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Thema des Tages Visionen für Ottobock - und für Duderstadt
Thema Specials Thema des Tages Visionen für Ottobock - und für Duderstadt
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00:23 18.02.2019
Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Foto: Podiumsdiskussion (v. l.): Tageblatt-Wirtschaftsredakteur Mark Bambey (l.), Ottobock-CEO Philipp Schulte-Noelle, Ottobock-Chef Hans Georg Näder und der stellv. Tageblatt-Chefredakteur Christoph Oppermann. Quelle: Niklas Richter
Duderstadt

300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft haben am Donnerstagabend das fünfte „Forum Eichsfeld“ in der Hauptstelle der Sparkasse Duderstadt verfolgt. Höhepunkt des Abends war eine Diskussionsrunde mit Ottobock-Inhaber Hans Georg Näder und Ottobock-CEO Philipp Schulte-Noelle. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Tageblatt-Chefredakteur Christoph Oppermann und dem Leiter des Wirtschafts-Ressorts, Mark Bambey, sprachen die beiden über die Zukunft von Ottobock, visionäre Pläne für Duderstadt, die geplatzte Sparkassen-Fusion und die nächsten Paralympics in Tokio. Als Überraschungsgast betrat der ehemalige Spitzensportler Heinrich Popow das Podium.

Einen Schwerpunkt der Diskussionsrunde bildete das 100-jährige Bestehen der Firmengruppe Ottobock, das am Montag mit einem großen Festakt in Duderstadt gefeiert wird – neben vielen anderen Gästen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt. „Wir wollen uns hier als gute Gastgeber präsentieren“, versprach Näder.

Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Quelle: Niklas Richter

Doch es ging an diesem Abend nicht nur um Ottobock. So wollte Oppermann etwa von Näder wissen, warum sich ein Global Player in die Kommunalpolitik einmische. „Das ist meine Heimat“, entgegnete dieser. Er versuche mit seinen Kontakten und seinen Möglichkeiten mitzuhelfen, dass Duderstadt und das Eichsfeld sich weiterentwickeln und dass Zuzug generiert werden könne. „Ich versuche auch, das Eichsfeld ein bisschen in Bewegung zu halten“, schob Näder hinterher. Im Übrigen sei die Fragestellung „typisch Göttingen“, wie er bemerkte: „In Göttingen heißt das Einmischen, in Duderstadt heißt das Mitmachen“ – dafür gab es vom Publikum den ersten längeren Applaus.

Sparkassen-Fusion „wäre ein guter Schritt gewesen“

Wie konkret er denn mitmachen wolle, fasste Oppermann nach. „Schon konkret“, lautete Näders Antwort – als Beispiel verriet er seine Sicht auf das Thema Sparkassen-Fusion. „Bei aller Hochachtung und Freundschaft und Respekt vor den beteiligten Akteuren: Dieses Spiel, was jetzt gelaufen ist, war ein politisches Spiel. Und ich hab‘ das auch den Akteuren gesagt: Ihr werden noch lange, lange daran denken, denn der Schuss geht nach hinten los“, unterstrich Näder. Die Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt gehe „schnell“ und „dramatisch“ voran. Duderstadt sei eigentlich in einer „wunderbaren Position“ gewesen, und die finale Konsolidierung werde sich sowieso auf Göttingen fokussieren. „Es wird eine regionale Sparkasse geben, die sitzt in Göttingen, im Oberzentrum. Und dann wird es Satelliten geben“, prognostizierte Näder. Duderstadt wäre zwar nicht das Zentrum der in den Fusionsverhandlungen angedachten Regionalbank geworden, „aber es wäre ein guter Schritt gewesen“, sagte Näder. Die politische Entscheidung dagegen verstehe er nicht – auch nicht nach „langen nächtlichen Gesprächen“.

