Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Thema des Tages Kick-off für Göttingens Welcome Centre
Thema Specials Thema des Tages Kick-off für Göttingens Welcome Centre
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:06 11.10.2018
Kick-off für das Welcome Centre Campus und Region: Uni-Vizepräsidentin Hiltraud Casper-Hehne, Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Martin Rudolph (von rechts) informieren. Quelle: CH
Göttingen

Nun hat auch das Oberzentrum ein Regionalbüro des Welcome Centres. Mit einer Kick-off-Veranstaltung wurde das Welcome Centre Campus und Region am Donnerstagabend im Ratssaal vor mehr als 110 Gästen offiziell eröffnet.

Mit der Göttinger Filiale geht das siebte Regionalbüro des professionellen Willkommensangebots der Universität Göttingen und der Südniedersachsen-Stiftung in Betrieb. Untergebracht wird das Büro in der im rechten Flügel des entstehenden Forum Wissen. „Wir rechnen damit, dass dies Ende 2019 oder Anfang 2020 der Fall sein wird. Wenn man derzeit baut, muss man leider mit Verzögerungen rechnen“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Das Regionalbüro wird Teil der sogenannten Welcome Lounge, die die Zentrale bilden und die Regionalbüros vernetzen wird.

„Leiser Start“

„Es ist heute ja sozusagen nur ein leiser Start. Der Service läuft ja auch in Göttingen schon eine Weile. Heute möchten wir aber offiziell betonen, dass wir ab jetzt richtig Gas geben wollen“, betonte Uni-Vizepräsidentin Hiltraud Casper-Hehne. Das Welcome Centre soll zukünftig Serviceangebote für Institutionen und Unternehmen der Region entwickeln, um Fach- und Führungskräfte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei allen praktischen Fragen rund um Ankunft und Aufenthalt in Südniedersachsen zu unterstützen. Den Auftakt machte bereits im März der Kreis Northeim. Im Juni eröffnete dann der Landkreis Göttingen seine fünf Regionalbüros in Hann. Münden Duderstadt, Osterode, Herzberg und Bad Lauterberg.

„Das Centre ist eine hervorragende Idee und gute Investition in unsere Region“, betonte Köhler. Oberstes Ziel sei es, dass sich das Welcome Centre zügig zu der zentralen Anlaufstelle für internationale Fachkräfte bei der Ankunft entwickeln wird. Ihn begeistere, dass alle Beteiligten in echter Team-Arbeit nach vorne schauen. Gemeinsam wollen die Beteiligten „unsere Region für Fach- und Führungskräfte, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zugänglich machen“, sagte Köhler. Dabei brauchte er nicht zu betonen, dass es nicht nur in der Region einen hohen Bedarf an Fachkräften gibt. Er unterstrich dabei jedoch: „Machen wir uns nichts vor – im Wettbewerb um die besten Köpfe gibt es eine große Standort-Konkurrenz in Deutschland und auch international.“

Den Unternehmen fehlen Mitarbeiter

Als Beleg für Köhlers Worte hatte Martin Rudolph, Vorsitzender der Südniedersachsenstiftung und Leiter der IHK-Geschäftsstelle Göttingen, eine IHK-Konjunkturumfrage für Niedersachsen parat. Laut dieser sehen knapp 60 Prozent der Unternehmen in fehlenden Mitarbeitern das größte Geschäftsrisiko. Noch vor den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und den Kosten am Standort. „Diese Zahlen sind dramatisch, besonders weil sie in wenigen Jahren stark angewachsen sind“, unterstrich Rudolph.

Je weiter das Welcome Centre ausgebaut werde, desto notwendiger werden es zu prüfen, wie gut das Projekt aufgestellt sei. „Wo wir uns verbessern können. Wir unsere Region insgesamt präsentieren“, sagte der Oberbürgermeister. Wer dabei nur an seine eigenen vier Ecken denke, denke zu kurz. „Wir alle in dieser Region müssen uns vernetzen und breit aufstellen. Das Stichwort hier ist Regionalmarketing.“ Nur so kämen im Welcome Centre Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen, die Verwaltung einerseits und Fachleute, Young Professionals und Hochschulabsolventen andererseits zusammen.

Ergänzung für Südniedersachsen-Innovationscampus

„Wir müssen ihnen einen guten Mix aus hoher Lebensqualität, Weltoffenheit und wirtschaftlichem Potenzial bieten. Dann werden sie sich hier ansiedeln und auch langfristig bleiben“, sagte Köhler selbstbewusst.

Das Welcome Centre ergänze wunderbar den Südniedersachsen-Innovationscampus, so Köhler weiter. Der SNIC mach durch die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft die Region stärker und attraktiver.

Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel unterstrich mit ihren Grußworten, das die ersten Schritte meist die schwersten seien. Das gelte für „Sie als Arbeitgeber als auch für Ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Beisiegel und betonte: „Es gilt viele Herausforderungen zu meistern, besonders in bürokratischen Abläufen. Deswegen ist es wichtig, dass die Menschen – bevor sie in unsere Region kommen – merken, dass wir für sie da sind.“

Starthilfe für Wissenschaftler und Führungskräfte

Fachkräfte und Wissenschaftler für die Region zu gewinnen und ihnen den Start in Südniedersachsen zu erleichtern – das ist das Ziel des zweijährigen Entwicklungs- und Forschungsprojektes „Welcome Centre“ des Göttingen Campus und der Region Südniedersachsen.

Bisher verfügt das Welcome Centre über sechs Regionalbüros. Aufgabe der Teams in den Büros ist es, Fachkräften aus dem In- und Ausland bei allen Fragen, die sich beim Wechsel von Lebensmittelpunkt und Berufsstandort ergeben, beratend zur Seite zu stehen. Zu den Angeboten gehört unter anderem Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kindergarten- oder Schulplatz und bei Visums- und Aufenthaltsfragen. Unterstützt wird das Projekt aktuell schon von 74 Partnern, darunter Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und Kommunen in den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie durch die Landkreise selbst. Während der Projektphase sind die Leistungen kostenlos. Der Regelbetrieb soll Ende 2019 aufgenommen werden.

Erstes Regionalbüro in Northeim eingerichtet

Das erste Regionalbüro mit Sitz in Northeim hat seine Arbeit im Februar dieses Jahres aufgenommen und betreut nach Angaben von Stefan Wolfgang, Leiter der Stabsstelle Wirtschafts- und Projektförderung beim Landkreis Northeim, die Mittelzentren Northeim, Einbeck, Bad Gandersheim und Uslar sowie die sieben weiteren kreisangehörigen Kommunen.

Nur vier Monate später folgte in Osterode die offizielle Eröffnung der fünf Regionalbüros für den Landkreis Göttingen an den Standorten Bad Lauterberg, Duderstadt, Hann. Münden, Herzberg und Osterode. „Mit diesem Projekt wollen wir Südniedersachsen zu einer Leuchtturmregion für die Willkommenskultur für Fach- und Führungskräfte entwickeln“, beschrieb Hiltraud Casper-Hehne, Projektleiterin und Vizepräsidentin für Internationales der Universität Göttingen, im Sommer das Ziel des Welcomes Centre.

Welcome-Historie Quelle: R

Zudem würden mit der Etablierung von professionellen Serviceleistungen die regionalen Unternehmen unterstützt und dem demografischen Wandel in der Region entgegengewirkt. Die Zentrale des Welcome Centre, die „Welcome Lounge“, sollte ursprünglich im Nordflügel des Bahnhofsgebäudes untergebracht und im Januar 2019 eröffnet werden.

Bei Bauvorarbeiten stellte sich allerdings heraus, dass sich das erarbeitete Konzept dort nicht wie geplant realisieren ließ. Deshalb wird die Einrichtung in das Gebäude an der Berliner Straße ziehen, das gerade zum Forum Wissen umgebaut wird. Ein Graduiertenkolleg, das dort eigentlich untergebracht werden sollte, weicht nun auf ein anderes Gebäude der Universität Göttingen aus. Finanziert wird das Welcome Centre durch eine Förderung vom Land Niedersachsen in Höhe von 305 000 Euro und etwa 1,2 Millionen Euro aus dem Sozialfonds der Europäischen Union.

Weitere Informationen sind unter www.welcome-to-suedniedersachsen.de zu finden.

Von Mark Bambey und Nora Garben

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Thema des Tages Welt-Mädchentag am 11. Oktober - Unterschiede darf es nicht geben

Göttinger und Eichsfelder Schülerinnen begrüßen die Aktionen, die zum Welt-Mädchentag am Donnerstag, 11. Oktober auf die Beine gestellt werden. Darunter sind auch einige auf dem Wochenmarkt vertreten.

10.10.2018

Ob Grätenscheißer, Eulen oder Pannkauken. Im Eichsfeld haben sich für jedes Dorf Spitznamen erhalten, die aus dem Plattdeutschen überliefert wurden.

12.10.2018

Nina Wohne, Michael Becker und Tanja André haben eins gemeinsam: Sie bewirtschaften einen Kleingarten und liegen damit voll im Trend, denn immer mehr junge Menschen interessieren sich fürs Gärtnern.

07.10.2018