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Thema des Tages Acht Unesco-Welterbe-Orte in der Nähe von Göttingen
Thema Specials Thema des Tages Acht Unesco-Welterbe-Orte in der Nähe von Göttingen
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00:19 13.07.2018
Beeindrucken Jahr für Jahr Hunderttausende von Besuchern: die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe, der seit 2013 Unesco-Welterbe ist. Quelle: Michael Schwab/Stadt Kassel
Göttingen

Ein Besuch lohnt sich, vor allem in den Ferien:

Dom und Michaeliskirche in Hildesheim

Besucher stehen vor dem Hildesheimer Dom mit dem Dommuseum. Quelle: dpa

Der Hildesheimer Dom und die ehemalige Benediktinerabteikirche St. Michaelis legen ein außergewöhnliches Zeugnis von der religiösen Kunst im Heiligen Römischen Reich und der frühromanischen Architektur ab. Die Kirchen mit ihren Kunstschätzen vermitteln nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission ein umfassendes Verständnis der Einrichtung romanischer Kirchen im christlichen Abendland. Sie wurden 1985 in die Welterbeliste der Unesco eingeschrieben. St. Michaelis, eine der schönsten frühromanischen Kirchen in Deutschland, bewahrt zusammen mit dem Mariendom und dem Domschatz ein einzigartiges Ensemble mittelalterlicher Ausstattungskunst. Weithin bekannt ist auch der sagenumwobene 1000-jährige Rosenstock an der Apsis des Doms. Das Besucherzentrum Welterbe Hildesheim empfängt die Besucher im Tempelhaus am historischen Marktplatz. Interaktive Stationen informieren über das Unesco-Welterbe in Hildesheim und der Region. Der Besuch ist kostenlos. Zentral in der Innenstadt gelegen, lassen sich die beiden Unesco-Welterbekirchen St. Michaelis und Mariendom wunderbar mit einer Entdeckungstour durch Hildesheim verbinden.

Kontakt: Besucherzentrum Welterbe Hildesheim & tourist-information, Rathausstraße 20 (Tempelhaus), 31134 Hildesheim, Telefon: 05121 1798-0, E-Mail: tourist-info@hildesheim-marketing.de, Internet: www.hildesheim.de/tourismus/tourist-information.html.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Sonnabend 10 bis 15 Uhr, Sonntag 10 bis 15 Uhr.

Entfernung zu Göttingen: 90 Kilometer.

Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

Das Bergwerk Rammelsberg mit der Erzbereitungsanlage (links) und Fördergerüst. Quelle: dpa

Der 1988 stillgelegte Rammelsberg dokumentiert zehn Jahrhunderte Bergbaugeschichte. Er ist als einziges Bergwerk der Welt kontinuierlich über 1000 Jahre in Betrieb gewesen und war einst das größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinkerzlager der Welt. Aufgrund des Reichtums an Bodenschätzen prägte das Bergwerk auch die Geschichte und Entwicklung der benachbarten Stadt Goslar. Die erhaltenen technischen Anlagen über und unter Tage sind eine Attraktion, die man sich als Harz-Besucher keinesfalls entgehen lassen sollte. Das Erzbergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar wurden 1992 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Imposante Bauwerke, malerische Gassen und historische Gebäude verleihen der Altstadt eine besondere Atmosphäre. Goslars Altstadt mit mehr als 1500 Fachwerkhäusern unterschiedlicher Epochen spiegelt die Geschichte, Tradition und Moderne vergangener Zeiten wider. Am 1. August 2010 wurde auch die Oberharzer Wasserwirtschaft in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen. Was uns heute wie eine ruhige und romantische Seen- und Teichlandschaft mit historischen Bauwerken am Wegesrand erscheint, ist mit Abstand das größte und bedeutendste vorindustrielle Energieversorgungssystem weltweit. Eine eindrucksvolle Auszeichnung, die die Zeugnisse des Bergbaus und der Stadtgeschichte Goslars zu einem der wertvollsten Kulturdenkmäler Deutschlands mache, so die Stadtverwaltung Goslar.