Nolte-Nachfolge: Näder wird es nicht

Zur möglichen Nachfolge des ausscheidenden Bürgermeisters Wolfgang Nolte (CDU) hielt sich Näder auf dem Podium eher bedeckt. Zunächst lobte er die jahrzehntelangen Verdienste von Nolte und Ehrenbürgermeister Lothar Koch (CDU) ausdrücklich, um dann allerdings festzustellen: „Was die beiden nicht hingekriegt haben, ist an Nachfolger zu denken oder diese aufzubauen.“ Nach Näders Worten braucht Duderstadt „eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister, der aus der Region kommt und versteht, wie das Eichsfeld tickt, wie wir Menschen hier im Eichsfeld denken. Deshalb glaube ich, dass jetzt dieser Kurzwahlkampf spannend wird.“ Ein Kandidaten-Casting der großen Parteien sei bundesweit schon im Gange. Näder: „Wir werden mit Duderstadt 2030 vorsorglich auch eine Liste aufstellen, wo wir dann eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus Duderstadt finden.“

Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Foto: Podiumsdiskussion: Paralympics-Sieger Heinrich Popow (2. v. l.) in der Podiumsrunde. Quelle: Niklas Richter

Die politische Couleur bedeute seiner Ansicht nach im lokalen Bereich gar nichts. „Das müssen kluge Köpfe sein, die eine emotionale und empathische Intelligenz haben, die müssen zuhören können – und den Drive haben, Dinge durchzusetzen, nach Göttingen oder Hannover zu tragen. Ich werde es garantiert nicht machen, denn ich habe genug zu tun, aber ein bisschen mach‘ ich mit“, kündigte Näder an – auch dafür gab es Applaus. Es werde in jedem Fall gute Kandidaten geben - aus Duderstadt, aus der Region. „Und oftmals tauchen ja auch Menschenkinder von irgendwo auf, die sich für Duderstadt berufen fühlen. Im Endeffekt ist es so: Der Bürger entscheidet.“

Erinnerungen an eine bewegte Geschichte

Zunächst habe Näder aber erst einmal Montag im Kopf – also den Festakt zum 100-jährigen. Von den Moderatoren befragt, was eigentlich der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten sei, wurde der Ottobock-Chef persönlich: „Der Höhepunkt war schon, als wir letzten Sonntag mit den Kindern auf dem Friedhof waren – und Rücksprache gehalten haben mit meinem Großvater, meiner Großmutter und meinen Eltern.“

Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Foto: Podiumsdiskussion (v. l.): Tageblatt-Wirtschaftsredakteur Mark Bambey (l.), Ottobock-CEO Philipp Schulte-Noelle und Ottobock-Chef Hans Georg Näder. Quelle: Niklas Richter

Es folgte ein längerer Monolog über die Familien- und Firmengeschichte mit all ihren Wendungen, eingeordnet in historische Ereignisse, bis hin zu den Wirrungen um die entschädigungslose Enteignung, den Verlust von Firma und Vermögen und der bettelarmen Ankunft im Eichsfeld. Es gebe hierzu 100000 kleine Geschichten, aus denen man einen Film machen könne – einige kleine Anekdoten gab Näder direkt zum Besten. So erinnerte er sich auch an seine Kindheit in Duderstadt: „Das Eichsfeld war als Kind ein Paradies, unser Spielplatz war der Wall.“

Viele Projekte in Duderstadt

Von der Vergangenheit ging es direkt in die Zukunft. Näder sprach über ein Buch, das er zusammen mit Marc Schneider und Gerhard Steidl gemacht habe und welches sich mit der Zukunft der menschlichen Mobilität beschäftige. Die Entwicklung des Bernhard-Quartiers wolle er gern zusammen mit dem Tageblatt in einer kleinen Townhall im Max-Näder-Haus vorstellen. „Wir haben 100, 150 Anfragen nach dieser modernen Form von Wohnen“, verriet Näder. Auch die mögliche Erweiterung des Schützenhauses erwähnte er; dazu habe es in den vergangenen Tagen Gespräche mit dem Landessportbund gegeben. Um- und Anbauten rund um den Schützenplatz riss er an – vom „Rinderstall“ bis hin zum „Aufblasen der Eichsfeld-Halle“. Hierzu liefen gerade Gespräche mit Architekten. Zudem werde die Heimatliebe-Brauerei am Schützenplatz entstehen. Viele Akteure seien hinter den Kulissen gerade mit den Planungen beschäftigt.

