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Anziehungspunkt für Inklusions-Schüler

Schulen in Göttingen Anziehungspunkt für Inklusions-Schüler

Behinderte Menschen haben einen Anspruch auf Gleichstellung und damit auf einen Platz in einer Regelschule. Das klappt nicht überall. Zwei Familien sind, um ihre Kinder auf eine Regelschule zu schicken, extra nach Göttingen gezogen. Dort ist der Anteil der Inklusions-Kinder in Regelschulen höher als im Bundesdurchschnitt.

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Göttingen. 393 Kinder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf gehen auf Göttinger Regelschulen. Deutlich weniger, nämlich  310  besuchen eine der drei Förderschulen der Stadt. “In der Stadt Göttingen wird eine hohe Anzahl von Schülern inklusiv beschult”, sagt Schuldezernent Siegfried Lieske. Allerdings gebe es noch keine Zahlen für das gerade angelaufene Schuljahr, die Zahlen geben die Situation Zu Beginn des Jahres wieder. Bundesweit , so das Behinderten-Portal “RollingPlanet”, sind es rund 41 Prozent der Schüler mit speziellem Bedarf, die eine normale Schule besuchen. In Göttingen sind es knapp 56 Prozent.

Im Grundschulbereich sind die  Adolf-Reichwein-Schule und die Brüder-Grimm-Schule  Schwerpunktschulen  für Kinder mit dem Unterstützungsbedarf „Geistige Entwicklung“.  Bei den anderen Grundschulen, so Lieske weiter, ist es oft der Unterstützungsbedarf „Lernen“. Auch der Unterstützungsbedarf im Bereich „Sozial/emotionale Entwicklung“ nehme in allen Klassenstufen zu. An den Gymnasien wird „Hören“, „Sehen“, „Körperlich-motorisch“ und „Sozial/emotionale Entwicklung“ gefördert, an den Gesamtschulen „Lernen“ und „geistige Entwicklung“, an  Hauptschulen „Lernen“.

“Wir haben ganz bewusst Schwerpunktschulen für die Unterstützungsbedarfe gesetzt ”, sagt Lieske. Dadurch seien diese Schulen “optimal ausgestattet und die pädagogische Arbeit könne von  erfahrenen Lehrkräften fortgeführt werden. “Die Schwerpunktschulen sind zunächst bis zum Jahr 2018 eingerichtet und sollen noch einmal bis zum Jahr 2024 verlängert werden”, so der Schuldezernent.

Eine, wie häufig geforderte “flächendeckende Ausstattung aller Schulen für alle möglichen Unterstützungsbedarfe”  würde laut Lieske Investitionen im Bau-und Ausstattungsbereich erfordern, die innerhalb von wenigen Jahren nicht zu leisten seien. Der Dezernent: “Es stellt sich auch die Frage, ob es sinnvoll ist, ohne konkreten Anlass jeden denkbaren Bedarf vorab baulich zu berücksichtigen.”

Seiner Meinung nach erfasse die Kategorisierung nach Förderschwerpunkten kaum die oft sehr individuellen Bedürfnisse eines Kindes, die häufig  Nachrüstungen erforderlich machen. Deshalb würden in Göttingen die Nicht-Schwerpunktschulen  bei  Bedarf im Einzelfall umgerüstet. Lieske nennt als Beispiele den Einbau von Schallschutzdecken, die Anschaffung von Schreibtischen mit Spezialmaß für kleinwüchsige Kinder, die Installation von Soundfield-Anlagen für hörgeschädigte Kinder oder Tastaturen und Drucker mit  Brailleschrift für ein blindes Kind.

“Natürlich ist im Bereich der Inklusion noch Einiges zu tun: Bis spätestens zum Jahr 2024 müssen nach derzeitiger Rechtslage alle Schulen baulich für die Inklusionsbedarfe hergerichtet werden”, sagt Lieske. Das erfordere “in großem Umfang” Investitionen. Eine große Anzahl von Aufzügen und Rampen seien beispielsweise notwendig. Bei größeren Baumaßnahmen in Schulen, wie  derzeit in der Regenbogenschule, müsse die Barrierefreiheit gleich mit erledigt werden. Darüber hinaus  seien  auch Veränderungen im Bereich der Schulassistenz nötig. Sie sollen künftig wenige “kindbezogen” denn  „systembezogen” arbeiten. Auf diese Weise könne man verhindern, dass in einer Klasse gelegentlich zwei oder gar drei Schulassistentinnen arbeiten. Lieske: Wir wünschen uns auch ein stärkeres Engagement des Landes, denn schließlich liegt der schulische Bildungsauftrag beim Land und nicht bei und- dem Jugend- und Sozialamt.”

 

 

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