Kontakt: Tourist-Information Goslar, Markt 7, 38640 Goslar, Telefon 05321/78060, E-Mail tourist-information@goslar.de, Internet: www.goslar.de.

Entfernung zu Göttingen: 80 Kilometer.

Alle Welterbestätten in der Umgebung im Überblick:

Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg

Marktplatz der Stadt Quedlinburg. Quelle: dpa

Quedlinburg liegt nur wenige Kilometer vom Brocken entfernt auf der östlichen Seite des Harzes. Mit seinen mehr als 1300 gut erhaltenen Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten bietet Quedlinburg nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission „ein außergewöhnliches Beispiel für eine europäische mittelalterliche Stadt“ und gehört damit zu den größten Flächendenkmalen in Deutschland. Bauten aus allen Stil- und Zeitepochen machen Quedlinburg zu einem Musterbeispiel der Entwicklung des Fachwerkbaus. Die Stadt war im Mittelalter eine der wichtigsten Königs- und Kaiserpfalzen und eine wohlhabende Handelsstadt. Die außergewöhnliche und weltweite kulturelle Bedeutung Quedlinburgs beruht auf dem Einfluss der sächsisch-ottonischen Herrscherdynastie auf Entwicklung und Architektur der Stadt. Nach der Krönung Heinrichs (876 bis 936), dem ersten deutschen König aus der sächsischen Dynastie, wurde die königliche Residenz Quedlinburg Hauptstadt des Ostfränkischen Reichs. Sichtbares Zeugnis dieser Dynastie ist die St. Servatius geweihte Stiftskirche, die im Mittelalter eine der am höchsten geschätzten Kirchen des Reiches war. Ihre Krypta mit dem Kreuzgewölbe, den Kapitellen, Gräbern und Wandmalereien stellt eines der bedeutendsten Denkmäler der Kunstgeschichte aus dem 10. bis 12. Jahrhundert dar und beherbergt neben Aachen und Halberstadt den wertvollsten Kirchenschatz des Mittelalters. Quedlinburg ist Sitz der Geschäftsstelle des Vereins Unesco-Welterbestätten Deutschland.

Kontakt: Quedlinburg Information der Quedlinburg Tourismus Marketing GmbH, Markt 4, 06484 Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, Telefon 03946/905-624, Internet: www.quedlinburg.de.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonnabend 9.30 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 15 Uhr.

Entfernung zu Göttingen: 130 Kilometer.

Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg

Denkmal des Reformators Martin Luther (1483 - 1546) mit der von ihm ins Deutsche übersetzten Bibel in der Hand auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg. Quelle: epd

Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (Partnerstadt Göttingens) zeigen das Leben und Schaffen Martin Luthers und seines Mitreformers Philipp Melanchthon. Als Orte entscheidender Ereignisse der Reformation sind sie von herausragender Bedeutung für das politische, kulturelle und spirituelle Leben der westlichen Welt. Zu den Gedenkstätten in Eisleben gehören das Geburts- und das Sterbehaus Luthers. Ersteres wurde bereits 1693 zum Denkmal erklärt und gilt als eines der ältesten Museen der Welt. Zu den Gedenkstätten in Wittenberg zählen das Haus des Melanchton und das Wohnhaus Luthers, das Augustineum, in welchem er seine „reformatorischen Entdeckungen“ machte und seine Studenten unterrichtete. Die Lutherhalle entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Reformatoren aus ganz Europa und die Lutherstube war Ort der später veröffentlichten „Tischgespräche“. Diese Denkmale seien Monumente von hoher Qualität und von besonderem Wert, da sie durch ihre Einrichtung ein lebhaftes Bild einer historischen Zeit von weltlicher und geistlicher Bedeutung zeichneten, urteilt die Unesco. Zu den Luthergedenkstätten gehören darüber hinaus die Stadtkirche mit ihrem berühmten Cranach-Altar. Sie war ein Hauptschauplatz des Reformationsgeschehens, in ihr predigte Luther über 30 Jahre lang. Eine weitere zentrale Gedenkstätte ist die Schlosskirche in Wittenberg, an deren Tür Luther, der Überlieferung nach, am 31. Oktober 1517 seine berühmten „95 Thesen“ schlug.

