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Thema des Tages Berufswunsch: Profikicker
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18:51 22.04.2017
Juma Matani, Pia Fröhlich, Maja Waldschmidt und Charlotte Rösler Quelle: Wenzel
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Göttingen

Bereits im Kindergartenalter formulieren die Kinder erste Berufswünsche, die oft „Prinzessin“ oder „Pirat“ lauten. In der Schule werden die Berufe beim Ausfüllen der Freundebücher von den Mitschülern etwas konkreter. Selektieren ist gefragt, schließlich gibt es nach Angaben des Statistik-Portals Statista in Deutschland rund 330 Ausbildungsberufe und 18 000 Studiengänge. Auch in Göttingen haben sich einige Jungen und Mädchen im Tageblatt-Interview ihre Gedanken über Berufe gemacht.

Juma Matani, Pia Fröhlich, Maja Waldschmidt und Charlotte Rösler

„Es ist ja noch so lange hin“, sagt die Göttinger Schülerin Jumana Matani. „Ich leg mich da noch nicht so fest, denn das kann sich ja alles noch ändern, wenn man älter wird.“ Die 13-Jährige geht in die achte Klasse des Hainberg-Gymnasiums und liebt es, in ihrer Freizeit mit ihren Freundinnen kurze Filme zu drehen. „Vielleicht mache ich irgendwas mit Film, Kamera oder Schauspiel – mal gucken.“ In einer Sache ist sie sich schon sehr sicher: „Man muss später auf jeden Fall etwas machen, was Spaß macht.“

Auch Pia Frölich (13) lässt sich von der späteren Berufswahl nicht stressen und wendet im Moment eher das Ausschlussverfahren an: „Ich weiß, dass ich nicht den ganzen Tag vorm Computer im Büro sitzen will“, sagt die Schülerin. „Ich will eher etwas mit Menschen machen – Lehrer zu sein finde ich eigentlich auch ganz cool.“ Als kleines Mädchen hatte Pia einen ganz anderen Berufswunsch: „Ich wollte Ballerina werden, obwohl ich Ballett nie richtig gemacht habe.“

Maja Waldschmidt erklärt: „Ich wollte bis vor kurzem immer Lehrerin werden.“ Doch inzwischen kann sie sich nicht mehr vorstellen, jeden Tag das gleiche zu machen. Und eine Sache steht dem Lehrerberuf außerdem im Weg: „Ich bin auch nicht die Frühaufsteherin.“ Jetzt hat die 14-Jährige etwas andere Träume: „Ich würde später gerne Schauspieler werden oder etwas mit Kameras zu tun haben.“ Den Berufsalltag vor dem Computer zu verbringen, sei definitiv nichts für sie.

Kamera und Fernsehen – das gefällt auch Charlotte Rösler. „Ich möchte etwas mit Medien machen, wie Tagesschausprecherin. Ich fand das eigentlich schon seit der Grundschule ganz cool“, sagt die Achtklässlerin. Wie sie darauf gekommen ist? „Weil die Eltern immer die Tagesschau geschaut haben und weil man dann alles mitbekommt, was passiert“, erklärt die 13-jährige Schülerin ihren Berufswunsch.

Jedenfalls lassen sich die Schülerinnen von ihrer beruflichen Zukunft nicht unter Druck setzen. „Manchmal macht man sich schon Gedanken, was man machen will“, sagt Jumana. „Wir reden aber nicht so oft darüber, denn das ist ja noch eine Weile hin“, sagt Pia. „Meine Geschwister machen sich Gedanken über das Studium und da überlege ich schon manchmal, was ich eigentlich mal studieren oder überhaupt machen will“, überlegt Charlotte.

Ganz anders sieht die Berufswelt einiger Göttinger Jungs aus. Die ist vor allem rund: Auf Platz eins steht eine Profikarriere als Kicker. Doch immerhin haben alle einen Plan B – falls es mit dem Fußball dann doch nicht klappen sollte.

Sean, Towa, Frederik und Linus

Frederik Georges wird dann Forscher. Der Vierjährige hat sogar schon ein Spezialgebiet: „Dino-Forscher“, erklärt er mit ernster Mine. „Dann muss er in die Zeit zurückreisen“, ergänzt sein Bruder Linus. Er ist acht Jahre alt und ist ebenfalls begeisterter Nachwuchskicker. „Am Anfang werde ich Fußballer und dann Tierarzt. Weil ich mit Tieren sehr gerne zusammen bin und weil wir in einem Jahr höchstwahrscheinlich einen Hund kriegen,“ sagt Linus. Warum Linus noch einen Beruf in Petto hat? „Als Fußballer kann man höchstens so bis 37 spielen und dann hört man quasi auf mit einer Karriere.“

Towa Wolff teilt die erste Berufswahl seiner Freunde. „Mir macht es halt Spaß zu dribbeln, den Ball zu schießen und Techniken zu machen.“ Er findet es aber auch spannend, im Tower eines Flughafens zu arbeiten. „Da muss man Zahlen sagen und aufpassen, wenn ein Flugzeug startet und landet“, erklärt der Zweitklässler.

Auch für Sean Oberle steht fest, was er wird: „Erst Fußballer und dann Feuerwehrmann.“ Denn beim Fußball „kann man Tricks machen und Tore schießen“, sagt der Drittklässler. Bei der Feuerwehr will er Tiere retten, Feuer löschen und jede Menge Übungen machen. Auf jeden Fall blicken alle begeistert und gespannt auf ihre berufliche Zukunft.

Traumberufe von Kindern und Jugendlichen

Nach ihren späteren Berufswünschen wurden in einer aktuellen Studie 1 825 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 19 Jahren befragt. Nach Auskunft des Markt- und Meinungsforschungsinstituts iconkids und youth zeigten sich in den Antworten alte Rollenbilder: Auf Platz eins der drei bis zwölfjährigen stehen bei den Jungen Fußballer und bei den Mädchen Tierärztin.

Demnach ist für elf Prozent der Jungen dieser Altersgruppe der Beruf des Fußballers und Polizisten attraktiv, gefolgt von einer Karriere bei der Feuerwehr (neun Prozent). Bei den gleichaltrigen Mädchen sieht die Reihenfolge ganz anders aus. Sie wären am liebsten Tierärztin (zehn Prozent), Tierpflegerin (sieben Prozent) oder Krankenschwester (sechs Prozent).

Mit zunehmendem Alter werden die Wünsche realistischer. Während acht Prozent der drei- bis fünfjährigen Mädchen Prinzessin werden wollen (in dieser Altersgruppe Platz zwei hinter Tierärztin), sind es bei den sechs- bis neunjährigen Mädchen nur noch ein Prozent.

Von alten Geschlechterrollen sind jedoch auch Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 Jahren geprägt. Bei den männlichen Teenagern wollen fünf Prozent Informatiker und vier Prozent KFZ-Mechaniker oder Arzt werden. Bei den Mädchen stehen Lehrerin (sieben Prozent), Ärztin (fünf Prozent) und Krankenschwester (vier Prozent) an der Spitze der Traumberufe. wes

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