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Thema des Tages Eine Frage der Beere
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21:39 25.05.2018
Am besten schmecken die Erdbeeren frisch gepflückt noch auf der Plantage: Justus Mecke (6). Quelle: Christoph Mischke
Geismar/Holtensen, Göttingen

Göttingen. Die Erdbeeren-Saison in und um Göttingen hat begonnen. Fertig gepflückt am Stand gibt es die regionalen Freiland-Früchte bereits seit etwa einer Woche. Am Sonnabend, 26. Mai, öffnet der Werderhof seine Felder erstmals zum Selberpflücken, am Montag, 28. Mai, folgen die Familie Mecke in Holtensen und ein paar Tage später der Erdbeerhof Keufner in Gieboldehausen.

Start in die Erdbeer-Saison: Demnächst können Liebhaber der süßen Früchte auf der Erdbeerplantage der Familie Mecke bei Holtensen wieder Selberpflücken. Quelle: Christoph Mischke

Juni und Juli ist Erdbeerzeit. „Die ersten ungeduldigen Nachfragen hatten wir aber schon im April”, erzählt Mareike Mecke, Landwirtin aus Holtensen. Auf Meckes Erdbeerplantage gedeihen derzeit auf etwa drei Hektar Fläche die üppigen Erdbeerpflanzen. In diesem Jahr wurden sie bereits kräftig von der Sonne verwöhnt, die ersten, süßen und prallen Früchten haben ein intensives Aroma. „Das ist die Sorte Honeoye”, erklärt Kay Mecke. Die Meckesche Plantage ist mit sieben Sorten bepflanzt, die ersten sind jetzt reif, die letzten dann im Juli. So stellen die Landwirte sicher, dass die Göttinger nicht nur zwei sondern bis zu acht Wochen lang frische Früchte auf dem Feld ernten können. Welche Sorte die beste ist? „Das hängt vom individuellen Geschmack ab”, sagt Kay Mecke. Manche Kunden, so erzählt er, bewerten eine Sorte als besonders süß und lecker, andere Kunden die gleiche Sorte als sauer. „In Osteuropa sind beispielsweise besonders große Früchte beliebt“, sagt er. Früchte, die lange Liefer-Wege zurücklegen und dann im Supermarktregal lagern, müssen vor allem eine feste Haut haben, der Geschmack sei dann oft nachrangig.

Natur pur: klein, große, dunkle und helle Früchte

Auf jeden Fall könne man alle Erdbeer-Sorten aus der Region zu Marmelade, Kuchen und anderen Leckereien verarbeiten. Meckes stehen ihren Kunden mit Tipps und Informationen über Sorten und den Anbau zur Verfügung. „Wir möchten die Bürger dafür sensibilisieren, dass Erdbeeren ein saisonales Obst sind, das im Sommer dann von Himbeeren und Kirschen abgelöst wird. Erdbeeren sind nicht immer verfügbar”, sagt Mareike Mecke. Die Früchte sind groß, klein, fest, weich, dunkel- oder hellrot. „Das ist Natur”, sagt sie.

Beliebt bei Familien mit Kindern

Die Kundschaft habe sich im Laufe der Jahre verändert. Früher, da seien häufig ältere Damen mit der Waschwanne gekommen, um den Jahresvorrat zu pflücken – und dann einzumachen. „Heute kommen vor allem viele Familien mit Kindern und Studenten”, sagt Kay Mecke.

Werderhof: Am Sonnabend geht es los

Auch auf den Feldern vom Werderhof bei Geismar sind bereits die ersten Erdbeeren im Verkauf. Die Früchte, die vergangene Woche auf den Markt kamen, wurden im Frühjahr mit einem Flies abgedeckt oder sie holten unter einem Tunnel einen Wachstumsvorspung heraus. Das erklärt die Chefin des Werderhofs, Cornelia Rabe. „Diese frühe Sorte ist bei uns die Clevy”, sagt Rabe. Aber auch die ersten Früchte der Sorte Daroyal auf den Feldern sind jetzt reif. „Das ist eine besonders dunkle, aromatische Erdbeere”, so die Werderhof-Chefin. Am Sonnabend, so sagte sie am Donnerstag, beginnt am Werderhof die Saison zum Selberpflücken.

Sonne hat den Erdbeeren gut getan

Als letzte Sorte reife die Malvine heran, ebenfalls eine schöne, dunkle Sorte. „Wir haben aber noch weitere Sorten”, so Rabe. Sie rechnet damit, dass die Erdbeer-Saison noch bis Mitte Juli läuft. „Wenn es uns nicht, wie im vergangenen Jahr, die Saison vorzeitig verhagelt.“ Die Erdbeeren gedeihen in diesem Jahr gut, die Sonne der vergangenen Wochen habe ihnen gut getan. „Jetzt brauchen wir nur ein wenig Regen”, sagt Rabe. Aber die Böden hätten nach dem Winter zum Glück viel Wasser gespeichert.

Für Marmeladen verwendet Raabe gerne die Daroyal, „weil sie so eine schöne dunkle Farbe hat”, sagt sie. Aber jede Erdbeere sei für Kuchen, Marmeladen und zum Einfrieren geeignet. “Letztlich ist es auch eine Frage des Geschmacks”, sagt die Landwirtin.