Kontakt: Das Servicebüro steht für Auskünfte und Fragen rund um Ihren Besuch in den Museen der Stiftung Luthergedenkstätten zur Verfügung. Telefon 03491/4203171, E-Mail service@martinluther.de, Internet: www.martinluther.de.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr, Lutherhaus Wittenberg und Sonderausstellung im Augusteum bereits ab 9 Uhr.

Entfernung zu Göttingen: 150 Kilometer.

Wartburg

Die Wartburg in der Morgensonne. Quelle: dpa-Zentralbild

Die Wartburg bei Eisenach ist als Arbeits- und Lebensort Luthers während seines Exils und als Entstehungsort von Luthers Übersetzung des Neuen Testaments mit kulturellen Werten von universeller Bedeutung verknüpft. Sie wurde 1999 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen als ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa. Wie kaum eine andere Burg in Deutschland ist die Wartburg über der thüringischen Stadt Eisenach mit der deutschen Geschichte verbunden. Sie ist die erste deutsche Burg, die in die Liste des Welterbes der Unesco aufgenommen wurde. 1000 Jahre deutscher Geschichte spiegeln sich hier eindrucksvoll wider. Der Sage nach im Jahre 1067 gegründet, zeugt von der einstigen Blüte noch heute das aus dem 12. Jahrhundert erhaltene Hauptgebäude – der Palas – als eine Kostbarkeit spätromanischer Baukunst. Der landgräfliche Hauptsitz erstrahlte als weitgerühmter Musenhof, an dem alle schönen Künste gepflegt wurden, Lieder Walthers von der Vogelweide erklangen und Dichtungen Wolframs von Eschenbach entstanden. Der sagenhafte Sängerkrieg weiß davon zu berichten und gelangte durch Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ zu wahrem Weltruhm.

Kontakt: Wartburg-Stiftung, Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach, Telefon 03691/250-0, Internet: www.wartburg.de. Das Thüringer Wahrzeichen ist 365 Tage im Jahr geöffnet.

Führungen: täglich 8.30 bis 17 Uhr; letzter Einlass Museum und Lutherstube um 17.30 Uhr, Besichtigung der Außenanlagen bis 20 Uhr.

Entfernung zu Göttingen: 110 Kilometer.

Fagus-Werk in Alfeld

Das Gebäude des Fagus-Werks, fotografiert in Alfeld. Quelle: dpa

Die Fabrikanlage im niedersächsischen Alfeld, ein Gebäude der Fagus GmbH, war der erste große Bau des damals noch nicht einmal 30-jährigen Walter Gropius und späteren Stararchitekten des Bauhauses. Es gilt als das erste wirklich moderne Bauwerk. Die innovative Bauweise mit einer klaren Ausrichtung auf funktionalistische Industrieästhetik macht das Fagus-Werk zum Ursprungswerk moderner Industriearchitektur. 2011 wurde das Baudenkmal in die Welterbeliste der Unesco eingeschrieben. Die Konstruktion aus Glas und Stahl sowie die stützenlosen, vollständig verglasten Ecken verleihen dem Gebäude eine schwerelose Eleganz, die für Fabriken zur damaligen Zeit außergewöhnlich war. Der Name der Fabrik leitet sich aus dem lateinischen Wort „fagus sylvatica“ für Buche beziehungsweise Buchenholz, dem traditionellen Rohstoff für die Schuhleistenfertigung, ab. Seit Gründung des Unternehmens wird in dem lebenden Denkmal durchgängig produziert, neben Fagus-Schuhleisten ebenfalls Mess- und Brandschutzsysteme unter dem Markennamen GreCon.