„Infotainment im besten Sinne“

„Dank illustrer Gäste, die wirklich etwas zu sagen haben, und eines interessierten und gutgelaunten Publikums wurden unsere Erwartungen an das fünfte Forum Eichsfeld mehr als erfüllt. Wir danken Herrn Prof. Hans-Georg Näder, Herrn Philipp Schulte-Noelle, Herrn Heinrich Popow und dem Eichsfelder Tageblatt für ihr Mitwirken an diese in vielerlei Hinsicht wertvolle Veranstaltung.“

Uwe Hacke, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Duderstadt

„Unser Eichsfeld kann sich wirklich sehen lassen! Ein großartiger Vorgeschmack auf die Kür am Montag,  wenn wir die Bundeskanzlerin und unseren Ministerpräsidenten zu Gast haben. Ich bin beeindruckt von der Stärke und Ausstrahlung unser Region und ihrer Repräsentanten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.“

Markus Teichert, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Duderstadt

„Das Format Forum Eichsfeld hat wieder einmal überzeugt. Der gelungene Mix von Information und Unterhaltung durch die Podiumsteilnehmer kam bei den Gästen sehr gut an. Kurz: Infotainment im besten Sinne.“

Martin Rudolph, Leiter der

IHK-Geschäftsstelle Göttingen

„Für die GWG als Kundin der Sparkasse Duderstadt freue ich mich über die Verbundenheit und verlässliche Partnerschaft. Ich beglückwünsche die Sparkasse Duderstadt zu dieser großartigen Veranstaltung,  die in diesem Jahr verbunden mit dem 100. Geburtstag von Ottobock uns Gestaltungswillen und Mut zur Zukunft vermittelt hat.“

Ursula Haufe, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Göttingen, GWG

„Mit Schwester Ingeborg, Geschäftsführerin der Stiftung der Ursulinen, habe ich zum zweiten Mal die Möglichkeit gehabt, das Forum Eichsfeld zu besuchen. Ich konnte in Gesprächen mit Leuten aus Politik und Gewerbe darauf hinweisen, dass wir mit dem Kulturkloster bedeutend zur Wiederbelebung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im Eichsfeld beitragen. Durch unsere Projekte im Kulturkloster kann Nachwuchs für die Region rekrutiert werden und somit soziale Teilhabe erfolgen, was automatisch zur  Identifizierung mit der Heimatregion Eichsfeld beiträgt.“

Katrin Oldenburg, Kulturreferentin

für Kinder- und Jugendarbeit,

Kulturkloster Duderstadt

Aber auch ganz generell habe Duderstadt „einfach eine Chance, Vorbild zu sein – für viele, viele Kleinstädte in Deutschland, die unter rückgängigen Einwohnerzahlen oder Leerständen leiden würden. Näder: „Fahren Sie doch mal nach Herzberg, Osterode, Northeim & Co. – das ist einem ja richtig peinlich, wenn man da in die Städte geht. Und wie schön ist Duderstadt, und welche Möglichkeiten haben wir hier? Es gibt neue Gründungen und Ansiedlungen – also: Hier passiert wirklich viel, und das ist, finde ich, ein richtiger Genuss.“

Unterstützung aus der Politik gefordert

Damit das so bleiben kann, brauche es aber auch Unterstützung aus der Politik. „Wir brauchen schnelles Internet, also 5G“, forderte der Ottobock-Chef. „Uns und auch Göttingen würde auch die Anbindung an die A 38 gut tun, die ist auch notwendig.“ Außerdem müsse man darüber nachdenken, neben den Schnellbussen auch Nachtbusse für Jugendliche einzurichten, die abends verlässlich nach Göttingen wollen - und nachts wieder zurück. „Das wird sich nie wirtschaftlich tragen, also muss man neue, intelligente Wege finden und gemeinschaftlich nachdenken. Und dann hat Duderstadt eine tolle Zukunft“, ist sich Näder sicher. Er selbst werde gern weiter dazu beitragen: „Ich habe eben ein bisschen was gesehen von der Welt, und ich versuche das eine oder andere hierher zu tragen. Dinge, die machbar sind, umzusetzen. Manchmal muss man an den Dingen ein bisschen länger schrauben, aber: Duderstadt macht einfach Spaß!“