Gieboldehausen: noch ein paar Tage Geduld

Auf den Feldern des Erdbeerhofs Keufner in Gieboldehausen reifen derzeit „Asia, Sonata und Elsanta“ für die Selbstpflücker heran. „An unseren Ständen haben wir seit etwa einer Woche die ersten Erdbeeren im Verkauf“, sagt Arnold Keufner. Die Selbstpflücker müssen sich, wie auf den Holtenser Feldern auch, noch ein paar Tage gedulden. Dann beginnt auch im Eichsfeld die Selbstpflücker-Saison.

Tipp: Zwei Sorten für den Garten

Während die professionellen Erdbeerbauern mit unterschiedlichen Sorten arbeiten, um über einen langen Zeitraum Früchte anzubieten, stehen in den vielen privaten Gärten nur einzelne Sorten. „Unsere Mitglieder ziehen jeweils nur eine Sorte für den Eigenbedarf“, sagt Inke Teuteberg, Vorsitzende der Göttinger Landfrauen. Für Freunde von Gartenerdbeeren hat sie noch einen Tipp: „Meine Mutter hatte immer zwei Sorten im Beet, eine der frühen Sorten und die Monatserdbeere – die trägt noch bis in den späten Sommer Früchte.“

Start in die Erdbeer-Saison: Demnächst können Liebhaber der süßen Früchte auf der Erdbeerplantage der Familie Mecke bei Holtensen wieder Selberpflücken. Freuen sich auf die Saison und viele Besucher (v.l.): Kay, Mareike und Justus Mecke (6). Quelle: Christoph Mischke

Erdbeerfest: Rezept für Torte und Marmelade

Erdbeerfest der Lions: Torten für den guten Zweck. Quelle: r

Wer einmal die Erdbeertorten der Mitglieder von Inner Wheel Göttingen und dem Lions Club Göttinger 7 probiert hat, weiß, wie lecker ein selbst gebackener, frischer Erdbeerkuchen schmecken kann: Auch in diesem Jahr organisieren die Clubs wieder ein Erdbeerfest auf dem Göttinger Markt. Dort werden selbstgemachte Leckereien rund um die Erdbeere angeboten - für einen guten Zweck. „Im Jahr 2013 wurde zum ersten Mal die Gemeinschaftsaktion des Göttinger Inner Wheel Clubs sowie des gemischten Lions Clubs LCG7 gestartet”, erinnert sich Silvia Eisenacher. Damals, auf einer Baustelle am Gänseliesel und bei strömendem Regen, nahmen die Damen 2000 Euro Spenden ein. 2016 kamen 3500 Euro zusammen, 2017 freute sich der Verein Kimbu – häusliche Kinderkrankenpflege – über 4000 Euro. „Für 2018 steht der Termin schon fest: am Sonnabend, 16. Juni, stehen wir wieder am Gänseliesel”, so Eisenacher. Auch für dieses Jahr werden alle Produkte von den Damen der beiden Clubs in Handarbeit hergestellt, „mit besten Zutaten und edlen Grundstoffen”, so Eisenacher. Dort gibt es auch ihre Lieblingstorte und die Marmelade. Und wer es nicht schafft, dort vorbeizuschauen: Silvia Eisenacher verrät hier ihre Rezepte zum Nachkochen.

Erdbeer-Bisquit-Torte:

Zutaten:

500 g Erdbeeren geputzt

100 g Zucker

3 Eier

50 g Mehl

50 g Speisestärke

100 g Kuvertüre zartbitter

250 ml Schlagsahne

Erdbeeren waschen und grob zerkleinern (oder kleine Früchte ganz lassen). Aber auf keinen Fall zuckern. Eier trennen, Eiweiß sehr steif schlagen, Eigelb mit Zucker sehr schaumig schlagen. Eiweißmasse auf die Eigelbcreme geben, Stärke und Mehl vermischen und darauf sieben. Locker vermischen und in eine Springform (Boden mit Backpapier und Butter einfetten) füllen. Bei 160 Grad Umluft etwa 30 Minuten backen. Sofort nach dem Abkühlen den Boden dünn mit geschmolzener Kuvertüre bestreichen. Geschlagene Sahne locker darauf geben und Erdbeeren aufhäufen. Mit Erdbeerblättern dekorieren.

Marmelade: Erdbeer-Portwein-Rosa-Pfeffer

Zutaten:

2000 g Erdbeeren

200 g Portwein weiß

1 Glas Rosa Pfeffer eingelegt

2500 g Gelierzucker 1:1

Schwarzer Pfeffer gemahlen

Erdbeeren waschen, zerkleinern und mit Kartoffelstampfer pürieren (nicht im Mixer, die Masse soll noch stückig bleiben). Mit dem Portwein vermischen, Zucker zugeben und etwas durchziehen lassen. Die Masse aufkochen und Pfeffer hinzufügen (ohne Lake). Vier Minuten sprudelnd kochen und Gelierprobe machen. Etwas schwarzen Pfeffer aus der Mühle nach Geschmack hineingeben und sofort in heiße Gläser abfüllen. „Die Marmelade schmeckt auf Brötchen, aber auch auf Käse sehr fein”, sagt Eisenacher.

Von Britta Bielefeld

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