Kontakt: Unesco-Welterbe Fagus-Werk, Hannoversche Straße 58, 31061 Alfeld-Hannover, Telefon 05181/790, E-Mail info@fagus-werk.com, Internet: www.fagus-werk.com.

Öffnungszeiten: Das Fagus-Werk ist für Besucher täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr.

Entfernung zu Göttingen: 65 Kilometer.

Bergpark Wilhelmshöhe

Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe. Quelle: Schwab

Mit seinen monumentalen Wasserspielen und der von weither sichtbaren Herkulesstatue ist der Bergpark Wilhelmshöhe ein eindrucksvolles Beispiel für die Landschaftsarchitektur des Europäischen Absolutismus. Er ist ein einzigartiges barockes Gesamtkunstwerk, in dem unterschiedliche Strömungen der Gartenarchitektur, der Kunstgeschichte und Technikgeschichte bis heute unverfälscht nachvollziehbar sind. Die Unesco würdigte den Bergpark Wilhelmshöhe als einzigartige Kulturlandschaft: Die Herkulesfigur sei technisch und künstlerisch die anspruchsvollste Großskulptur der Frühen Neuzeit. An keinem anderen Ort der Welt sei jemals eine am Hang gelegene Parkarchitektur mit vergleichbaren Ausmaßen und einer technisch so vollkommenen Wasserarchitektur ausgestattet worden, wie in Kassel seit 1691 unter Landgraf Carl. Dabei spielt die topografische Lage des Parks eine entscheidende Rolle. Durch deren geniale Ausnutzung entsteht die beeindruckende Monumentalität der Wasserkünste.

Kontakt: Museumslandschaft Hessen Kassel, Telefon 0561/316 80-0, W-Mail info@museum-kassel.de, Internet museum-kassel.de/de/welterbe.

Öffnungszeiten: Der Bergpark Wilhelmshöhe ist ganzjährig frei zugänglich. An jedem Mittwoch, Sonntag und an Feiertagen, vom 1. Mai bis 3. Oktober, haben Besucher ab 14.30 Uhr die Gelegenheit, dem Lauf des Wassers vom Herkules bis zur Großen Fontäne vor dem Schloss zu folgen. Jedes Jahr finden von Juni bis September immer am ersten Sonnabend im Monat die beleuchteten Wasserspiele statt.

Entfernung zu Göttingen: 60 Kilometer.

Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey

Das Kloster Corvey in Höxter (Nordrhein-Westfalen). Quelle: dpa

Inmitten einer noch heute in weiten Teilen erhaltenen ländlichen Umgebung im Osten der nordrhein-westfälischen Stadt Höxter am Westufer der Weser liegen das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey. Das Westwerk des ehemaligen Benediktinerklosters Corvey, ein der Basilika westlich vorgesetzter Kirchenraum, ist aufgrund der Spitzdächer und Türme aus Bruchsteinmauerwerk aus der Ferne weithin erkennbar. Das Kloster gehörte mit seiner Schule und Bibliothek im Mittelalter zu den wichtigsten Vermittlern der christlichen Kultur. Das ehemalige Benediktinerkloster Corvey ist ein bedeutender Ort, der auf einzigartige Weise Kunst, Kultur, Architektur und Geschichte verbindet. Romantisch am Weserbogen und am Weser-Radweg gelegen, gilt Corvey damals wie heute als kultureller Leuchtturm, der mit seiner mehr als 1200-jährigen Geschichte weit strahlt und weltweit seinesgleichen sucht. Seit dem Jahr 2014 ist Corvey auf der Liste der Unesco als „Weltkulturerbe“ eingetragen.

Kontakt: Buchung von Führungen unter Telefon 05271/68168 oder per E-Mail an info@welterbe-corvey.de. Internet: schloss-corvey.de.

Öffnungszeiten: 17. März bis 1. November 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Entfernung zu Göttingen: 70 Kilometer.

Von Andreas Fuhrmann

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