Perspektiven und Investitionen

Das unterschrieb auch Schulte-Noelle gern: „Ich habe mich vom ersten Tag an pudelwohl gefühlt in Duderstadt“, stellte er sich dem Publikum vor – und leitete direkt zu den Zukunftsplänen für Ottobock über. Der geplante Börsengang etwa sei kein Selbstzweck, sondern eine Möglichkeit, das Wachstum weiter zu beschleunigen. Hierfür nötig sei aber auch, das Kerngeschäft weiter zu entwickeln und Innovationen wie die „intelligente Hand“ zu forcieren. Das neue Geschäftsfeld „Industrials“ biete zudem ganz neue Chancen in neuen Segmenten.

Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Foto: Interview zur Entwicklung der Sparkasse Duderstadt von Tageblatt-Wirtschaftsredakteur Mark Bambey (l.) mit dem Vorstandsvorsitzenden Uwe Hacke. Quelle: Niklas Richter

Und schließlich sei die Digitalisierung ein wichtiger Faktor: „Ich kann berichten, dass ich heute mit der Schere den ersten 3D-Drucker in Duderstadt willkommen geheißen habe, der Orthesen druckt. Das ist ein Zeichen einer greifbaren Zukunft“, betonte Schulte-Noelle. Weitere Printer dieser Art werden folgen, wie Näder später ausführte. In Duderstadt entstehe demnach das „weltweit modernste iFab in der technischen Orthopädie“ - mit vielen Printern. „Das sind dann keine Spielzeug-Printer, sondern große Maschinen. Davon kostet eine rund eine Million“, erklärte Näder, der von einer „Zukunftsfabrik Ottobock am Standort Duderstadt“ sprach. Das sei „schon spooky und cool, und Technologie vom Allerfeinsten.“ Außerdem werde Ottobock in den kommenden Jahren 45 Millionen Euro in die digitale Transformation investieren – vor allem in die IT-Infrastruktur. Im Übrigen habe sich die Zusammenarbeit mit 20-Prozent-Anteilseigner EQT als sehr wertvoll erwiesen.

Beim Börsengang noch auf der Bremse

Näder selbst trat beim Thema Börsengang ebenfalls ein wenig auf die Bremse: „Wir wollen erstmal börsenfähig werden, und dann müssen die Börsen auch in einer guten Verfassung sein. Keiner kann sagen, was 2022 los ist. Kommt nochmal eine Finanzkrise? Platzt nochmal eine Immobilienblase in China? Oder gibt es irgendwelche geopolitischen Verwerfungen?“ Zunächst müsse es nun darum gehen, Ottobock fit zu machen für die Börse. „Und dann werden Herr Schulte-Noelle und ich ganz in Ruhe überlegen, was der nächste Schritt ist. Da sind wir ganz entspannt“, so Näder. Börsenfähig sein wolle man „vielleicht 2020, an die Börse dann vielleicht 2022 – aber vielleicht kommt auch alles ganz anders.“ Etwas klarer formulierte er die finanziellen Ziele: „Ich kann da ja ein bisschen freier sprechen: Wir wollen bis 2022 ungefähr auf 1,3 Milliarden Euro wachsen, das können aber auch 1,6 Milliarden werden mit potenziellen Akquisitionen.“

Die besten Zitate von „HGN“ beim Forum Eichsfeld

Beim Berliner Flughafen erlebe ich das auch: Jeder mittelständische Handwerksmeister würde im Knast sitzen, und die laufen frei durch die Gegend und verballern das Steuergeld ohne Sinn und Verstand.“

„Ich bin auf jeden Fall authentisch und ehrlich – und hab immer den Vorwärtsgang eingeschaltet.“

„Es ist noch keiner wegen mir weggelaufen.“

„Mancher, der aus anderen Ländern oder Kulturen kommt – nichts gegen Göttingen – ist besser aufgehoben in Duderstadt.“

„Wir haben seit 70 Jahren Menschen aus der ganzen Welt in Duderstadt, die hier versorgt werden. Duderstadt hat keine 44 oder 45 Nobelpreisträger, aber Duderstadt kennt man auch in der ganzen Welt.“

