrenzschutzes in Duderstadt (heute Bundespolizei) setzte sie mit durch. Dass Göttingen einen ICE-Haltepunkt hat und die Bahnverbindung Göttingen-Erfurt über die Eichenberger Kurve ausgebaut wurde, stehen ebenfalls auf ihrer Habenseite. Anders war das mit dem Projekt Forum für Wissenschaft und Technik, das als Science Center in der Lokhalle geplant war. Obwohl es als Außenstelle der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover zu sehen war, verschwand es danach in der Versenkung. „Wir sind damals gescheitert“, sagt Süssmuth und unterstützt nun das Projekt Forum Wissen der Universität Göttingen, weil es „wichtig ist, die Ergebnisse und Prozesse der Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen“.

In ihrem Berliner Büro zählt der Bambi zu vielen Auszeichnungen auf dem Sideboard. 1988 hat sie den Fernseh- und Medienpreis des Burda-Verlags erhalten: „Das war mein Durchbruch“, erzählt die Frau, die auffällige Brillen trägt und ebensolche Halsketten, als die noch nicht Statement-Schmuck hießen. Jedenfalls machte die Verleihung der schweren, goldenen Bambi-Trophäe im Fernsehen sie bekannt. Ihr Beliebtheitsgrad stieg einmal mehr. Von da an mussten ihre Widersacher im politischen Geschäft erst recht mit Rita Süssmuth rechnen und nicht nur die haben sie kennengelernt: liebenswürdig und energisch.

Zur Person

Rita Süssmuth war an den Hochschulen Ruhr, Dortmund und Bochum tätig sowie von 1982 bis 1985 Leiterin des Forschungsinstituts „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. 1985 wurde die Christdemokratin zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit (ab 1986 zusätzlich für Frauen) ernannt und war damit die erste Frauenministerin auf Bundesebene. Von 1987 bis 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages mit dem Mandat des Wahlkreises Göttingen. Von 1988 bis 1998 war sie die Präsidentin des Deutschen Bundestages.

Neben dem Vorsitz über die Frauen Union von 1986 bis 2001 war sie von 1987 bis 1998 Mitglied des CDU Präsidiums. Von 2000 bis 2001 saß sie der Unabhängigen Kommission Zuwanderung vor. Nach dem Ende ihrer Zeit als aktive Politikerin übernahm sie zahlreiche weitere Aufgaben. Von 2002 bis 2004 saß sie dem Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration vor. Von 2004 bis 2005 gehörte sie der UN-Weltkommission für Internationale Migration an. Seit 2010 ist sie Präsidentin des deutschen Hochschulkonsortiums der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul.

Interview

Tageblatt: "Hier stehen wir, wir können auch anders", haben Sie mit Blick auf die aktuelle Situation in der Türkei bei der Verleihung der Dorothea- Schlözer-Medaille im Dezember in Göttingen gesagt. Ist der Ausspruch charakteristisch auch für Sie?

Süssmuth: Das trifft zu. Ich bin sicherlich in die Politik geholt worden zum einen als junges CDU-Mitglied und zum andern in der Erwartung, dass eine Katholikin keinen Ärger macht. Ich war auch moderat und zurückhaltend, aber dahinter verbarg sich doch ein sehr energischer Kern. Es ging darum, bestimmte Haltungen nicht der Anpassung preiszugeben. Ein Beispiel: Mir war es wichtig, dass der Bundeskanzler vor den Debatten um die Abtreibung meine Haltung zum Paragrafen 218 erfuhr.

Dabei geht es um ethische Haltungen. Ich war nie der Meinung, dass der Schutz des Lebens durch Strafe erhöht wird. Es geht immer auch darum, wie der Mensch mit Alltagskonflikten umgeht. Das in der Politik beizubehalten und einzubringen, war mir immer wichtig. Und Politik lebt von vielen Kompromissen, von notwendigen, aber auch von faulen. Und diese faulen Kompromisse machten mir immer sehr zu schaffen.

Was bedeutet das mit Blick auf die Türkei, zu deren Hochschulen Sie seit Jahren enge Verbindungen haben?

Die Initiative zur Gründung einer deutsch-türkischen Universität ging von mir aus. Die wissenschaftlichen Kontakte sind wichtige Bereiche. Die Situation, die wir gegenwärtig in der Politik und in der Beziehung zur Türkei haben, lebt nicht nur von Aufkündigung und Konfrontation. Es geht darum, mit den Menschen in Verbindung zu bleiben und die Menschenrechte zu verteidigen.

Sie waren Lehrbeauftragte und sind Honorarprofessorin der Georg-August-Universität. Ihre Verbundenheit zur Göttinger Universität und Ihr Einsatz für die Gleichstellung wurde im Dezember mit der Dorothea-Schlözer-Medaille gewürdigt.

Meine Verbundenheit zur Universität war und ist groß. Heute bewegt mich die Frage, wie praktizieren wir nicht nur Spitzenforschung, sondern wie vermittelt sie sich in die Öffentlichkeit? Und andererseits geht es mir ganz praktisch um das Thema, Frauen in Führungspositionen an Hochschulen. Das Preisgeld, das ich mit der Verleihung des Leibniz-Rings in Hannover erhalten habe, habe ich der Göttinger Universitätspräsidentin Frau Prof. Dr. Beisiegel gegeben für solche Projekte.

Dezember 2016: Göttingens Universitätspräsidentin verleiht Süssmuth die Dorothea-Schlözer-Medaille

Es gilt auch heute noch, Frauen zu unterstützen. Bei der Übernahme einer Führungsrolle geht es darum, Konflikte zu bewältigen. Und Frauen müssen immer noch ihre Fähigkeiten beweisen. Machen sie Fehler, werden die anders beurteilt und zwar weniger kollegial. Bei Frauen führt das dazu, dass sie aufgeben. Es ist aber notwendig, dass Frauen sich einbringen. Wer also meint, das Thema Gleichstellungspolitik habe sich erledigt - mitnichten. Es gibt viele Bereiche von der Kinderbetreuung bis zur Rentenversicherung. Aber Frauen sind inzwischen starke und kluge Initiatoren und Vermittlerinnen.

Sie haben auf das Problem Gewalt gegen Frauen immer wieder aufmerksam gemacht. Warum war das ein strittiger Punkt in der Asyldebatte?

Vor drei Jahren habe ich in Paris die internationale Bewegung "Frauen gegen Gewalt" mit gegründet. Das ist immer noch notwendig, dagegen mit Frauen vorzugehen: in Deutschland, in Europa, in der Welt. Und als ich 1999 das Flüchtlingsthema in der nationalen Zuwanderungskommission der Regierung übernahm, ging es um die Frage, ob Vergewaltigung und Massenvergewaltigungen Asyl rechtfertigen. Zunächst hieß es in den Verhandlungen: nein. Dabei hatten die meisten Länder in der Europäischen Union dem schon zugestimmt, in Deutschland noch nicht. Auch ich habe es nicht allein geschafft. Doch ich habe dann das getan, was für Parlamentarier sehr wichtig ist: Ich habe Verbündete gesucht. Es waren die beiden Kirchen. Die haben es geschafft.

In der aktuellen internationalen Politik scheint derzeit das Miteinander, das Verhandeln, um zu beiderseitigem Einvernehmen zu kommen, immer seltener zu gelingen. Wie konnte das nach Jahren des demokratischen Miteinanders so schnell ausgehebelt werden?

Manchmal erinnert es mich an den Balkan-Krieg, wo die verschiedenen Ethnien von einer Nacht auf die andere zu Feinden wurden. Man kann so eine Emotionalisierung der Bevölkerung schnell herbeiführen. Versteckte und offene Vorurteile und Feindseligkeiten sind weiter verbreitet als wir oft wahrhaben wollen.

Was beschäftigt Sie aktuell?

Das ist nach wie vor die Migrations- und Integrationsfrage. Wir brauchen gesetzliche Regelungen für die Einwanderung. Und natürlich brauchen auch die Flüchtlinge, aufgrund erzwungener Migration Arbeit. Das Geld, das Flüchtlinge in ihre Heimatländer schicken, beläuft sich jährlich auf ca. 432 Milliarden Euro. Das ist zum Teil das dreifache, der internationalen öffentlichen Zahlungen. Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD und Göttinger Bundestagsabgeordneter, wird noch in diesem Jahr eine Konferenz zu dieser Thematik durchführen. Daran werde auch ich teilnehmen.

Außerdem bin ich weiterhin sehr engagiert in der Zusammenarbeit der deutschen Hochschulen mit der deutsch-türkischen Universität. Sehr wichtig ist mir die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Darmstädter Polen-Institut. Aktuell beschäftigen wir uns mit der Rückgewinnung der Visegrád-Staaten in ihrer Einstellung.

Sie waren Göttinger Bundestagsabgeordnete und hatten mit der Sozialdemokratin Inge Wettig-Danielmeier eine bekannte Gegenkandidatin. Waren sie beide in Berlin Verbündete und in Göttingen Gegnerinnen?

Wir haben fraktionsübergreifend zusammen gearbeitet bei der Reform des Paragrafen 218 und bei anderen Themen. Wir haben oft abends zusammen gesessen und überlegt, wie wir vorgehen können. Im Wahlkreis sind wir uns nie im Sinne der Gegnerschaft begegnet. Es ging um einen fairen Wettbewerb.

Kontrahentinnen aber waren sie schon? Und das war auch Renate Ewers, die mit guter Aussicht auf Erfolg damals zur CDU-Bundestagskandidatin aufgestellt werden wollte. Dann erschienen Sie auf der politischen Bildfläche in Südniedersachsen. Es wurde Kampfkandidatur genannt. War Ihnen klar, dass Sie hier gegen eine Lokalmatadorin antreten?