„Ich habe das 30 Jahre lang durchgehalten. Und Herr Schulte-Noelle ist fit und jung. Der stürzt sich in den Rocky Mountains aus einem Helikopter in den Tiefschnee. Um Herrn Schulte-Noelle mache ich mir überhaupt keine Sorgen.“

Lothar, weißt Du noch, früher in Brochthausen – da war 0G.“

„Beim Sparkassen-Thema muss man schon sagen: Was war das denn für eine Nummer?“

„Wenn ich Hacke wäre, hätte ich den Strategen den Schlüssel hingelegt und hätte gesagt: Tschüss!“

„Ich bin happy in meiner Heimat und werde garantiert nicht meinen Erstwohnsitz hier aus dem Eichsfeld verlegen. Weil es einfach schön hier ist.“

Schulte-Noelle machte hierzu deutlich, dass vor einem möglichen Börsengang zunächst einmal Voraussetzungen geschaffen werden müssen: „Das Thema ,Umstellung der Finanzberichterstattung‘ klingt so trivial – aber die konzernweite Berichterstattung aus aller Welt nach Duderstadt funktioniert heute noch nicht, weil die IT-Systeme nicht so stringent in der Organisation aufgestellt sind“, so der Geschäftsführer. Es gebe viele Systeme und viele Bruchstellen - das müsse jetzt angegangen werden. „Wenn wir dann unsere Prozesse harmonisiert und standardisiert haben, dann können wir schneller werden. Dann werden auch die Zahlen robuster und transparenter. Und wenn wir das geschafft haben – das allein dauert sechs bis zwölf Monate – dann müssen wir uns auch überlegen: Wie wollen wir uns denn nach außen präsentieren? Wofür wollen wir stehen? Was für ein Profil wollen wir dem Investor, dem Research -Analysten vorstellen? Auch das bedarf Vorlauf“, sagte Schulte-Noelle.

Mittelfristig sieht der CEO (= Chief Executive Officer, englisch für Hauptgeschäftsführer) das Unternehmen in jedem Fall prächtig aufgestellt: „Ich bin mir sicher, dass Ottobock in 2022 ein anderes Unternehmen sein wird. Es wird noch internationaler sein, es wird seine Marktstellung noch weiter ausgebaut haben. Es wird in neuen Märkten eine Marktstellung erreicht haben, wo sich der Wettbewerb die Augen reiben wird.“

Passion für die Paralympics

Die letzten 30 Minuten der Diskussionsrunde gehörten dann vor allem dem 30-fachen Paralympics-Medaillengewinner, Let’s-Dance-Teilnehmer und Ottobock-Markenbotschafter Heinrich Popow, der vor wenigen Tagen eine Stelle bei Ottobock in Duderstadt angetreten hat: „Er kann in die Produkte reinhorchen, und er kann viel besser erklären, welche Potenziale die Produkte haben oder wo es auch noch mangelt, wo wir besser werden können.“

Forum Eichsfeld in der Sparkasse Duderstadt. Foto: Podiumsdiskussion (v. l.): Tageblatt-Wirtschaftsredakteur Mark Bambey (l.), Paralympics-Sieger Heinrich Popow und Ottobock-CEO Philipp Schulte-Noelle. Quelle: Niklas Richter

Schon jetzt stecke Ottobock voll in den Vorbereitungen auf die Paralympics 2020 in Tokio: „Das werden die besten Paralympics der Geschichte“, kündigte Näder an. Die Stadt investiere viel Geld in Barrierefreiheit, Toyota sponsere 70 Millionen Dollar, und Ottobock werde wieder mit 170 oder 180 Technikern aus aller Welt vor Ort sein – und mit Popow. „Wir sind mittlerweile ein Teil der paralympischen Bewegung und freuen uns riesig auf Tokio“, betonte Näder. Und auch Popow konnte seine Euphorie kaum verbergen: „Das, was hier gelebt wird, das was hier passiert bei Ottobock, das ist wirklich einmalig.“

Mehr zum Forum Eichsfeld 2019 inklusive Bildergalerie gibt es hier.

Von Markus Riese

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