Als ich in Bonn die Anfrage aus Göttingen bekam, hat mir niemand gesagt, dass es da schon eine Kandidatin gab. Das war für mich zunächst ein Konflikt: Trittst du an gegen eine zwar nicht gewählte, aber aussichtsreiche Kandidatin? Zurücktreten kam für mich nicht infrage, weil ich der Überzeugung war, wir haben uns auch als Frauen Gegenkandidaten zu stellen, auch wenn zwei Frauen antreten. Es war ja auch nicht sicher, ob ich nach vielleicht drei Monaten im Amt und als Unbekannte in Göttingen, das Mandat erhalten würde. Hinzu kam, dass unsere Positionen in bestimmten Fragen weit auseinander lagen.

Sie sind gewählt worden. Und nach der Kampfkandidatur gegen eine andere Christdemokratin, mussten Sie im Wahlkreis Göttingen gegen die Frauenpolitikerin der SPD, Inge Wettig-Danielmeier, antreten. War das eine besondere Herausforderung?

Ja, Inge Wettig-Danielmeier hat mich natürlich herausgefordert. Es ging um Gewinn oder Niederlage. Ich war schon nervös, als ich erfuhr, wer in Göttingen auch zur Wahl anstand. Außerdem war ich ja keine erfahrene Kommunal- oder Landespolitikerin. Es war mein erstes politisches Mandat und zwar verbunden mit Konkurrenzen.

Sie hatten sich gar kein Bild von dem Wahlkreis gemacht?

Ich hatte bis dahin dieses Göttingen nur universitär kennengelernt und frauenpolitisch über das Projekt "Frauen in gewerblich-technischen Berufen". Das heißt, ich wusste nicht um die Spannungen und um die Spannbreite zwischen Göttingen und seinem Umland. Einiges war auch fremd für mich, wie beispielsweise ein Gespräch, bei dem meine Bibelfestigkeit überprüft werden sollte. Aber nach der Wahl hat sich viel verändert. Ich habe sehr viel Unterstützung erfahren. Mit dem Eichsfeld bin ich heute noch sehr verbunden. Und wenn ich zurückblicke, muss ich sagen, dass ich durch die Politik zur Politikerin geworden bin.

Welche Verbindungen sind bestehen geblieben ?

Göttingen hat mir Vertrautheit verschafft. Ein Teil der besonders Vertrauten ist leider schon gestorben, aber es gibt viele bestehende Verbindungen. Sie werden es nicht glauben, aber ich bekomme immer noch die Einladungen der Stadt Göttingen zu deren Veranstaltungen. Meine Verbindung zur Universität ist stark und besonders stark ist die zum Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte. Manche Verbindung besteht nicht mehr, weil ich nicht überall präsent sein kann.

Das gilt für die Göttinger Tafel und die Straßensozialarbeit, weil ich gleiche Initiativen hier oder anderswo unterstütze. Aber es sind noch die Brücken da. Zum Bundesgrenzschutz in Duderstadt oder zum Grenzdurchgangslager und dem neuen Grenzlandmuseum in Friedland. Und natürlich bestehen weiter Kontakte zu meinen damaligen Mitarbeitern im Göttinger Wahlkreisbüro: Uta Hölscher und Christian Achilles. Man darf nie vergessen: keiner schafft das allein. Bei dem ICE-Projekt, als es um den Haltepunkt in Göttingen ging, hat Christian Achilles ungemeine Recherchearbeit geleistet und damit entscheidend zum Erfolg beigetragen.

1990 haben Sie Ihren Geburtstag im Eichsfeld gefeiert, wo werden Sie am 17. Februar Ihren 80. Geburtstag feiern?

1990 habe ich in Heiligenstadt gefeiert. Damals hatten wir ja bald nach der Grenzöffnung auch die Idee, das Eichsfeld könne ganz zu Niedersachsen gehören. An meinem 80. Geburtstag gibt die Konrad-Adenauer-Stiftung für mich einen Empfang hier in Berlin. Dann kommt auch meine Tochter mit ihren fünf Kindern hierher. Am nächsten Tag fahren wir nach Neuss und feiern in der erweiterten Familie.

Ihre Tage sind ausgefüllt...

... ja, sie sind ausgefüllt. Denn die Dinge laufen nicht von selbst. Ich bin dankbar, dass ich dieses Alter erreicht habe, auch wenn ich mich in meinen Ideen und Energien gar nicht alt finde. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam politisch Aufwachen, uns wieder anstrengen, um deutlich zu machen, dass wir verteidigen, was uns wichtig ist. Dabei hilft Kritik, um uns zu korrigieren und zu verbessern. Aber gemeinsam können wir sehr stark sein.

Das Interview führte Angela Brünjes

Rita Süßmuth
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